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Borussia Mönchengladbach

Durchgangsstation Borussia: Diese 10 Spieler nutzten Gladbach (nur) als Sprungbrett

Christian Gaul
Apr 6, 2021, 5:52 PM GMT+2
Marc-André ter Stegen und Marco Reus nutzten die Gladbacher Bühne
Marc-André ter Stegen und Marco Reus nutzten die Gladbacher Bühne | PATRIK STOLLARZ/Getty Images
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In den letzten Jahren gab es bei der Borussia einige Spieler, die nur auf der Durchreise waren. Aufgrund der wirtschaftlichen Möglichkeiten ist es für den Klub bis heute nahezu unerlässlich, hohe Einnahmen durch teure Abgänge zu erzielen. Dabei verließen manche Profis den Verein im Guten, während andere tatsächlich nie einen wirklichen Bezug zu den Werten der Borussia besaßen.

Im kommenden Sommer werden auch wieder so manche Tränen vergossen, wenn Spieler wie Denis Zakaria, Florian Neuhaus oder Marcus Thuram einem potenziellen Angebot eines anderen Vereins erliegen. Bislang konnte sich die Borussia immer auf die Geschicke von Sportdirektor Max Eberl verlassen, wenn es um adäquaten Ersatz und das nachhaltige Investieren in die Gesamtstruktur des Vereins ging.

Somit wird man auch in der kommenden Saison hervorragend aufgestellt sein, dennoch lohnt sich ein Blick zurück auf zehn Profis, die nach ihrem Abschied von der Borussia bei den Gladbacher Anhängern in unterschiedlicher Erinnerung bleiben werden.

Da wir uns hierbei auf ehemalige Spieler beschränken, tauchen die Namen der (möglichen) Abgänge des kommenden Sommer nur am Rande auf, sehr zum Wohlwollen von Marco Rose.

1. Marc-André ter Stegen

Ter Stegen
Marc-André ter Stegen sammelte Titel mit dem FC Barcelona | Quality Sport Images/Getty Images

Der Torwart wurde bei der Borussia ausgebildet und feierte 2011 sein Debüt für die Gladbacher Profis. Nach 127 Partien im Tor der Fohlen zog es den gebürtigen Mönchengladbacher 2014 zum großen FC Barcelona, mit dem er mittlerweile auch die Champions League gewann.

Im Gegensatz zu vielen anderen Kandidaten auf dieser Liste ist ter Stegen bis heute sehr beliebt bei den Anhängern der Borussia und niemand nahm ihm seinen Wechsel übel. Vielmehr freute man sich für das Eigengewächs und verstand dessen Ambitionen.

2. Granit Xhaka

Granit Xhaka
Granit Xhaka ging im Guten zum FC Arsenal | Chloe Knott - Danehouse/Getty Images

Der Schweizer kam 2012 als vielversprechendes Talent zur Borussia. Der damals 20-Jährige benötigte eine gewisse Anlaufphase, machte sich aber bald unverzichtbar und führte die Fohlen sogar als Kapitän auf das Feld.

Nach 140 Einsätzen für Gladbach wechselte er 2016 für rund 45 Millionen Euro zum FC Arsenal und ist damit immer noch der Rekord-Abgang der Fohlen. Die Fans behielten in in guter Erinnerung und Xhaka selbst betonte auch in London regelmäßig, wie sehr er die Borussia schätzt.

3. Marco Reus

Marco Reus
Marco Reus blühte bei der Borussia auf | Quality Sport Images/Getty Images

Der gebürtige Dortmunder wurde zunächst vom BVB verschmäht, bevor er 2009 über Rot Weiss Ahlen in Gladbach landete. Schnell entwickelte er sich zum Torjäger und absoluten Unterschiedsspieler.

Sein Impact blieb dann selbst den Dortmunder Scouts nicht mehr verborgen und Reus kehrte nach 109 Spielen für Gladbach 2012 in seine Heimatstadt zurück.

Die damals für ihn gezahlten rund 17 Millionen Euro waren nicht der Hauptgrund für seinen Abgang im (eher) Guten, vielmehr kommunizierte man den Wechsel - im Gegensatz zu aktuellen Vorfällen - mehr als rechtzeitig und die Fans nahmen dies zähneknirschend hin.

4. Max Kruse

Max Kruse
Max Kruse hielt sich nie lange auf | Stuart Franklin/Getty Images

Der geniale "Straßenfußballer" kam 2013 vom SC Freiburg zur Borussia, doch auf eine dauerhafte Beziehung ließ er sich nicht ein. Nach 77 Spielen im Dress der Fohlen ging er bereits 2015 zum VfL Wolfsburg - entsprechend seiner Vita ein stringenter Schritt.

Zwei Jahre Bremen, drei Jahre Pauli, ein Jahr Freiburg, zwei Jahre Gladbach, ein Jahr Wolfsburg, drei Jahre Bremen, ein halbes Jahr Fenerbahce - Kruse hielt es nie lange an einem Ort aus.

Sein Abschied aus Gladbach wurde eher mit einem Schulterzucken wahrgenommen, da man ohnehin nicht von einem längeren Verbleib ausging - zudem wurde Kruse 2015 durch einen gewissen Lars Stindl ersetzt.

