DFB-Pokalfinale 2009: Als Labbadia Bernd Schneider den letzten großen Auftritt verwehrte!

Ross Kinnaird/Getty Images
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Vor ziemlich genau 11 Jahren bestritt der 81-fache Nationalspieler Bernd Schneider sein letztes Bundesliga-Spiel. Beim 5:0-Kantersieg von Bayer Leverkusen über abstiegsbedrohte Gladbacher (Schneider wurde kurz vor Schluss eingewechselt) konnte sich die Truppe von Bruno Labbadia am vorletzten Spieltag der Saison 2008/09 noch mal zu einer starken Leistung aufraffen. Der Blick ging aber damals schon in Richtung Berlin.

Denn nur noch über den Pokal hatte Bayer Leverkusen in jener Spielzeit die Chance, sich für den Europapokal zu qualifizieren. Das Spiel gegen den rheinischen Rivalen wurde spöttisch zum "Kampf um die Goldene Ananas" ausgerufen. Doch auch der 5:0-Sieg (der erste Sieg von insgesamt acht Spielen, die Bayer damals wegen Umbauarbeiten in seinem eigenen Stadion in der Düsseldorfer LTU-Arena absolvieren musste) konnte eine insgesamt enttäuschende Liga-Saison nicht kaschieren. Fast wie zur Bestätigung gingen die Bayer-Kicker dann auch eine Woche später, beim Saison-Finale, 0:3 in Cottbus unter.

Vor dem anstehenden Pokalfinale in Berlin, in dem Werder Bremen als Gegner wartete, war also ordentlich Feuer unter dem Bayer-Kreuz. Und dies fachte Labbadia dann auch noch mit einer Art Brandrede an. Einen Tag vor dem Spiel gegen die Bremer wagte Labbadia, via Interview, einfach mal den verbalen Rundumschlag - und forderte: "Wir müssen raus aus der Komfortzone." In der es sich, in seinen Augen, seine Spieler schon seit zu langer Zeit gemütlich gemacht hatten. Zudem bemängelte Labbadia "fehlende Unterstützung von Seiten der Klubführung".

Dass der Bayer-Coach bei seiner Kritik wohl auch ganz speziell Bernd Schneider vor Augen hatte, wurde einen Tag später deutlich. Denn da ließ Labbadia Schneider über die gesamte Spielzeit auf der Bank schmoren. Dass Labbadia zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch Trainer der Werkself war, war wohl einzig und allein der Passivität der Leverkusener Verantwortlichen geschuldet. Statt vor die Tür gesetzt zu werden, wie es im Vorfeld des Finales viele Medien erwartet hatten, durfte Labbadia im Olympiastadion auf der Bayer-Bank sitzen. Für Schneider ein Fehler: "Man hätte das anders machen sollen."

Schneider im Pokalfinale 90 Minuten auf der Bank

Haben sie aber nicht. Und vielleicht auch deshalb verlor Bayer, wo immerhin Spieler wie Toni Kroos agierten, damals 0:1 (Tor: Özil). Und wohl auch aufgrund des Fehlens von Bernd Schneider. Der antwortet auf die Frage, warum er damals nicht zum Einsatz kam, vielsagend: "Das habe ich mich auch gefragt." Und nicht nur Schneider, sondern auch der Gegner war verblüfft. "Torsten Frings kam nach dem Spiel zu mir und fragte mich das auch", erinnert sich Schneider. "Er meinte, dass Sie ganz schön Bammel davor hatten, wenn ich gespielt hätte." (Zitat via mopo.de)

Ohne "Schnix" verlor Bayer das Pokalfinale gegen Werder
Ohne "Schnix" verlor Bayer das Pokalfinale gegen Werder / NIGEL TREBLIN/Getty Images

So aber blieb Schneider der letzte Auftritt auf der ganz großen Fußball-Bühne am Ende versagt.