Die Gründe für das Neuhaus-Aus in Bielefeld

Uwe Neuhaus musste Arminia Bielefeld verlassen
Uwe Neuhaus musste Arminia Bielefeld verlassen / Boris Streubel/Getty Images
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Die Freistellung von Uwe Neuhaus bei Arminia Bielefeld hat für viele verdutzte Gesichter und Verwunderung gesorgt, hat der Klub doch weiterhin reelle Chancen auf den Klassenerhalt. Blickt man auf die Hintergründe dieser Entscheidung, so entsteht ein etwas anderes Bild.

Man könnte meinen, Arminia Bielefeld wäre mit der aktuellen Ausgangslage in der Tabelle äußerst erfreut gewesen. Überhaupt Chancen auf den Klassenerhalt zu haben, das galt vor der Saison als eine Art Sensation. Und plötzlich wird mit Uwe Neuhaus der Trainer freigestellt, der den Klub nicht nur stabilisiert, sondern sogar zum Aufstieg geführt hat.

Es gab viel Verwunderung um die Entscheidung des Vereins, viel Kritik und fragende Gesichter. Anscheinend gab es intern aber diverse Schwierigkeiten rund um den Coach, weshalb man sich dazu entschied, die für den Sommer angedachte Trennung nun vorziehen zu müssen.

Sport-Geschäftsführer Samir Arabi wehrte sich gegen Vorwürfe
Sport-Geschäftsführer Samir Arabi wehrte sich gegen Vorwürfe / Thomas F. Starke/Getty Images

Taktik-Sturheit und fehlende Kommunikation - die Hintergründe zum Neuhaus-Aus

Am Mittwoch berichten Sport Bild und Bild über die Gründe, die hinter der Freistellung stehen. Demnach habe es schon im Umgang mit der Mannschaft Komplikationen, Unverständnis und fehlende Einsicht gegeben. Beim Vorstoß einiger Spieler, gegen den BVB müsse die Taktik überdacht werden, stießen sie auf taube Ohren. Der Vorschlag, konsequenter und aggressiver agieren zu müssen, wurde nicht gehört. Ein Spieler soll den Raum vorzeitig verlassen haben mit dem Hinweis, er könnte "kotzen".

Ohnehin scheint in der Kommunikation einiges im Argen gelegen zu haben. Intern wurde kritisiert, dass Neuhaus kaum mit den jeweiligen Spielern einzeln sprach. Das Magazin nennt das Beispiel Arne Maier: Der 22-Jährige, für diese Saison von Hertha BSC ausgeliehen, war vor einigen Wochen auf einer privaten Trauerfeier in Berlin. Der Trainer orderte ihn zurück, berief ihn dann nicht einmal in den Kader - ohne zuvor ein Wort mit ihm zu wechseln. Ähnliche, ebenfalls nicht kommunizierte Kader-Entscheidungen seien der Mannschaft sauer aufgestoßen.

Uwe Neuhaus stoll intern auf eine Menge Kritik gestoßen sein
Uwe Neuhaus stoll intern auf eine Menge Kritik gestoßen sein / Pool/Getty Images

Es heißt, der 61-jährige Coach hätte eigentlich nur mit Kapitän Fabian Klos ein gutes und vor allem kommunikatives Verhältnis gepflegt. Mit ihm habe er sich regelmäßig ausgetauscht.

Wiederum ein weiterer Kritikpunkt der Bielefeld-Bosse sei es gewesen, dass Neuhaus so selten auf jüngere Spieler gesetzt habe. Zum Teil habe er sie sogar beim Training auf einen anderen Platz geschickt, weil er sie entweder nicht einzubinden wusste oder es schlichtweg nicht wollte. Schon im Dezember habe sich der gebürtige Hattinger vor der Vereinsführung erklären müssen, eine Schonfrist war die Folge. Mit seinem Aus und der Einstellung von Frank Kramer endete sie.