5. Amin Younes

Amin Younes
Amin Younes wollte zu früh zu viel | Alex Grimm/Getty Images

Der begnadete Dribbler sollte nach seiner Jugendausbildung ab 2012 auch bei den Gladbacher Profis langsam aufgebaut werden, doch nachdem man ihn in der Saison 2014/15 an Kaiserslautern verliehen hatte, wollte der damals 22-Jährige nicht mehr länger warten.

Also zog Younes für drei Jahre zu Ajax Amsterdam, wo er durchaus überzeugen konnte. Doch auch das reichte ihm nicht und somit nahm er 2018 ein Angebot aus Neapel an, welches mit einigen Querelen abseits des Platzes verbunden war.

Nach zwei verschenkten Jahren in Italien kehrte Younes in die Bundesliga zurück und schaffte bei Eintracht Frankfurt auch wieder den Sprung in den Kader der deutschen Nationalmannschaft. Bei ihm streiten sich bis heute die Geister, ob seine Ungeduld oder die Vorsicht von Favre hauptverantwortlich für die nur 28 Auftritte im Borussen-Trikot ist.

6. Marko Marin

Marko Marin
Marko Marin wurde zum absoluten Wandervogel | Simon Holmes/Getty Images

Inmitten tiefster Zweitliga-Zeiten machte sich der in Frankfurt und Gladbach ausgebildete Spieler als leuchtender Stern am Himmel der Hoffnung bemerkbar. Der verspielte Ballzauberer sollte ab 2007 für den Aufbruch in eine bessere Zukunft stehen, doch nur zwei Jahre später verzichtete Marin auf diese Rolle und schloss sich Werder Bremen an.

Nach drei Jahren an der Weser wollte der selbsternannte Superstar dann beim FC Chelsea durchstarten, doch es begann eine nicht enden wollende Odyssee.

Nach neun verschiedenen Stationen in Europa schloss sich Marin im Januar 2020 schließlich dem saudischen Klub Al-Ahli Dschidda an, seit einigen Wochen spielt er auf Leihbasis für den Konkurrenten Al-Raed.

7. Mahmoud Dahoud

Mahmoud Dahoud
Mahmoud Dahoud wechselte jahrelang auf die Dortmunder Bank | Lars Baron/Getty Images

Wie Younes und Marin wollte auch Dahoud nicht auf seinen Stammplatz bei den Profis der Borussia warten. Schließlich befand sich der talentierte Regisseur seit 2013 im Dunstkreis der Gladbacher Erstligamannschaft, sein Debüt feierte er aber erst zwei Jahre später.

Nach immerhin 86 Einsätzen wollte er 2017 dann in Dortmund durchstarten, allerdings fand er sich dort meist auf der Bank wieder. Erst in der laufenden Saison etablierte sich Dahoud beim BVB, doch konnte er bislang nie über eine gesamte Spielzeit konstant seine Leistung abrufen.

Den Wechsel von einer möglichen Chefrolle bei Gladbach auf die Bank in Dortmund können viele Anhänger bis heute nicht nachvollziehen.

8. Thorgan Hazard

Thorgan Hazard
Thorgan Hazard machte sich kaum Freunde in Gladbach | Lars Baron/Getty Images

Nachdem man den Belgier 2014 zunächst vom FC Chelsea geliehen hatte, konnte man das Talent ein Jahr später tatsächlich fest verpflichten.

Nach insgesamt fünf Jahren bei den Fohlen zog es Hazard dann 2019 - trotz ständiger Dementis - doch zum BVB. Den Wechsel nehmen ihm die Fans bis heute übel, da er sich öffentlich wenig Mühe gab, für einen sauberen Abschied zu sorgen.

9. Mickael Cuisance

Michael Cuisance
Michael Cuisance war einfach "zu gut" für die Borussia | NICOLAS TUCAT/Getty Images

Der Franzose kam 2017 aus der Jugend der AS Nancy zur Borussia und spielte sich schnell in den Fokus. Der klassische Zehner sah sich aber mit fortschreitender Spielpraxis immer mehr bereits in der absoluten Weltauswahl und fiel in der Folge immer wieder mit Wechselwünschen und Eskapaden aus der Reihe.

Im Sommer 2019 zog man den Schlussstrich und verkaufte den selbsternannten Überflieger für zwölf Millionen Euro an den FC Bayern, wo er bislang keine Rolle spielte.

Aktuell ist er bis zum Sommer 2021 an Olympique Marseille ausgeliehen, doch bei OM war er zuletzt auch nur noch sporadisch eingesetzt worden.

10. Sinan Kurt

Sinan Kurt
Sinan Kurt kommt auf keinen grünen Zweig | Lintao Zhang/Getty Images

Das Eigengewächs stellte immer wieder Ansprüche auf einen Stammplatz bei der Borussia - wohlgemerkt ohne jemals für die Gladbacher Profis aufgelaufen zu sein.

Nach öffentlich ausgetragenen Streitereien mit dem Spieler und seinem Beraterstab veräußerte man Kurt im Sommer 2014 für satte drei Millionen Euro an den FC Bayern, doch auch dort leistete sich der Emporkömmling immer wieder Aussetzer im Training und abseits des Platzes.

Über die Hertha, die WSG Tirol und den Regionalligisten SV Straelen ist Kurt mittlerweile beim slowakischen Klub FC Nitra untergekommen, doch Stammspieler ist er auch dort nicht.

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