Die 10 Momente, die Maradona zur Legende gemacht haben

Yannik Möller
Die Weltmeisterschaft 1986 gehört zu den größten Momenten von Diego Maradona
Die Weltmeisterschaft 1986 gehört zu den größten Momenten von Diego Maradona / El Grafico/Getty Images
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Die Nachricht vom Tode Diego Maradonas hat am Mittwoch nicht nur die Fußballwelt erschüttert. Der Argentinier war, so die Meinung vieler, nicht nur der beste Fußballer - sondern ein großer Name und eine Legende des Sports. Diese Legende haben verschiedene Momente genährt, 90min gibt einen Überblick.

"Der Goldjunge", so ein Spitzname von Diego Maradona, hat vor allem in seiner Zeit als Spieler große Spuren und Fußabdrücke in der Fußball-Welt hinterlassen. Besonders in den 1980er Jahren baute er sich eine beeindruckende Karriere mit beeindruckenden Erfolgen, Titeln und Auszeichnungen auf. Hier sind zehn Momente, die auf ewig mit der Legende Maradona verbunden werden.

10. Der große Anfang in Argentinien

Diego Maradona beginnt seine Karriere bei den Argentinos Juniors
Diego Maradona beginnt seine Karriere bei den Argentinos Juniors / Getty Images/Getty Images

Maradona war nicht einmal 16 Jahre alt, als er als jüngster Spieler am 20. Oktober 1976 sein Debüt in einem Spiel der Ersten Liga Argentiniens gab. Dieses Debüt fand gegen Talleres de Cordoba statt, was aus Sicht der Argentinos Juniors, bei denen er seine Karriere startete, mit einem 0:1 endete. Ungeachtet des Ergebnisses wusste Maradona direkt zu beeindrucken.

Somit legte der junge Spieler mit der Nummer zehn auf dem Rücken, so brillant in seinen Berührungen und den Ball perfekt im Griff, den Grundstein. In Argentinien wusste man sofort, dass man Zeuge bei der Entstehung eines wahren Phänomens war. In seinen fünf Jahren bei seinem ersten Verein absolvierte er 167 Spiele, in denen er bereits 116 Tore erzielen konnte.


9. U20-Weltmeister mit Argentinien im Jahr 1979

Maradona feiert den WM-Titel mit der U20-Auswahl
Maradona feiert den WM-Titel mit der U20-Auswahl

Zur Weltmeisterschaft 1978 wurde Maradona für die A-Nationalelf Argentiniens noch nicht berücksichtigt, doch ein Jahr später konnte er dieses Versäumnis mit der U20-Auswahl ausgleichen. Als der Techniker schlechthin holte der Goldjunge unter der Führung von Trainer Cesar Menotti sogar den Titel.

Rückblickend wenig überraschend zum besten Spieler des Turniers gewählt, fing Maradona an, sich seine Bedeutung zu erarbeiten. Eine Maschine geriet ins Rollen...


8. Der Wechsel zu Boca Juniors

Der Wechsel zu den Boca Juniors leitet eine große Karriere ein
Der Wechsel zu den Boca Juniors leitet eine große Karriere ein

Die Fähigkeiten Maradonas blieben schon in dessen jungen Jahren niemandem verborgen, schon gar nicht den Boca Juniors. Der amtierende Meister zog die Nummer zehn 1981 an. Der 1,65 Meter große Spielmacher erfüllte sich einen wahren Traum, als er im Alter von gerade einmal 20 Jahren zu diesem legendären Verein wechselte.

Es war schon zu diesem Zeitpunkt schon klar, dass sich eine große Laufbahn ankündigte. Bei den Juniors wurde er zudem schon als bester argentinischer Spieler ausgezeichnet. Sein Status begann zu wachsen.


7. Barcelona führt ihn nach Europa

Für Barcelona spielte Maradona zwischen 1982 und 1984
Für Barcelona spielte Maradona zwischen 1982 und 1984 / Alessandro Sabattini/Getty Images

Nach nur zwei Jahren verließ Maradona die Boca Juniors und Argentinien zu Beginn der Weltmeisterschaft 1982, der Weg führte ihn zum FC Barcelona. Es war eine neue, große Herausforderungen mit den großen Reizen eines europäischen Top-Klubs, wenn auch nicht immer alles erfolgreich werden sollte.

Auch in Katalonien zweifelte niemand daran, dass es sich hier um einen sehr talentierten Spieler handelte. Doch aus verschiedenen Gründen hatte der Argentinier es schwer, sich durchzusetzen. Zum einen kämpfte er vor seinem Start mit einer Hepatitis.

Im Spiel gegen Bilbao wird er von Andoni Goikoetxea, einem als nahezu blutrünstig bekannten Abwehrspieler, brutal gefoult - ein Knöchel bricht sogar. 1984 kommt es zur Rache Maradonas, der im Finale der Copa del Rey einen Kampf auslöst und selbst mehrmals zutritt und eine Kopfnuss verteilt. Das Ende in Barcelona.


6. Neapel eilt zur Rettung

In Neapel war Maradona eine lebende Legende
In Neapel war Maradona eine lebende Legende

Im Sommer 1984 wechselt der Star der Albiceleste nach Neapel. Für viele Beobachter war es ein Rückschritt für den damals 23-Jährigen. Maradona war gewillt und motiviert, diesen Kritikern das Gegenteil zu beweisen - er sollte die Mannschaft in ein Spitzenteam verwandeln.

