DFB-Team

DFB-Team: Die beste Aufstellung unter Hansi Flick

Dominik Hager
Hansi Flick ist zurück beim DFB und könnte einige Änderungen vornehmen
Hansi Flick ist zurück beim DFB und könnte einige Änderungen vornehmen / Alexander Hassenstein/Getty Images
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Hansi Flick steht vor seiner Feuertaufe als DFB-Cheftrainer. Der Nachfolger von Joachim Löw muss auf dem Weg zur WM 2022 zunächst die Qualifikation erfolgreich hinter sich bringen. Es ist zu erwarten, dass der ehemalige Bayern-Coach im Vergleich zu seinem Vorgänger auch die eine oder andere Veränderung durchführt. Hier ist die voraussichtliche Startelf, die sich Flick im Hinblick auf die nächsten Monate und die WM in den Kopf gesetzt haben könnte.


1. Tor

Manuel Neuer
JOHN THYS/Getty Images

Im Tor ist keine Veränderung zu erwarten. Manuel Neuer ist weiterhin die Nummer eins. Sobald Marc-André ter Stegen nach seiner Verletzungspause wieder bei Kräften ist, wird er weiterhin der erste Neuer-Vertreter bleiben. Eine Veränderung im Tor dürfte es frühestens nach der WM 2022 geben.

2. Abwehr: Rückt Baku in die Startelf?

Ridle Baku
Soccrates Images/Getty Images

In der Abwehr ist die größte Umstellung voraussichtlich das System. Es ist jedenfalls nicht damit zu rechnen, dass Hansi Flick mit einer Fünferkette plant. Bereits bei den Bayern hat er an der Viererkette zu jeder Zeit festgehalten.

Erster Anwärter für die Rechtsverteidiger-Position ist Ridle Baku. Im Gegensatz zu Löw scheut Flick nicht das Risiko, zwei offensiv ausgerichtete Außenverteidiger auflaufen zu lassen. Dem U21-Europameister gehört ganz klar die Zukunft, da er perspektivisch der beste deutsche Rechtsverteidiger ist. Dies hat er im Junioren-Nationalteam und beim VfL Wolfsburg bewiesen.

Den anderen Außenverteidigern wie Klostermann oder Henrichs fehlen dann doch ein paar Prozent, während Süle oder Ginter auf rechts auch nur Notlösungen wären.

In der Innenverteidigung wird der Konkurrenzkampf umso spannender. Mit Antonio Rüdiger, Matthias Ginter, Mats Hummels, Niklas Süle und Jérôme Boateng haben fünf Verteidiger Stammplatz-Chancen.

Prognosen sind kaum zu treffen. Für Jérôme Boateng wird es erst mal darum gehen, sich bei seinem neuen Verein Olympique Lyon einzufinden. Spult er dann ähnlich starke Leistungen wie bei den Bayern ab, wird er sicherlich in den Kader zurückkehren. Flick weiß schließlich, wie stark der 32-Jährige in Top-Form ist.

Mats Hummels könnte im Duell der Routiniers durchaus den Kürzeren ziehen. Der Dortmunder klagt zudem häufig über Verletzungsprobleme und zunehmende Geschwindigkeits-Defizite.

Niklas Süle kann im Gegensatz zu Boateng nicht unbedingt auf eine überragende Zusammenarbeit mit Hansi Flick zurückblicken. Setzt sich der Abwehr-Hüne bei den Münchnern aber dauerhaft durch, hat er plötzlich wieder beste Karten im DFB-Team.

Matthias Ginter und Antonio Rüdiger haben den Vorteil, dass sie in ihren Klubs absolut gesetzt und 2022 im besten Fußball-Alter sind. Die besseren Stammplatz-Chancen dürfte Rüdiger haben, da er bei einem Spitzenklub spielt und international mehr Top-Spiele abgeliefert hat. Ginter könnte auch zu einem Verlierer des Trainerwechsels werden, da Joachim Löw in Vergangenheit immer sehr von ihm geschwärmt hat.

Laut Sport-Bild-Angaben ist Rüdiger als Führungsspieler eingeplant, wohingegen sich der aktuell an Corona erkrankte Ginter ebenfalls dahingehend entwickeln könnte.

Stand jetzt haben mutmaßlich Rüdiger und Süle die besten Karten. Beide werden die ersten drei Qualispiele wohl von Beginn an absolvieren und können ihren Platz festigen, da Ginter, Hummels und Boateng aus verschiedenen Gründen fehlen. Dies kann sich bis zur WM aber noch drastisch ändern.

