Der HSV vor dem Winter-Transferfenster: Zwei Offensivspieler auf dem Zettel - ein Quartett kann gehen

Guido Müller
Hat den Markt im Blick: HSV-Sportvorstand Jonas Boldt
Hat den Markt im Blick: HSV-Sportvorstand Jonas Boldt / Pool/Getty Images
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Nichts muss, aber einiges kann - unter diesem Motto könnte man die Transfer-Bemühungen des HSV in diesem Corona-Winter 2020/21 zusammenfassen. Vor allem auf der Abgaben-Seite liegt der Fokus der Norddeutschen, die aber gleichzeitig nicht den Blick für eventuelle Verstärkungen verlieren.

Am kommenden Samstag, den 2. Januar 2021 öffnet das Winter-Transferfenster. Bis zum Ende des Monats haben dann die Klubs Zeit, ihre Kader neu zu formieren. Doch: "Der Markt im Winter ist schwer", gibt auch HSV-Sportvorstand Jonas Boldt unumwunden zu. (Quelle: mopo.de)

Und auf allzu viele positive Beispiele kann der Klub in den beiden Jahren seiner Zweitligazugehörigkeit tatsächlich nicht verweisen. Im Winter 2018 lieh der HSV den damaligen VfB Stuttgart-Profi Berkay Özcan aus, verpflichtete ihn ein gutes halbes Jahr später sogar fix. Doch nachhaltig überzeugen konnte der Deutsch-Türke während seiner Zeit in Hamburg keinen.

Mittlerweile hat Özcan beim Erdogan-Klub Basaksehir eine neue sportliche Heimat gefunden - und wird sogar mit Klubs aus der Premier League in Verbindung gebracht.

Im vergangenen Jahr dann angelte sich der Dino mit Jordan Beyer (Borussia Mönchengladbach), Louis Schaub (1.FC Köln) und Joel Pohjanpalo (Bayer Leverkusen) gleich drei Leihspieler, von denen aber lediglich Pohjanpalo (mit 9 Toren in 14 Spielen für die Rothosen) voll überzeugen konnte.

Dennoch hat man beim HSV den Markt natürlich im Blick. "Als ambitionierter Zweitligist", so Boldt, "hast du auch Luft nach oben. Wenn sich etwas ergibt, was wir für sinnvoll halten, dann schlagen wir zu. Stillstand ist immer Rückschritt. Wir halten die Ohren und Augen offen."

Thommy und Möller-Daehli auf der HSV-Liste

Die Bild-Zeitung bringt in diesem Zusammenhang den Namen von Stuttgarts Erik Thommy ins Spiel. Der technisch versierte und pfeilschnelle offensive Mittelfeldspieler ist bei den Schwaben momentan so etwas wie das fünfte Rad am Wagen. Der 26-Jährige kämpft nach seiner im August zugezogenen Ellbogen-Fraktur (die ihn eineinhalb Monate außer Gefecht setzte) um Anschluss im Kader des bislang stark aufspielenden Aufsteigers.

In der laufenden Spielzeit kam er deswegen auch noch zu keiner einzigen Minute Einsatzzeit. Für einen Mann, der seine Klasse in der Bundesliga schon unter Beweis gestellt hat, sicherlich zu wenig. Immerhin gelangen Thommy in seinen bisherigen 77 Auftritten im Oberhaus (für Fortuna Düsseldorf, VfB Stuttgart und FC Augsburg) 21 Scorer-Punkte (9 Treffer, 12 Vorlagen).

Mehr als die Hälfte davon gelangen dem gebürtigen Ulmer in der letzten Saison im Trikot der Fortuna, die er aber trotz seiner 11 Torbeteiligungen (6 Treffer, 5 Assists) nicht vor dem Gang in die Zweite Liga bewahren konnte.

Spielte letzte Saison für die Fortuna groß auf: Erik Thommy
Spielte letzte Saison für die Fortuna groß auf: Erik Thommy / Pool/Getty Images

Die Verpflichtung Thommys würde ein Upgrade für das Mittelfeld des HSV bedeuten, weil die Kombination aus Schnelligkeit, Technik und Torgefahr im aktuellen Kader der Rothosen nicht zu finden ist.

Die Bild bringt mit dem früheren Paulianer Mats Möller-Daehli einen weiteren Offensivspieler dieses Zuschnitts ins Gespräch. Der 25-jährige Norweger konnte vor allem im ersten Halbjahr der vergangenen Spielzeit derart überzeugen, dass er dem belgischen Spitzenklub KRC Genk im letzten winterlichen Transferfenster 2,5 Millionen Euro wert war.

Führt sein Weg wieder zurück nach Hamburg? Mats Möller-Daehli (re.), im Spiel des KRC Genk beim KV Mechelen
Führt sein Weg wieder zurück nach Hamburg? Mats Möller-Daehli (re.), im Spiel des KRC Genk beim KV Mechelen / Isosport/MB Media/Getty Images

Amaechi und David sollen verliehen werden

Wie gesagt - nichts muss, einiges kann. Zumindest auf der aktiven Transfer-Seite. Denn auf der passiven, der Abgaben-Seite sieht es etwas anders aus. Mit Xavier Amaechi steht ein HSV-Profi wohl bereits kurz vor einer Leihe.

Der 19-Jährige Engländer ist auch gut eineinhalb Jahre nach seiner Ankunft in der Hansestadt noch nicht richtig beim HSV angekommen - und könnte schon bald die Koffer in Richtung englische Heimat packen. Um dort auf schwer nötige Einsatzzeiten zu kommen.

Die fielen nämlich im letzten halben Jahr in der Hansestadt sehr überschaubar aus. In der Zweiten Liga kam er nur auf mickrige zwölf Minuten, und auch in der - mittlerweile unterbrochenen - Regionalliga sah es für ihn nicht viel besser aus.

Für Hinterseer und Jung würde sich der HSV Angebote anhören

Könnte den HSV bei entsprechender Offerte endgültig verlassen: Lukas Hinterseer
Könnte den HSV bei entsprechender Offerte endgültig verlassen: Lukas Hinterseer / Thomas Eisenhuth/Getty Images

Ein weiterer Kandidat für eine Leihe ist Defensiv-Mann Jonas David. Im Gegensatz zu Lukas Hinterseer, den man bei entsprechendem Angebot auch endgültig verkaufen würde, glaubt man beim HSV jedoch an eine Zukunft Davids im Volkspark. Immerhin verlängerte der Klub den Vertrag mit dem Hamburger Jung im vergangen Sommer bis zum Jahr 2024.

Der vierte Spieler im Bunde der Wechselkandidaten ist Gideon Jung. Zwar ist seine Einsatzbilanz insofern ein wenig kurios, als der HSV in allen acht Spielen, in denen Jung in dieser Spielzeit zum Einsatz kam, gewinnen konnte. Doch ehrlicherweise lag das nur sehr bedingt an Jungs Mitwirken.

Auch Gideon Jung ist ein Verkaufskandidat beim HSV!
Auch Gideon Jung ist ein Verkaufskandidat beim HSV! / Martin Rose/Getty Images

Entsprechend hat sein Trainer Daniel Thioune ihm schon vor einigen Wochen die Tür zu einem Wechsel weit aufgestoßen ("Ihm würde es vielleicht ganz guttun, auch mal einen anderen Verein zu sehen oder eine andere Stadt zu erleben!"). Ob Jung durch diese hindurchschreitet, wird sich in den nächsten Wochen erweisen.

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