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Diese 6 Stars könnten im Winter wechseln

Oct 13, 2020, 7:51 PM GMT+2
Olympique Lyon v Olympique Marseille - Ligue 1
Bei Olympique Lyon hat Memphis Depay keine langfristige Zukunft mehr | Xavier Laine/Getty Images
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Während einer Transferphase gelingen nicht alle Deals, die Tage oder Wochen zuvor im Raum stehen. Bis zur Transferperiode im Winter ist es aber nicht mehr lang - dann könnten diese sechs Spieler ihren Verein verlassen.

Transfers sind allen voran von einem Faktor abhängig: Geld. Ob ein wechselwilliger Spieler verkauft wird oder ein Leistungsträger gar abgegeben werden muss, hängt davon ab, wie viel Geld dem Verein zur Verfügung steht und welcher potentielle Käufer dazu bereit ist, die aufgerufene Ablösesumme zu zahlen. Und dann stehen noch Vertragsgespräche mit den Spielern an, die auf immer höhere Gehälter pochen und obendrein zusätzliche Prämien erhalten, während auch die Berater (in ihren Augen) angemessene Honorare verlangen.

Häufig ist aber auch der Faktor Zeit entscheidend. Wenn sich erst kurz vor Ende des Transferfensters ein Verein meldet, müssen die Gespräche schnell über die Bühne gehen - sonst droht der anvisierte Deal zu platzen. Das passiert auch und allen voran in heutigen Zeiten, in denen die Kaderplaner mit einem großen Netzwerk und einer riesigen Datenbank ausgestattet und untereinander bestens vernetzt sind. Besonders an den letzten Tagen des Transferfensters kommt für gewöhnlich mächtig Bewegung in den Markt - da kann der ein oder andere Versuch im Zuge der Hektik schon einmal scheitern.

Deshalb kommt es vor, dass ein Spieler bei dem Klub bleiben muss, von dem er eigentlich weg will - oder ein Verein bleibt auf einem Spieler sitzen, auf dessen Erlöse man angewiesen ist. Die folgenden sechs Stars müssen daher warten, bis das Transferfenster im Januar wieder öffnet - dann könnte der ersehnte Wechsel über die Bühne gehen.

1. Milot Rashica

Milot Rashica
Wird Werder Milot Rashica im Januar los? | DeFodi Images/Getty Images

Werder Bremen hat fest mit einem Verkauf von Milot Rashica gerechnet. Die Offensiv-Rakete sollte einen ordentlichen zweistelligen Millionenbetrag in die klammen Kassen spülen - doch wegen der Corona-Pandemie hat sich kein Abnehmer gefunden.

RB Leipzig und Aston Villa waren unter anderem als Abnehmer im Gespräch, mit beiden Vereinen wurden sich die Bremer aber nicht einig. Wenige Stunden vor dem Ende der Transferperiode klopfte schließlich Bayer Leverkusen an - doch die Rheinländer haben eine Leihe mit anschließender Kaufoption bevorzugt.

Dem Vernehmen nach wollte Werder eine Kaufpflicht erwirken, Leverkusen habe eine feste Verpflichtung aber nur unter konkreten Bedingungen wie der Qualifikation für die Champions League in Betracht ziehen wollen. Frank Baumann und Rudi Völler bestätigten nach dem Ablauf der Deadline, dass die Zeit für eine Einigung aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen bei den Transfermodalitäten nicht mehr ausgereicht hat.

Rashica soll nun wieder in die Mannschaft integriert werden und sich mit guten Leistungen in den Vordergrund spielen. Im Januar könnte ein erneuter Anlauf auf dem Transfermarkt gewagt werden; mit Pech wird der kosovarische Nationalspieler aber bis Sommer bleiben müssen.

2. Arkadiusz Milik

Arkadiusz Milik
Bei der SSC Neapel bleibt für Arkadiusz Milik nur noch ein Platz auf der Tribüne | DeFodi Images/Getty Images

In 122 Pflichtspielen für die SSC Neapel erzielte Arkadiusz Milik 48 Tore, doch weil der polnische Stürmer seinen bis 2021 datierten Vertrag nicht verlängern wollte und ein Transfer nicht zustandegekommen ist, wurde er auf die Tribüne verbannt.

Im Raum stand unter anderem ein Wechsel zu den Liga-Konkurrenten Juventus Turin und AS Rom. Er selbst hatte sich eigentlich schon für einen neuen Verein entschieden, berichtete Milik kürzlich beim polnischen Online-Portal Sportowefakty, die Partenopei habe sich aber nicht auf Gespräche mit demjenigen Klub eingelassen (zitiert via transfermarkt): "Napoli hat mit dem Team, zu dem ich wollte, nicht kommuniziert. Ich glaube nicht, dass irgendein Spieler sich bewusst für eine Situation entschieden hätte, in der er freiwillig mehrere Monate auf der Tribüne ist. Das ist nicht schön für mich", so der 26-Jährige.