Auf der Linksverteidiger-Position ist die Ausgangslage hingegen einfacher. Robin Gosens ist zwar nicht über alle Zweifel erhaben, hat sich in der DFB-Elf aber festgespielt. Wirklich starke Konkurrenz ist nicht in Sicht.

Der neu nominierte David Raum muss sich zunächst in der Bundesliga und in der Nationalmannschaft beweisen. Es ist eher unwahrscheinlich, dass der Hoffenheimer Gosens aus der ersten Elf verdrängen kann.

3. Mittelfeld: Kimmich und Goretzka übernehmen die Zentrale

Joshua Kimmich, Leon Goretzka
Alexander Hassenstein/Getty Images

Im Mittelfeld spricht natürlich einiges für die Kombination Kimmich & Goretzka. Hansi Flick hat das perfekt harmonierende Duo bei den Bayern schließlich groß gemacht. Demnach wird er auch nicht den gleichen Fehler wie Joachim Löw machen und das Gespann sprengen.

Nach dem Rücktritt von Toni Kroos hat Flick hierbei natürlich auch leichteres Spiel. Der einzig klare Herausforderer für das Bayern-Duo ist Stand jetzt İlkay Gündoğan. Der 56-Jährige soll vom Manchester-City-Profi sehr angetan sein und konnte diesen von einer Fortsetzung seiner DFB-Karriere überzeugen. Allerdings wird der 30-Jährige wohl nur dritter Mann im Zentrum sein.

Außenseiterchancen hat auch Florian Neuhaus. Der Gladbacher wird aber noch einige Entwicklungsschritte machen müssen, um Kimmich & Goretzka ernsthaft gefährden zu können.

4. Konkurrenzkampf auf den Flügeln: Musiala auf dem Weg zum Stammspieler

Musiala
CHRISTOF STACHE/Getty Images

Unter Hansi Flick dürfte Thomas Müller im 4-2-3-1-System wieder auf die Zehn rücken und die Position bis einschließlich der WM 2022 sicher haben.

Auf den Flügeln tobt hingegen der Konkurrenzkampf. Die besten Karten hat aktuell wohl Serge Gnabry, der unter Flick aber auch nicht immer überzeugen konnte. Leroy Sané könnte seinen Kollegen sowohl bei den Bayern als auch bei der Nationalelf wieder überholen.

Hansi Flick sprach dem formschwachen Flügelspieler auf der PK das Vertrauen aus. "Gerade in dieser Phase ist es wichtig, dass er unsere Unterstützung bekommt. Wir halten an ihm fest, wir vertrauen ihm. Er hat eine enorme Qualität, die uns weiterbringt. Und die möchten wir von ihm sehen," erklärte er auf Sané angesprochen.

Auf der Überholspur befindet sich auch Jamal Musiala. Macht der Youngster so weiter wie aktuell, könnte er Startelfchancen unter Förderer Flick haben.

Doch auch Marco Reus könnte wieder eine größere Rolle spielen. Der BVB-Star ist laut Flick "einer der besten Spieler im letzten Drittel". Allerdings hat Reus bereits ein großes Turnier sausen lassen und plagt sich immer wieder mit Verletzungen herum. Ob Flick wirklich mit einem Reus, der sich langsam aber sicher im Herbst seiner Karriere befindet, als Stammspieler plant, darf angezweifelt werden.

Mit in der Verlosung ist sicherlich auch Florian Wirtz. Der Leverkusener wird unter Flick sicherlich schon bald zu längeren Einsatzzeiten kommen, wenn er an seine Leistungen anknüpfen kann.

Aktuell haben womöglich Gnabry und Musiala die besten Chancen, in den nächsten Monaten die Flügeloptionen Nummer eins und zwei zu sein.

Im Angriff wird mutmaßlich Kai Havertz als falsche Neun auflaufen. Ganz ideal ist die Position für den Chelsea-Star nicht, allerdings ist kein Stürmer in Sicht, der in den nächsten eineinhalb Jahren bereit für die Rolle ist. Kann Havertz seinen Stammplatz in London festigen, läuft kein Weg an ihm vorbei.

Der Chelsea-Star würde an einem Stammplatz in vorderster Front durchaus Gefallen finden. "Ich mag die Position als Mittelstürmer in der Box, im Sechzehner. Offensiv in die Spitze zu stoßen, Tore zu machen. Das wäre eine Position, die mir gefallen würde", wird der Offensivspieler von der Sport Bild zitiert.

Für Timo Werner sieht es hingegen nicht ganz so toll aus, da ihm bei den Blues Lukaku vor die Nase gesetzt wurde. Das hat sicherlich auch Auswirkungen auf sein Standing in der DFB-Elf.

Mission WM-Titel 2022: Die beste Aufstellung von Hansi Flick

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