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Die Reaktionen zum Klassiker - "Bayern beweist, sie sind noch immer das Team, das es zu schlagen gilt"

Thorgan Hazard, David Alaba, Alphonso Davies
Pool/Getty Images

Am Dienstagabend fand das womöglich vorentscheidende Duell um die diesjährige Meisterschaft statt: Der FC Bayern bezwang Borussia Dortmund mit 0:1. Der BVB spielte zwar teilweise gut mit, entwickelte aber zu wenig Durchschlagskraft. Die Reaktionen der Beteiligten, im Netz und der internationalen Presse:

Mit einem knappen 1:0 konnte sich der FC Bayern am frühen Dienstagabend vor leeren Rängen gegen den eigenen Jäger Borussia Dortmund durchsetzen. Die zahlreichen großen Torchancen fehlten zwar, doch überzeugte das Spiel durch eine hohe Intensität und ein hohes Tempo.

Manchmal werden solche Spiele eben von genialen Momenten entschieden. Das war heute der Fall.

Mats Hummels

Favre und Hummels sehen ordentlichen BVB-Auftritt - Flick zufrieden, Kimmich glücklich

BVB-Coach Lucien Favre sah ein ordentliches Spiel seiner Mannschaft, aber auch Punkte zur Verbesserung: "Über 90 Minuten haben wir es richtig gut gemacht. Wir hätten aber mehr mit dem Ball beschleunigen müssen. Es hat ein wenig Präzision gefehlt und etwas mehr Bewegung. Wir hatten zu wenig Schüsse aufs Tor. Natürlich wissen wir, dass uns die Fans fehlen." Im Hinblick auf das Rennen um die Meisterschaft wollte Favre zwar noch nichts abschenken, doch hat Schwarz-Gelb einen großen Schritt verpasst: "Für den Titel wird es sehr schwer. Es sind sieben Punkte in sechs Spielen."

Kapitän Mats Hummels stimmte nach dem Spiel in einigen Aspekten mit seinem Trainer überein. Auch er war der Meinung, die Mannschaft habe "kein schlechtes Spiel hingelegt", am Ende habe "ein genialer Lupfer von Josh [Kimmich]" die Partie entschieden. Die kreierten Chancen seien zwar da, aber nicht groß genug gewesen. Sein Fazit: "Manchmal werden solche Spiele eben von genialen Momenten entschieden. Das war heute der Fall."

Lucien Favre
Nach dem Spiel erklärte Favre seine Sicht zur verlorenen Partie | Pool/Getty Images

Bezüglich des Titelkampfes fand Hummels deutlichere Worte als Favre: "Ich denke, damit sind alle anderen Mannschaften außer Bayern raus. Jetzt entscheiden nur noch die Bayern, ob sie es machen oder nicht." Durch sie sieben Punkte Abstand könne der BVB lediglich versuchen, alle Spiele zu gewinnen, während man auf mehrere Ausrutscher der Münchener hofft.

"Wenn nichts passiert, wird Bayern Meister", erklärte auch Emre Can, der erst zur zweiten Halbzeit für einen starken Thomas Delaney ins Spiel kam.

Bayern-Coach Hansi Flick zeigte sich zufrieden: "Wir haben uns vorgenommen, einen großen Schritt zu machen. Das ist uns gelungen. Wir haben viel Entschlossenheit gezeigt. Wir haben guten und schönen Fußball gespielt. Wir waren immer hellwach."

Torschütze Joshua Kimmich hatte sich "schon sehr gefreut" über den Sieg und sein sehenswertes Tor. Auch er betonte die nun geschaffene Ausgangslage: "Das war brutal wichtig, für Dortmund wird es mental ganz schwer, da dran zu bleiben. Natürlich müssen wir das die nächsten Spiele bestätigen. Aber wer das Spiel gesehen hat, der hat auch gesehen, dass es sehr intensiv war und dass wir uns die drei Punkte erarbeiten mussten."

Ausländige Presse mit Kimmich im Fokus - Zweikampf zwischen Lewandowski und Haaland verpufft

"Bayern beweist, sie sind noch immer das Team, das es zu schlagen gilt", titelt die spanische AS. Auch international ist jedem Fußball-Fan bewusst: Am FCB führt kein Weg vorbei, wenn die Meisterschaft das Ziel ist. Die Mundo Deportivo richtet den Fokus auf Kimmich und schreibt: "Der Bayern-Mittelfeldspieler entscheidet, dass der Klassiker zur Beinahe-Entscheidung für die Bundesliga wird."

Auch bei der britischen Times steht der 25-Jährige im Fokus: "Bayern München entscheidet den Titelkampf [fast] durch den unerwarteten Helden Joshua Kimmich." Der Telegraph stellt in der Überschrift das Duell zwischen den zwei Stürmern vor: "Robert Lewandowskis Präzision glänzt im Kampf gegen 'hungrigen Erling Haaland." Beide spielten im Spiel selbst jedoch nur kleinere Rollen. Haaland musste in der 72. Minute ausgewechselt werden, Lewandowski war mit einem Pfostenschuss am gefährlichsten - von Hummels wurde er weitestgehend im Zaum gehalten.

Netz-Reaktionen zum Spiel: Zwischen Elfer-Diskussionen und Titel-Träumen

Wie gewohnt sorgte die Partie auch unter den Fans in den sozialen Netzwerken für zahlreiche Diskussionen. Im Fokus stand natürlich die umstrittene Szene als Jerome Boateng den Ball von Haaland an den Ellenbogen geschossen bekam und er so den Schuss neben das Tor lenkte.

Abseits von der diskussionswürdigen Entscheidung seitens des Schiedsrichter-Teams, die es allerdings auch auf der anderen Seite mit einem starken Rempler gegen Lewandowski gab, richtete sich die Freude der FCB-Anhänger vor allem in Richtung Meisterschaft, während die Dortmunder diese Niederlage verdauen müssen.