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DFB-Pokal-Sensationen: Die größten Pokalüberraschungen seit 2000

Janne Negelen
2012 leistete sich Hoffenheim einen ordentlichen Fauxpas
2012 leistete sich Hoffenheim einen ordentlichen Fauxpas / DPA/Getty Images
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Der DFB-Pokal hat eigene Gesetze und Geschichten. Am Mittwochabend kam eine weitere hinzu, die wohl zu den größten Überraschungen der letzten Jahre gezählt werden kann. In den vergangenen 20 Jahren gab es einige überwältigende Spiele. Das sind die größten Pokalsensationen seit dem Jahr 2000.


1. 2000/01: 1. FC Magdeburg - Bayern München (4:2 i.E. - 2. Runde)

Das letzte Mal mussten die Bayern unter Hitzfeld so früh die Segel streichen
Das letzte Mal mussten die Bayern unter Hitzfeld so früh die Segel streichen / TIMM SCHAMBERGER/Getty Images

Den Anfang machen die Bayern. Letztmalig in der zweiten Runde ausgeschieden ist der Rekordtitelträger vor etwas mehr als 20 Jahren. Im Duell mit dem 1. FC Magdeburg waren die großen Stars um Carsten Jancker oder Willy Sagnol zu nervös. So rettete sich Magdeburg ins Elfmeterschießen, wo die knappe Sensation perfekt gemacht wurde.

2. 2019/20: 1. FC Saarbrücken - Fortuna Düsseldorf (7:6 i.E. - Viertelfinale)

Batz erarbeitete sich einen Heldenstatus
Batz erarbeitete sich einen Heldenstatus / Christof Koepsel/Getty Images

Enorm spannend wurde es auch zwischen dem Regionalligisten aus Saarbürcken und den hochfavorisierten Düsseldorfern. Vor knapp einem Jahr gab es das ungleiche Duell im Viertelfinale des Pokals. Bis zum Ende der Verlängerung war es eine enorm kämpferische Angelegenheit. Im Elfmeterschießen avancierte Daniel Batz mit vier gehaltenen Strafstößen zum Held des Abends. Vorher stand noch nie ein Viertligist im Halbfinale.

3. 2005/06: FC St. Pauli - Werder Bremen (3:1 - Viertelfinale)

Für Werder gab es ein ernüchterndes Pokalaus
Für Werder gab es ein ernüchterndes Pokalaus / Laurence Griffiths/Getty Images

Im Millerntor-Stadion feierte der FC St. Pauli seinen bisher größten Pokaltriumph. Gegen den Top-Favoriten aus Bremen sah es für die Hamburger schon nach wenigen Minuten bestens aus. Werder kam lange nicht mit der Leidenschaft zurecht. Dazu waren die Platzverhältnisse durch starken Schneefall arg mitgenommen. Pauli machte sich dies zum Vorteil und zog durch ein 3:1 ins Halbfinale ein.

4. 2014/15: Arminia Bielefeld - Borussia Mönchengladbach (5:4 i.E. - Viertelfinale)

Auf der Alm kam es zu einem Herzschlagfinale
Auf der Alm kam es zu einem Herzschlagfinale / Stuart Franklin/Getty Images

Auch ein Drittligist machte mächtig von sich zu reden. Arminia Bielefeld schlug sich 2014/15 bis zum Viertelfinale enorm wacker. Dort wartete Borussia Mönchengladbach, das die Gastgeber spielerisch aber nicht überwinden konnte. Auch dieses Duell sah den Sieger im Elfmeterschießen. Dort gewannen die Arminen knapp und krönten sich für eine kämpferische Leistung.

5. 2015/16: Carl-Zeiss Jena - Hamburger SV (3:2 i.V. - 1. Runde)

Die Hamburger konnten das frühe Aus nicht verhindern
Die Hamburger konnten das frühe Aus nicht verhindern / PATRIK STOLLARZ/Getty Images

In den vergangenen Jahren bekleckerte sich der Hamburger SV nicht gerade mit Pokalruhm. Auch 2015 war die Kampagne schnell vorbei, als der einstige Dino nicht mit der kämpferischen Einstellung von Jena mithalten konnte. Noch in der Verlängerung gelang den Gastgebern das entscheidende Tor.

6. 2000/01: VfB Stuttgart II - Eintracht Frankfurt (6:1 - 1. Runde)

Die vielleicht größte Blamage für einen Bundesligisten handelte sich Eintracht Frankfurt im Jahr 2000 ein. Als noch die zweiten Riegen der Bundesligisten an den Start gehen durfte, nutzte die U23-Auswahl des VfB Stuttgart die Gunst der Stunde. Vor 1.700 Zuschauern schossen die Schwaben die Eintracht regelrecht ab. Die Adler waren über das ganze Spiel hinweg erschreckend leblos.

7. 2012/13: Berliner AK - TSG Hoffenheim (4:0 - 1. Runde)

Hoffenheim hatte das klare Nachsehen
Hoffenheim hatte das klare Nachsehen / DPA/Getty Images

Eine faustdicke Überraschung feierte der Berliner AK vor über acht Jahren. Als Fünftligist stand die Begegnung mit der TSG aus Hoffenheim an. Vom Klassenunterschied war in der ersten Runde aber nicht zu sprechen. Ganz im Gegenteil, zerlegte der Traditionsklub die Gäste sogar in alle Einzelteile. Für die TSG war es ein rabenschwarzer Tag - insbesondere für den neuen Keeper: Tim Wiese.

8. 2020/21: Holstein Kiel - Bayern München (6:5 i.E. - 2. Runde)

Nach dem letzten Elfmeter feierte Kiel ausgelassen
Nach dem letzten Elfmeter feierte Kiel ausgelassen / Stuart Franklin/Getty Images

20 Jahre nach dem ersten Schock muss Bayern München erneut in der zweiten Runde die Hoffnungen aufgeben. Ein wahnsinnig engagiertes Holstein Kiel verlangte den Bayern alles ab. Zwar gingen die Münchener zwei Mal in Führung, doch unter anderem ein Tor im letzten Angriff brachte die Norddeutschen in die Verlängerung. Im Elfmeterschießen war erst der elfte Strafstoß ein Fehlschuss. Kiel machte alles klar und zog verdientermaßen in die dritte Runde ein.

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