DFB-Frauen

"Runde Sache" - Männer-Nationalmannschaft trägt Frauentrikot gegen England

Helene Altgelt
Das Trikot des DFB-Frauenteams
Das Trikot des DFB-Frauenteams / Srdjan Stevanovic/GettyImages
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Die DFB-Frauen bereiten sich derzeit in Frankfurt auf die Frauen-EM 2022 vor, die im Juli in England stattfinden wird. Um darauf aufmerksam zu machen und ihre Unterstützung auszudrücken, werden die Männer des DFB das Frauentrikot im Länderspiel gegen England tragen. Das Frankfurter Duo Merle Frohms, Nummer eins auf der Torwartposition, und Verteidigerin Sara Doorsoun sprach auf der Pressekonferenz außerdem über die Saison der Eintracht, ihre Ambitionen und den Konkurrenzkampf im Team.


Männer-Nationalmannschaft in Frauentrikots gegen England

Kurz vor der Männer-EM 2021 hatten die DFB-Frauen als symbolische Unterstützung die schwarzen Trikots des Herrenteams getragen. Jetzt gibt die Männer-Nationalmannschaft den Gefallen zurück: Heute gegen England in der Nations League trägt die Elf von Hansi Flick das kürzlich vorgestellte schlichte weiße Trikot für die Frauen-EM.

Frohms und Doorsoun freuen sich über diese symbolische Unterstützung: "Das zeigt nochmal, das wir ein Team sind, ein Verband", erklärte Frohms. "Eine runde Sache" ist die Aktion, wie Doorsoun findet.

Champions-League-Qualifikation gibt Selbstvertrauen

Auch auf Klubebene durften sich die beiden zuletzt freuen: Die Frankfurter Eintracht konnte sich den dritten Platz in der Bundesliga und die damit verbundene Champions-League-Qualifikation sichern. Auf den letzten Metern überholte Frankfurt noch Turbine Potsdam und belohnte sich damit für eine starke Saison. Für Doorsoun und Frohms brachte das viel Selbstvertrauen und die beiden wollen nun an die guten Leistungen anknüpfen, so Frohms.

Das Selbstvertrauen ist auch für den Konkurrenzkampf notwendig, denn der von Martina Voss-Tecklenburg aufgestellte Kader ist nur vorläufig. Von den 28 nominierten Spielerinnen werden fünf nicht mit nach England reisen. Frohms hat dabei wenig zu befürchten, schließlich ist die 28-Jährige als Nummer eins im Tor bereits gesetzt. Das brachte ihr auch für die Klubsaison Sicherheit: "Mir war immer bewusst, dass, wenn ich bei mir bleibe und mich darauf konzentriere, was ich der Mannschaft bieten kann, ich das Turnier spielen werde. Es stärkt einen wahnsinnig, wenn man das Vertrauen der Bundestrainerin hat."

Doorsoun hat keine Angst vor Konkurrenzkampf - Schritt nach Frankfurt war richtig

Auf der Innenverteidiger-Position ist dagegen der Konkurrenzkampf spannend. Neben Doorsoun stehen auch Sophia Kleinherne, Jana Feldkamp, Marina Hegering und Kathrin Hendrich auf der Position im Kader. Doorsoun geht die Herausforderung mit Respekt an, zählt aber auch auf ihre Stärken: "Ich habe keine Angst. Ich bin hier um meine beste Leistung zu zeigen, auf die finale Entscheidung habe ich danach keinen Einfluss. Ich bin wahnsinnig stolz, zum Kader zu gehören und versuche, mich anzubieten."

Dass sie im vorläufigen Kader steht, liegt zum Teil auch an ihrem Wechsel in der Winterpause zur Eintracht. Bei Wolfsburg war sie unter dem neuen Trainer Tommy Stroot wenig zum Zug gekommen, hatte in der Hinrunde nur 200 Minuten gespielt. Den Schritt zu Frankfurt, mit dem Wunsch, eine wichtigere Rolle einzunehmen und sich für die Nationalmannschaft zu bewerben, bewertet sie im Nachhinein positiv: "Die Nominierung bestätigt, dass ich wenig falsch gemacht habe".

Große Konkurrenz bei EM - Titel ist das Ziel

Mit Blick auf die EM hoben beide die positive Entwicklung des Frauenfußballs hervor: In den letzten Jahren sei die Spitze näher zusammengerückt und kleinere Nationen hätten aufgeholt. Anders als in den letzten Jahren sei es nun bei fünf oder sechs Teams nicht überraschend, wenn sie siegen würden, so Frohms. Doorsoun sieht Spanien mit ihrem schönen Fußball und den England wegen des Heimvorteils als Favoriten, aber auch viele andere Teams haben Chancen.

Trotz der starken Konkurrenz haben beide für die EM das klare Ziel im Blick: "Wir wollen den Titel holen, ganz klar", verkündete Doorsoun. Dafür sei auch die Mentalität ein Schlüsselfaktor: Beide wollen sich nicht von dem Druck und der Außenwahrnehmung beeinflussen lassen. Doorsoun dazu: "Wir wissen, was für Stärken wir haben und was wir für ein Team sein können."

Am Montag sprachen bereits Giulia Gwinn und Sophia Kleinherne auf der Pressekonferenz, die Zusammenfassung findet ihr hier.


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