Eintracht Frankfurt

Eintracht-Transfers: Was ist bislang passiert - und wo herrscht noch Bedarf?

Simon Zimmermann
Markus Krösche bastelt am Kader für die neue Saison
Markus Krösche bastelt am Kader für die neue Saison / Christof Koepsel/GettyImages
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Was ist bei Eintracht Frankfurt in diesem Transfersommer bereits passiert? Wer muss den Verein noch verlassen? Und welche Bereiche müssen verstärkt werden? Analyse, Einblicke und Meinung zum Vorgehen der SGE auf dem Transfermarkt...


Was ist schon passiert?

Mit dem sensationellen Europa-League-Sieg hat sich die Eintracht für die Champions League qualifiziert. Allein die Teilnahme an der Gruppenphase der Königsklasse beschert der SGE wichtige Einnahmen. Auf dem Transfermarkt hat Sportchef Markus Krösche bereits zugeschlagen.

Neuzugänge

  • Randal Kolo Muani (Nantes, ablösefrei)
  • Faride Alidou (HSV, ablösefrei)
  • Marcel Wenig (FC Bayern U19, ablösefrei)
  • Jerome Onguene (Salzburg, ablösefrei)
  • Hrvoje Smolcic (Rijeka, 2,5 Mio. €)
  • Aurelio Buta (Antwerpen, ablösefrei)
  • Jens Petter Hauge (AC Milan, 12 Mio. €)
  • Kristijan Jakic (Din. Zagreb, 3,5 Mio. €)
  • Mehdi Loune (eigene Jugend)
  • Nacho Ferri (eigene Jugend)

In der Defensive hat sich die Eintracht mit Onguene und Smolcic für kleines Geld verstärkt und bereits auf mögliche Abgänge - etwa Evan N'Dicka - vorgegriffen. Dazu kommt mit Kolo Muani ein vielversprechender Angreifer ablösefrei aus der Ligue 1. Mit Alidou und Wenig hat man sich zwei Talente für die Offensive geschnappt. Auf der rechten Seite haben Krösche und Co. mit dem ablösefreien Portugiesen Aurelio Buta für mehr Kader-Breite gesorgt. Gehalten werden konnte Jakic, der in seinem Leih-Jahr vollkommen überzeugte. Und auch Hauge, der zwar ordentlich Ablöse kostet, auf dessen enormes Potenzial aber man in Zukunft setzt.

Abgänge

  • Aymen Barkok (Mainz, ablösefrei)
  • Danny da Costa (?, ablösefrei)
  • Stefan Ilsanker (?, ablösefrei)
  • Sam Lammers (Atalanta, Leih-Ende)
  • Dominik Kohr (Mainz, 1,5 Mio. €, war bereits ausgeliehen)
  • Steven Zuber (AEK Athen, 1,6 Mio. €, war bereits ausgeliehen)
  • Rodrigo Zalazar (Schalke, 1,5 Mio. €, war bereits ausgeliehen)
  • Enrique Herrero García (Real Madrid U18, ?)
  • Elias Bördner (Viktoria Köln, ?)
  • Ragnar Ache (Greuther Fürth, Leihe)

Auf der Abgangsseite stehen bislang lediglich Spieler, mit denen man ohnehin nicht mehr geplant hat. Die Leihgaben Kohr, Zuber und Zalazar wurden fest abgegeben - dafür hat man jeweils eine kleine Ablöse bekommen. Dazu verlassen Barkok, da Costa und Kohr die Eintracht ablösefrei. Sam Lammers konnte die Erwartungen überhaupt nicht erfüllen und kehrt zu Stammklub Atlanta Bergamo zurück.

Ragnar Ache ist ein Sonderfall. In Frankfurt glaubt man weiter an den 23-Jährigen, der noch bis 2025 unter Vertrag steht. Um nach vielen Verletzungen konstant Spielpraxis zu sammeln, wurde der Angreifer für ein Jahr an Greuther Fürth verliehen.


Welche Baustellen gibt es noch?

Die Baustellen im Kader sind eng damit verbunden, wer die Eintracht noch verlassen könnte. Nach aktuellem Stand wirkt der Kader ausgeglichen und breit genug besetzt, um auch auf drei Hochzeiten tanzen zu können. Möglich wäre wohl noch ein Neuzugang für das Zentrum, der im Bestfall sowohl in der Dreierkette, als auch im zentralen Mittelfeld auflaufen kann. Ein Mittelstürmer soll ebenfalls noch ganz oben auf der Einkaufsliste stehen.

Vieles hängt auch an Filip Kostic. Geht der Serbe, bräuchte die Eintracht auf jeden Fall noch einen Nachfolger für den linken Flügel. Und auch ein möglicher Abschied von Martin Hinteregger könnte noch einmal für Bedarf in der Abwehr sorgen.


Welche Spieler werden gehandelt?

