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International

Klub-Chef von Viertligisten schießt gegen Edgar Davids: "Katastrophale Entscheidung!"

Guido Müller
Als Spieler weltklasse, als Trainer...na ja: Edgar Davids!
Als Spieler weltklasse, als Trainer...na ja: Edgar Davids! / Soccrates Images/Getty Images
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Nicht all zu viele Spieler können von sich behaupten, für Klubs wie Ajax Amsterdam, AC Mailand, Juventus Turin, FC Barcelona, Inter Mailand und Tottenham Hotspur gespielt zu haben. Wie Edgar Davids. Doch dass eine große Karriere als Spieler nicht zwangsläufig einen ähnlichen Werdegang als Trainer nach sich zieht, muss nun auch der 48-jährige Niederländer feststellen.


Denn der 74-fache Nationalspieler (6 Tore) ist auch auf seiner zweiten Trainerstation krachend gescheitert. Nach nur sechs Monaten ist das Kapitel beim portugiesischen Viertligisten (!) SC Olhanense auch schon wieder geschlossen.

Doch damit nicht genug: vom Präsidenten des bescheidenen Klubs von der portugiesischen Algarveküste (nahe Faro), Luís Torres, gab es noch einen verbalen Kinnhaken obendrauf.

Nicht jeder gute Spieler wird auch ein guter Trainer

"Im Januar sah ich mich aufgrund der finanziellen Probleme gezwungen, dem Rat zu folgen, Davids als Trainer zu installieren", wird der Klub-Chef von der Marca zitiert. "Eine Person mit großer Vergangenheit als Trainer. Doch das bedeutet gar nichts hinsichtlich seiner Befähigung als Trainer."

Was zu beweisen war. Denn das große Ziel der Portugiesen, zum Zeitpunkt der Davids-Verpflichtung noch ein Drittligist - war die Rückkehr in Liga 2. Doch daran scheiterte das Team krachend - und stieg ab statt auf.

In der Rückschau erscheint schon Davids Debüt an der Algarve wie ein schlechtes Omen für den weiteren Verlauf seiner Tätigkeit. Das damalige Spiel (gegen Lusitano GC) endete mit einem torlosen Remis - und einer Rangelei nach dem Schlusspfiff, in die auch Davids verwickelt war.

Edgar Davids
Schon das Debüt verlief holprig... / Soccrates Images/Getty Images

Vernichtendes Urteil vom Präsidenten

Sechs Monate später ist das Kind endgültig in den Brunnen gefallen. Für Torres ein absehbares Fiasko. "Unser Sportdirektor, Andrea Papadia, hatte mir gesagt, dass es die einzige Möglichkeit wäre, um Kapital und neue Mitglieder anzuziehen. Aber heute warten wir immer noch auf diese Erträge."

Da es rein sportlich noch schlechter schlief, kommt der Präsident zu einem vernichtenden Urteil: "Es war ganz klar eine katastrophale Entscheidung. Der Trainer hat es weder verstanden, eine Verbindung mit dem Kader herzustellen, noch eine Identität oder ein Spielsystem zu kreieren, die mit unserer Historie kompatibel gewesen wären."

Die Trennung nach nur sechs Monaten erschien somit alternativlos. Nicht das erste gescheiterte Projekt von Davids als Trainer. Als Spielertrainer beim englischen Viertligisten FC Barnet war sein Wirken (zwischen 2012 und 2014) ebenfalls alles andere als von Erfolg gekrönt.

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