Auf dem Höhepunkt sorgte er entscheidend mit dafür, dass Neapel zweimal Meister der Serie A wurde (1987 und 1990), den italienischen Pokal gewann und sich auch den UEFA-Pokal (1989) sichern konnte. Mit stolzen 115 Toren in 259 Spielen war er an den Erfolgen maßgeblich beteiligt. Die Fans und Anhänger machten Maradona daraufhin zu einem Gott. Ein Mythos entwickelte sich.


5. Argentinien vs. England 1986 - ein Schlüsselmoment

Der Weltmeistertitel 1986 war einer der ganz großen Höhepunkte
Der Weltmeistertitel 1986 war einer der ganz großen Höhepunkte

Während Maradona für Neapel glänzte, tat er das auch für die Nationalmannschaft. Der Anführer der Offensive Argentiniens führte sein Team nicht nur zur Weltmeisterschaft 1986, sondern auch an die Weltspitze.

Im Viertelfinale gegen England war er entscheidend am Erfolg beteiligt, indem er einen Kopfball (siehe Punkt vier) verwandelte und anschließend noch einen Treffer erzielte, der als "Tor des Jahrhunderts" betitelt wurde, nachdem er mehrere Gegenspieler wie Slalomstangen stehen ließ.

Nur wenige Tage später wiederholte der schnelle Offensivspieler seine Leistung auch gegen Belgien im Halbfinale, erneut gespickt mit seinen Dribbelkünsten. Auch hier war der Sieg Argentiniens ihm zu verdanken.


4. "Die Hand Gottes"

"Die Hand Gottes" - Maradonas berühmtes Hand-Kopfball-Tor
"Die Hand Gottes" - Maradonas berühmtes Hand-Kopfball-Tor / El Grafico/Getty Images

Das Kopfball-Tor, von dem im Punkt zuvor die Rede ist, war natürlich kein normales Tor mit dem Kopf. Im Spiel gegen England täuschte er die Schiedsrichter, in dem er eine hohe Hereingabe einfach mit der linken Hand ins Tor bugsierte.

Eine perfekt gelungene Täuschung, die natürlich in Zeiten des Video-Assistenten niemals geglückt und zum Klassiker geworden wäre. Dennoch sicherte auch dieser Treffer den Erfolg Argentiniens, die am Ende sogar Weltmeister wurden. So war Maradonas Zusatz mit "der Hand Gottes" geboren.


3. Maradona schaltet Italien bei der WM 1990 aus

Mit dem WM-Halbfinale 1990 macht sich Maradona keine italienischen Freunde
Mit dem WM-Halbfinale 1990 macht sich Maradona keine italienischen Freunde / Alessandro Sabattini/Getty Images

Als Legende in seinem Verein hat Maradona selbstverständlich auch seinen Status in der Nationalelf verdient gehabt. Das galt umso mehr, als er die Albiceleste ins Finale der WM 1990 schoss - ausgerechnet er schoss den entscheidenen Elfmeter im Elferschießen, ausgerechnet gegen seine zweite Heimat, Italien.

Es war ein Elfmeter, der die italienischen Fans schmerzte und der Liebe zu Maradona eine Pause verpasste. Als Argentinien im Finale gegen Deutschland verlor, pfiffen die anwesenden Italiener während der Hymne, woraufhin sie vom Goldjungen im Gegenzug die ein oder andere Beleidigung einstecken mussten.


2. Maradona wird positiv auf Kokain getestet

Mit dem positiven Test auf Koks beginnt der Niedergang Maradonas
Mit dem positiven Test auf Koks beginnt der Niedergang Maradonas

Die Legende Maradona besteht allerdings, wie überall bekannt, nicht nur durch seine Fähigkeiten auf dem Platz. Sein Charakter sorgte häufig für Aufsehen und Ärger, womit er auch einige Zuschauer und Fans gegen sich aufbrachte. Im Jahr 1991 begann auch ein sehr dunkles Kapitel für ihn, als er am 17. März positiv auf Kokain getestet wurde.

Von diesem Zeitpunkt an erhielt er für 15 Monate ein Fußball-Verbot, das er im argentinischen Exil verbrachte. Nie wieder sollte er das Trikot Neapels tragen. Am 26. April 1991 wurde er bei der Durchsuchung des Hauses seines Schwagers nach Drogen von der Polizei verhaftet.


1. Ein trauriges Ende...

Die letzten Jahre in Maradonas Karriere waren oftmals traurig mitanzusehen
Die letzten Jahre in Maradonas Karriere waren oftmals traurig mitanzusehen / Marcos Brindicci/Getty Images

Es war eine nur schwer zu verdauende Zeit, in welcher der Argentinier auch seinen sportlichen Niedergang erlebte. Trotz des Versuchs, seine Karriere zwischen 1992 und 1993 in Sevilla wiederzubeleben, kehrte Maradona ohne Erfolg zu den Boca Juniors und anschließend zu Newell's Old Boys zurück. An der WM 1994 nahm er noch trotz Übergewicht teil.

Ausgeschlossen wurde er von diesem Turnier, nachdem er positiv auf Ephedrin getestet wurde, eine weitere Droge. Drei Jahre später hing er seine Schuhe an den Nagel.

Durch ernsthafte Gesundheitsprobleme und ein Problem mit Übergewicht hatte Maradona einen schweren Start ins neue Jahrtausend. Etwas besser lief es wieder, als er Trainer wurde. Er war es, der für Lionel Messi im Kader Argentiniens war.

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