Ein Mann für den SC? Warum Freiburg Yannick Gerhardt verpflichten sollte

Yannick Gerhardt am Scheideweg: Abgang aus Wolfsburg, oder doch Verlängerung?
Yannick Gerhardt am Scheideweg: Abgang aus Wolfsburg, oder doch Verlängerung? / TF-Images/Getty Images
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Yannick Gerhardt steht am Scheideweg: Obwohl der Mittelfeldmann beim VfL Wolfsburg definitiv nicht auf seine gewünschte Spielzeit kommt, möchte der Bundesligist mit dem 26-Jährigen verlängern. Der Konkurrenzkampf beim VfL ist und bleibt jedoch hart. Wie wäre es mit einem ligainternen Wechsel zum SC Freiburg?

Um Gerhardt im Sommer nicht ablösefrei ziehen lassen zu müssen, möchten die Wölfe frühzeitig klar Schiff machen. Bis zum Januar gibt Geschäftsführer Jörg Schmadtke seinem Schützling daher Zeit, sich pro oder contra Verlängerung zu entscheiden. Sofern Gerhardt seinen bis Ende Juni 2021 laufenden Kontrakt nicht verlängern möchte, steht ein unmittelbarer Abgang bevor.

"Wir sind von seiner sportlichen Leistungsfähigkeit überzeugt und glauben, dass er für uns sportlich wertvoll bleibt", berichtete Schmadkte zuletzt dem Sportbuzzer und ließ dabei Raum für Diskussionen offen. "Die Frage ist, ob er das genauso einschätzt. Derzeit ist er noch nicht überzeugt." Gerhardt kam in der laufenden Spielzeit in zwölf Einsätzen lediglich auf 641 Spielminuten.

Yannick Gerhardt (26) erzielte im Pokal gegen Sandhausen gleich zwei Tore
Yannick Gerhardt (26) erzielte im Pokal gegen Sandhausen gleich zwei Tore / Cathrin Mueller/Getty Images

Zuletzt spielte er sich aufgrund des Corona-Ausbruchs innerhalb des Teams zwar mit zwei beachtlichen Leistungen gegen Stuttgart und im Pokal gegen Sandhausen (zwei Tore) in das Rampenlicht, dürfte aber nichtsdestotrotz die klare Nummer drei hinter Xaver Schlager und Maximilian Arnold bleiben. Zudem belebt ab Sommer mit Aster Vranckx, dem 18-jährigen Kronjuwel aus Belgien, ein weiterer Topspieler den Konkurrenzkampf im zentralen Mittelfeld der Wölfe. Sind alle fit, so hat es Gerhardt in Wolfsburg weiter verdammt schwer.

Nach über vier Jahren: Zeit für einen Tapetenwechsel

Auf der Bank zu schmoren, dürfte aber nicht Gerhardts Anspruch bleiben. Um sein fußballerisches Können regelmäßig unter Beweis zu stellen, ist es nach viereinhalb Jahren in Wolfsburg schließlich an der Zeit für einen Wechsel. Dass Gerhardt gehörig etwas auf dem Kasten hat, bewies er beispielsweise am vergangenen Spieltag gegen den VfB Stuttgart, als er kurzfristig in die Startelf von Cheftrainer Oliver Glasner gerutscht war - und als bester VfL-Spieler zu überzeugen wusste.

Um wieder voll und ganz aufzublühen, täte Gerhardt ein Engagement in einem Klub gut, der auf seine Fähigkeiten zugeschnitten scheint und der ihn keinesfalls als Backup, sondern als Leistungsträger gebrauchen könnte. Dafür käme besonders der SC Freiburg in Frage. Während Nicolas Höfler in der laufenden Saison teilweise eklatant patzte und Jungspund Lino Tempelmann noch keine wahrhaftige Option zu sein scheint, könnte Gerhardt das Freiburger Spiel mit all seiner Routine und Erfahrung in die Hand nehmen. Zudem würde er den monatelangen Ausfall von Janik Haberer weiter entlasten.

Zwei Fighter: Christian Streich (Foto) und Yannick Gerhardt? Das würde passen!
Zwei Fighter: Christian Streich (Foto) und Yannick Gerhardt? Das würde passen! / Pool/Getty Images

Gehaltstechnisch wäre Gerhardt zugunsten höherer Spielanteile sicherlich zur Einbuße bereit. Auch mit Blick auf die Ablösesumme scheint ein Winter-Transfer durchaus möglich. Angesichts seiner geringen Spielanteile und seines auslaufenden Vertrages können die Wölfe nicht im Ansatz Gerhardts Marktwert in Höhe von sechs Millionen Euro fordern. Mit seiner kämpferischen Art und Weise passt Gerhardt herausragend in das Profil von Christian Streich, der aus dem Mittelfeldmotor definitiv eine wichtige Stütze des Freiburger Spiels schnitzen könnte. Streich würde Gerhardt somit auf das bitter benötigte neue Niveau seiner eingerosteten Spielerkarriere heben.