Mit Ko Itakura soll es Interesse an einem Spieler geben, der perfekt ins oben beschriebene Profil passen würde. Am Japaner sind aber gleich eine Reihe weiterer Bundesliga-Konkurrenten interessiert. Genannt wird auch Marc Roca. Der Bayern-Reservist könnte das Mittelfeldzentrum verstärken.

Je nach Anzahl weitere Abgänge dürfte Krösche aber noch reagieren. Spekulationen gibt es auch um den erst 19-jährigen Innenverteidiger Souleymane Isaak Touré, der mit einer Größe von 2,04 Meter heraussticht. Am Franzosen von Zweitligist Le Havre ist auch Gladbach dran. Das gilt auch für Ahmetcan Kaplan, 19-jähriger Innenverteidiger vom türkischen Meister Trabzonspor.

Auch für die linke Seite gibt es Gerüchte um einen türkischen Youngster. Gemeint ist Ridvan Yilmaz von Besiktas. Der 21-Jährige ist bereits sechsfacher A-Nationalspieler.

Für das Sturmzentrum ist derzeit Lucas Alario der heißeste Name. Der Argentinier kann Leverkusen für festgeschriebene 6,5 Millionen Euro verlassen. Laut kicker hat die SGE gute Chancen, den Torjäger nach Frankfurt locken zu können.

Wer könnte die Eintracht noch verlassen?

Mit der Fabel-Saison in Europa haben sich viele Eintracht-Kicker weiter in den Fokus gespielt. Während Martin Hinteregger nach erneuten Turbulenzen doch noch gehen könnte - die Hertha soll Interesse zeigen - ist vor allem ein Verbleib von Filip Kostic fraglich. Aus Italien heißt es bereits, der Serbe sei sich mit Juve einig.

Wie die Chancen bei Evan N'Dicka stehen, bleibt abzuwarten. Auch der 22-jährige Franzose steht nur noch bis 2023 unter Vertrag. Gleich eine Reihe an Klubs sind am Verteidiger interessiert. Dazu gehören das neureiche Newcastle, sowie Big Player wie PSG und Man United. Auch bei ihm kann die Eintracht mit einem Stammplatz und der Königsklasse als Argumente in die Verhandlungen gehen.

Mit Daichi Kamada gibt es einen dritten Stammspieler, der in den vergangenen Monaten häufiger mit einem Wechsel in Verbindung gebracht wurde. Auch er hat nur noch bis 2023 Vertrag. Zuletzt wurde es aber ruhiger um den Japaner. Bei ihm stehen die Chancen derzeit gut, dass er bleibt.

Ein Wackelkandidat ist auch Goncalo Pacienica. Der Portugiese besitzt - wie soll es anders sein - einen Vertrag bis 2023. Nach seiner Rückkehr nach Frankfurt war er auch unter Oliver Glasner nur Joker. Charakterlich ist der 27-Jährige aber 1A. Will er mehr Spielpraxis, steht wohl ein Wechsel im Sommer an. Auf der anderen Seite könnte mit der CL-Belastung auch mehr Spielzeit herausspringen. Mit Kolo Muani gibt es hierfür aber neue Konkurrenz. Derzeit spricht wohl mehr für einen Abschied.

Das tut es generell bei Erik Durm auch, der sportlich überhaupt keine Rolle mehr spielt. Ein Jahr vor Vertragsende ist wohl lediglich die Frage, ob es einen geeigneten Abnehmer für den Weltmeister von 2014 gibt.

Zu den Wackelkandidaten gehört laut Frankfurter Rundschau auch Ajdin Hrustic. Während Ragnar Ache nach Fürth verliehen wurde, wäre die SGE beim Australier auch zu einem Verkauf bereit. Ein passendes Angebot vorausgesetzt.

Fazit: Was ist für die SGE möglich?

Zu diesem Zeitpunkt des Sommers fällt eine Prognose noch sehr schwer. Das liegt vor allem an der ungewissen Zukunft von Filip Kostic, den man nicht auf Anhieb gleichwertig ersetzen könnte. Auch ein Abgang von N'Dicka würde schwer wiegen. Sportlich würde auch der Abschied von Hinteregger schwer ins Gewicht fallen.

Hinzu kommt die neue Situation mit der Champions League. Waren die Europa-League-Abende schon ein Highlight, dürfte das für die Königsklasse umso mehr gelten. Vergangene Saison tat man sich mit diesem Spagat aber bekanntlich sehr schwer. Rang elf in der Bundesliga war nicht zufriedenstellend.

Doch das wars auch schon mit dem Negativen. Denn klar ist, die Eintracht kann auch 22/23 sehr erfolgreich sein, wenn man die PS auf den Rasen bringt. Vor allem dann, wenn Kostic und N'Dicka bleiben. In der Bundesliga sollte dann ein Platz unter den Top sechs möglich sein. Getragen wird man nicht nur von der Euphorie des Europa-League-Triumphs, sondern auch von der Tatsache, dass dieser Titel Mannschaft, Trainer, Fans und die gesamte Stadt noch enger zusammengebracht hat.

Sagen wir's mal so: Der Eintracht ist ALLES zuzutrauen!


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