3. Memphis Depay

Memphis Depay
Wäre um ein Haar in Barcelona gelandet: Memphis Depay | Soccrates Images/Getty Images

Nachdem Ronald Koeman das Traineramt beim FC Barcelona übernahm, galt Memphis Depay als Wunschtransfer für die Offensive. "Ja, es war sehr nah", bestätigte der Angreifer die Bemühungen der Katalanen vor wenigen Tagen gegenüber dem TV-Sender NOS (via Voetbal International) - aber auch in diesem Fall blieb der Transfer aus.

"Leider haben es bestimmte Regeln verhindert", sagte Depay. Wie TV3 und Catalunya Radio berichtet haben, hätte zuvor ein Spieler abgegeben müssen, da Depay ansonsten die Gehaltsobergrenze gesprengt hätte.

Unabhängig davon, ob er seine Zelte in Barcelona oder andernorts aufschlagen wird, dürfte sich der Niederländer im Januar von seinem bisherigen Olympique Lyon verabschieden und ein halbes Jahr vor Vertragsende noch eine Ablösesumme einbringen.

4. Antonio Rüdiger

Antonio Rudiger
In der Innenverteidigung des FC Chelsea ist Rüdiger nur noch die Nummer fünf | Marc Atkins/Getty Images

Beim FC Chelsea hat sich über den Sommer viel getan. Das hat dafür gesorgt, dass Antonio Rüdiger aussortiert wurde.

Der Innenverteidiger wurde kurz vor Ende der Transferperiode unter anderem mit dem FC Barcelona und Paris St. Germain in Verbindung gebracht. Wie der kicker und RMC Sport berichteten, hätten beide Vereine den deutschen Nationalspieler zunächst ausleihen wollen, dem französischen Hörfunksender zufolge habe Chelsea Rüdiger aber sofort verkaufen wollen.

Der Abschied aus London kam nicht zustande, ist laut Joachim Löw aber lediglich aufgeschoben statt aufgehoben (via dfb.de): "Ich stehe mit Toni in ständigem Kontakt. [...] Ich denke, dass er im Winter noch einen Versuch startet", erklärte der Bundestrainer vor einer Woche auf einer Pressekonferenz der deutschen Nationalmannschaft.

5. Thomas Lemar

Thomas Lemar
Bei Atlético und der französischen Nationalmannschaft außen vor: Thomas Lemar | Soccrates Images/Getty Images

Thomas Lemar ist bis 2023 an Atlético Madrid gebunden, bei den Rojiblancos spielt der französische Außenbahnspieler aber keine wirkliche Rolle. Noch vor zwei Jahren wurde er für 70 Millionen Euro von der AS Monaco verpflichtet, die hohen Erwartungen konnte der 24-Jährige aber nicht erfüllen.

In den vergangenen Wochen wurden RB Leipzig und Bayern München Interesse nachgesagt, beide Bundesligisten hatten jedoch andere Pläne: Während RB Justin Kluivert von der AS Rom ausgeliehen hat, ist Douglas Costa für diese Saison von Juventus Turin zu den Bayern zurückgekehrt.

Dennoch könnte Lemar im Winter wechseln. Der französische Nationalspieler stand in den ersten drei Ligaspielen nur 13 Minuten auf dem Feld. Nachdem er im September und Oktober nicht von Nationaltrainer Didier Deschamps nominiert worden ist, dürfte er darauf hoffen, sich bei einem neuen Verein für ein EM-Ticket zu empfehlen. Sky berichtet, dass der FC Porto eine Option für den Franzosen sein könnte.

6. Mesut Özil

Mesut Ozil
Trennen sich Arsenal und Özil im Winter? | Harriet Lander/Copa/Getty Images

Seit Arsene Wenger das Traineramt beim FC Arsenal vor zwei Jahren niedergelegt hat, spielt Mesut Özil bei den Gunners keine Rolle mehr. Weder unter Unai Emery noch unter Mikel Arteta konnte sich der frühere deutsche Nationalspieler für einen Stammplatz empfehlen, stattdessen sitzt er seit Juli auf der Tribüne.

Sein Vertrag läuft zum Saisonende aus. Zu Jahresbeginn erklärte Özil öffentlich, diesen erfüllen zu wollen - allerdings dürfte Arsenal, das laut The Athletic im September einen Loyalitätsbonus in Höhe von neun Millionen Euro zahlen musste, darauf hoffen, ihn früher von der Gehaltsliste streichen zu können.

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