Werder Bremen

Diego, Özil und Co: Die legendärsten Spielmacher von Werder Bremen

Dominik Hager
Diego und Özil sind nur zwei von zahlreichen Werder-Legenden auf der Zehn
Diego und Özil sind nur zwei von zahlreichen Werder-Legenden auf der Zehn / DAVID HECKER/GettyImages
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Die Bremer Mittelfeld-Raute gehörte viele Jahre genauso zur Bundesliga wie der Dom nach Köln. Dementsprechend gibt es wohl kaum einen Verein in Deutschland, der auf eine solch gewaltige Anzahl an herausragenden Zehnern zurückblicken kann.

Wir schauen auf die legendärsten Spielgestalter, die je das Werder-Trikot getragen haben:

7. Max Kruse

Max Kruse
Soccrates Images/GettyImages

Max Kruse hatte praktisch bei all seinen Bundesliga-Stationen Erfolg. Egal ob bei Freiburg, Wolfsburg, Gladbach, Union oder Bremen: Auf Pokerface Kruse war immer Verlass. Kruse wechselte im Jahr 2006 zur Bremer U19 und machte später seine ersten Schritte im Profifußball, ehe er die Stationen St. Pauli, Freiburg, Gladbach und Wolfsburg durchlief.

Sieben Jahre nach seinem Abgang kehrte er zu Werder zurück. Nach schwierigen Spielzeiten verhalf Kruse dem Team zu einem Zwischenhoch und konnte mit Werder die Ränge 8, 11 und 8 einfahren. Kruse absolvierte derweil 94 Profi-Spiele für Werder und erwies sich mit 35 Toren und 31 Vorlagen als sehr effizient.

Der Linksfuß verabschiedete sich im Sommer 2019 nach Istanbul und hinterließ eine Lücke, die nie geschlossen werden konnte und mit dem Relegationsplatz 2020 und dem Abstieg 2021 endete.

6. Kevin de Bruyne

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AFP/GettyImages

Kevin de Bruyne gehört zu den besten Mittelfeldspielern der Welt und ist drauf und dran, mit Manchester City in diesem Jahr ganz groß abzuräumen. Dabei vergisst man schon fast, dass der Belgier einst das Werder-Trikot getragen hat.

Beim FC Chelsea fand man zunächst keine Verwendung für den Offensivspieler, wodurch Werder Bremen im Jahr 2012 ein Leihgeschäft einfädeln konnte.

Der damals 20-Jährige zeigte auf Anhieb seine grandiosen Anlagen und glänzte mit zehn Toren und zehn Assists sowohl als Torjäger, als auch als Vorbereiter. Die ersten Schritte einer großen Karriere waren gemacht, wenngleich der FC Chelsea sein Talent anschließend erneut verschmähte und den Spieler an Wolfsburg verkaufte. Ein klarer Fehler der Blues.

In Bremen wird man hingegen froh sein, de Bruyne zumindest ein Jahr lang genossen haben zu können.

5. Norbert Meier

Soccer - Bundesliga - Bayern Munich vs. Fortuna Duesseldorf
sampics/GettyImages

Norbert Meier wechselte zur Spielzeit 1980/81 zum SV Werder Bremen, der zu dieser Zeit in der 2. Bundesliga kickte. Meier schaffte mit dem Klub aber die Rückkehr ins Oberhaus und war damit von Beginn an eines der Gesichter der Bremer Erfolge in den 1980er Jahren.

Meier absolvierte 373 Pflichtspiele für Werder Bremen und glänzte mit 113 Toren und 15 Vorlagen insbesondere als Torjäger. Der offensive Mittelfeldspieler krönte seine überragende Werder-Zeit mit dem deutschen Meistertitel 1988. Ein Jahr später wechselte er zu Borussia Mönchengladbach, wo er aber nicht mehr an seine besten Zeiten anschließen konnte.

Meier war in Bremen bekannt dafür, in Auswärtsspielen häufig ausgewechselt zu werden, weshalb er unter dem Spitznamen Heimspiel-Meier in Erinnerung bleibt.

4. Mesut Özil

Mesut Oezil
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Im Januar 2008 jagte Werder Bremen Mesut Özil vom FC Schalke 04 ab. Damit haben die Werderaner zweifellos einen echten Transfer-Coup gelandet. Der Spieler entwickelte sich schnell zum Leistungsträger und glänzte mit seiner Technik und Kreativität.

