"Habe mich geärgert": Rewe-Chef erklärt das Aus beim DFB

Yannik Möller
Rewe als Sponsor der Nationalmannschaft
Rewe als Sponsor der Nationalmannschaft / Adam Berry/GettyImages
facebooktwitterreddit

Inmitten der Weltmeisterschaft hat Rewe das Sponsoring der deutschen Nationalmannschaft aufgekündigt. Der Grund: Die fehlende Courage rund um die 'One Love'-Armbinde. Der Rewe-Chef erklärte nun die Hintergründe.


Insbesondere in Deutschland wurde eine riesige Debatte losgetreten, als klar wurde, dass die Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft nun doch ohne die 'One Love'-Kapitänsbinde auflaufen würde. Zumal diese Binde schon als ein Minimalkompromiss zwischen mehreren Teams galt.

Als Reaktion auf die verpasste Courage, entschied sich der Rewe-Konzern dazu, das Sponsoring des DFB-Teams vorzeitig zu beenden. Eine Aktion, die ebenso diskutiert wurde.

Rewe-Boss auch intern kritisiert: "Aber ich bereue es nicht"

Nun äußerte sich auch Rewe-Chef Lionel Souque zu dieser umstrittenen Entscheidung. Gegenüber dem Spiegel war es ihm wichtig zu betonen, dass dies eigentlich ein Zeichen gegen die FIFA sein sollte (via Sport1): "ein Problem ist die Entscheidung der FIFA und ihres Präsidenten Gianni Infantino. Nur habe ich mit der FIFA keinen Vertrag, ich kann nur beim DFB-Sponsoring ein Zeichen setzen."

Er habe sich an dem Abend und zu dem Zeitpunkt, als das Verbot seitens der FIFA ausgesprochen wurde, "tierisch aufgeregt". Sofort habe er sein Team kontaktiert und mit diesem besprochen, "dass ich da etwas tun will".

Entsprechend kam der Entschluss zustande: Der DFB wird Rewe als Sponsor und somit als Unterstützer verlieren.

Die Kritik am Konzern rührte auch daher, dass der gemeinsame Vertrag ohnehin zum Jahreswechsel - also nur einige Wochen später - ausgelaufen wäre. Von einer billigen PR-Aktion wollte Souque aber nichts wissen. Er habe den auslaufenden Vertrag nie verheimlicht. "Aber mir hat es einfach gereicht", erklärte er den vorzeitigen Schlussstrich.

Auch intern musste er dafür Kritik einstecken. Immerhin habe es "mehrere Millionen Euro" an Kosten gegeben, waren doch gerade erst die 600.000 Sammelalben gekauft worden. "Die haben wir auf unsere Kosten gratis an die Kunden gegeben", so Souque. "Aber ich bereue es nicht. Ich habe mich geärgert, wie so viele andere auch, mit dem Unterschied, dass ich etwas tun konnte."


Alles zum DFB bei 90min:

facebooktwitterreddit