Frauen-Bundesliga

Die drei besten Stürmerinnen der Frauen-Bundesliga-Saison 2021/22

Helene Altgelt
Bayern München - VfL Wolfsburg - Women's DFB Cup Semi Final
Bayern München - VfL Wolfsburg - Women's DFB Cup Semi Final / Sebastian Widmann/GettyImages
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Im letzten Teil des 90min-Positionschecks von der Frauen-Bundesliga-Saison 2021/22 steht die Nummer 9 im Fokus. Als Torgaranten ziehen die Sturmspitzen besonders viel Aufmerksamkeit auf sich, ihre Tore können eine Saison entscheiden. Welche Spielerinnen hatten diese Saison den besten Killerinstinkt?

1. Selina Cerci

Leila Ouahabi Elouahabi, Selina Cerci
Germany v Spain -International Friendly Women / Soccrates Images/GettyImages

Die 21-jährige Selina Cerci war mit 13 Toren auf dem besten Weg, die Torjägerkanone zu gewinnen, als sie Anfang März einen Kreuzbandriss erlitt. Für ihr Team Turbine Potsdam ein herber Schlag: Gerade im kniffligen Saisonendspurt gegen Frankfurt und Bayern, aber auch gegen Freiburg, wo sie zwei Punkte liegen ließen, hätte das Team ihre Qualitäten gebraucht.

Die gebürtige Kielerin ist diese Saison so richtig aufgedreht und strahlt durch ihre Vielseitigkeit Gefahr aus: Cerci ist schnell, kopfballstark, reaktionsschnell und gut im Dribbling. Vor allem aber ist sie sicher mit dem Ball am Fuß und war diese Saison schon oft nach einem Steilpass schnell auf und davon und erzielte ein Tor. Damit ist sie bereits eine recht komplette Stürmerin, die auch für ihre Mitspielerinnen auflegen kann (vier Assists). Ihr Zusammenspiel mit Sturmpartnerin Melissa Kössler hat für Potsdam diese Saison sehr gut funktioniert, wie etwa der Last-Minute-Treffer gegen Freiburg im Hinspiel zeigt.

Ihre Verletzung ist angesichts Cercis herausragender Form besonders bitter, auch da sie diese Saison bereits für die Nationalmannschaft spielen durfte. Für welches Team sie nächste Saison auf Torejagd geht, steht noch nicht fest: Ihr Vertrag bei Potsdam läuft diesen Sommer aus und ein Wechsel scheint nicht unwahrscheinlich.

2. Lea Schüller

Portugal v Germany: Group H - FIFA Women's World Cup 2023 Qualifier
Portugal v Germany: Group H - FIFA Women's World Cup 2023 Qualifier / Ricardo Nascimento/GettyImages

Auch die Torschützenkönigin darf in dieser Liste natürlich nicht fehlen. Lea Schüller sicherte sich die Kanone als treffsicherste Stürmerin und erzielte wie letzte Saison schon 16 Tore. Besonders wichtig für Bayern waren ihre Treffer zum 2:2 gegen Frankfurt und ihr Doppelpack gegen Hoffenheim. Die 24-Jährige hat sich nach anfänglichen Schwierigkeiten nach ihrem Wechsel von der SGS Essen zu Bayern komplett etabliert.

Ihre Tore erzielt Schüller besonders gerne per Kopf, und da Bayern auch viele gute Flankengeberinnen wie Klara Bühl oder Giulia Gwinn hat, war dies ein Erfolgsrezept diese Saison. Aber auch mit dem Fuß, besonders mit dem starken rechten, ist Schüller gefährlich und sticht durch ihre Fähigkeit, sich in den Rücken der Verteidigung zu schleichen, hervor. Ihr Timing bei Pässen hinter die Kette ist sehr gut und sie nutzt Abwehrfehler zudem gnadenlos aus. Bei Chaos im Strafraum ist Schüller fast immer zur Stelle und befördert den Ball ins Tor, da sie oft gedankenschneller ist als die Verteidigerinnen.

Ein kleines Manko gibt es aber noch: Diese Saison hat Schüller den Großteil ihrer Tore gegen kleinere Gegner erzielt, in den Topspielen könnte sie noch treffsicherer sein. Diese Fähigkeit kann sie schon bald bei der EM beweisen, wo sie wahrscheinlich für Deutschland gesetzt sein wird. In der schwierigen Vorrundengruppe mit Mitfavorit Spanien und Vize-Europameister Dänemark wird es auch auf ihre Tore ankommen. Gegen Erstere hat Schüller bereits beim Vorbereitungsturnier Arnold Clark Cup im Frühling getroffen, eine Wiederholung könnte bald folgen.

3. Tabea Waßmuth

Tabea Wassmuth
VfL Wolfsburg Women v Bayer 04 Leverkusen Women - FLYERALARM Frauen-Bundesliga / Christof Koepsel/GettyImages

Die Sorge war groß, als sich die Topstürmerin des VfL Wolfsburg, die Polin Ewa Pajor, im September schwer verletzte. Pajor war stark in die Saison gestartet, hatte in drei Bundesliga-Spielen drei Tore und drei Assists gesammelt. "Wir sind von den Offensivoptionen in unserem Kader überzeugt, wissen aber nur zu gut, dass ihre Fähigkeiten nicht eins zu eins ersetzt werden können", sagte der Sportliche Leiter des VfL, Ralf Kellermann, nach ihrer Knieverletzung.

Dass Pajors Ausfall gut aufgefangen werden konnte, lag zu einem großen Teil an Tabea Waßmuth. Die 25-Jährige war erst zum Sommer von der TSG Hoffenheim zu den Wölfinnen gewechselt, hat seitdem aber alle Erwartungen übertroffen. In der Bundesliga gelangen ihr 13 Tore und sechs Assists, in der Champions League liest sich ihre Statistik sogar noch beeindruckender: zehn Tore und drei Assists in zehn Spielen stehen dort zu Buche, womit sie in ihrer Debütsaison in dem Wettbewerb direkt zur Vize-Torschützenkönigin wurde.

Waßmuth, die auch oft auf dem Flügel spielt, zeichnet sich besonders durch ihre Schnelligkeit aus. Diese Saison hat sie zudem einen großen Schritt nach vorne in puncto Ballkontrolle und Dribbling gemacht. Oft lässt sie sich etwas nach hinten fallen, spielt dann noch einen Doppelpass und schließt ab, ein Spielzug der für die Gegner schwer zu verteidigen ist. Besonders mit Svenja Huth und der Niederländerin Jill Roord hat Waßmuth diese Saison gut harmoniert, und ihr Zusammenspiel mit Ewa Pajor, die im April ihr Comeback feierte, funktionierte beim Saisonabschluss gegen Leverkusen auch schon sehr gut.

Ewa Pajor, Tabea Wassmuth
Ewa Pajor und Tabea Waßmuth - VfL Wolfsburg v Bayer 04 Leverkusen - FLYERALARM Frauen-Bundesliga / Christof Koepsel/GettyImages

Die weiteren Positionscheck für die Frauen-Bundesliga Saison sowie alles zum Frauenfußball findet ihr hier.

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