Özil gehörte schon zu Werder-Zeiten zu den besten Vorbereitern in Europa und konnte in 108 Spielen 54 Assists liefern. Der Mittelfeldspieler startete auch in der Nationalmannschaft durch und wurde zum Liebling der Massen, weil es zu jener Zeit kaum Spieler gab, die den Fußball so technisch sauber zelebrieren konnten wie er. Nachdem er bei der WM 2010 überragend spielte, wechselte er für 18 Millionen Euro zu Real Madrid.

Mit Werder Bremen gewann Özil einmal den DFB-Pokal, ehe er auch im weiteren Verlauf seiner Karriere große Erfolge mit Real, Arsenal und der Nationalmannschaft feierte.

Bei Özil würde man gerne die Zeit von 2018 bis heute ausklammern, an seine Werder-Auftritte erinnert man sich hingegen gerne.

3. Diego

Diego
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Diego wechselte im Jahr 2006 als Nachfolger von Johan Micoud vom FC Porto an die Weser und beschenkte die Bundesliga mit drei absolut grandiosen Spielzeiten. Diego war technisch nicht nur einer der besten Werder-Spieler aller Zeiten, sondern zu seiner Zeit wohl auch der spektakulärste Akteur der gesamten Liga.

Der Brasilianer glänzte mit Dribblings, Tricks, grandiosen Assists und zum Teil unfassbaren Toren. In bester Erinnerung ist sicherlich sein Treffer gegen Alemannia Aachen von jenseits der Mittellinie.

Im Jahr 2009 verabschiedete sich der Zehner mit dem Pokalsieg aus Bremen und schloss sich für 27 Millionen Euro Juventus Turin an. Diesen Wechsel hätte Diego lieber bleiben lassen. Der Mittelfeld-Zauberer konnte weder bei Juve, noch in Wolfsburg oder bei Atlético Madrid an seine Werder-Zeit anschließen. Heute kickt der inzwischen 37-Jährige in Brasilien für Flamengo.

2. Johan Micoud

Johan Micoud
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Johan Micoud war ein Mittelfeld-Regisseur, wie er im Buche stand. Der Franzose glänzte mit einer unglaublichen Spielintelligenz und Übersicht, wodurch er der Mann für den tödlichen Pass war. Zudem konnte er auch zu jeder Zeit selbst gefährlich werden. Während er in der Nationalmannschaft immer im Schatten von großen Zehnern wie Zinedine Zidane stand, gehörte er in der Bundesliga zu den besten Spielern in seiner Werder-Zeit zwischen 2002 und 2006.

Micoud absolvierte in Summe 169 Spiele für Werder Bremen, in denen er 47-mal traf und 57 Treffer vorbereitete. Nur vier Spieler konnten mehr Vorlagen für die Werderaner geben und diese haben allesamt mehr als 300 Spiele bestritten. Dies untermauert seine Gabe, den Blick für den richtigen Raum zu haben.

Sein größter Erfolg mit Werder Bremen war der Double-Gewinn 2003/04, in der er als überragender Wegbereiter für Top-Torjäger Ailton auftrat. 2006 kehrte er zu Bordeaux in die französische Heimat zurück.

1. Andreas Herzog

Andreas Herzog of Werder Bremen
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Die in Deutschland weit vorbereitete Annahme, dass Österreicher nicht Fußball spielen können, wurde von kaum einem Spieler so hart auf die Probe gestellt wie von Andreas Herzog. Der österreichische Rekordnationalspieler kickte von 1992 bis 1995 und von 1996 bis 2001 bei Werder Bremen.

Herzog und der SV Werder waren in den 90er-Jahren überaus erfolgreich. Demnach hat der offensive Mittelfeldspieler den UEFA-Cup-Sieg (1996), den deutschen Meistertitel (1993) und die beiden DFB-Pokal-Siege (1994 und 1999) auf der Visitenkarte stehen.

Insgesamt erzielte Herzog in 307 Werder-Pflichtspielen 72 Tore und gab zudem 85 Vorlagen. Damit ist er der beste Bremer Assistgeber aller Zeiten.


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