Der 18. Spieltag beweist erneut: Unter den gleichen Voraussetzungen ist der FC Bayern uneinholbar

Florian Bajus
Weil der Klassenunterschied zu groß ist, wird der FC Bayern seit 2013 ununterbrochen Deutscher Meister
Weil der Klassenunterschied zu groß ist, wird der FC Bayern seit 2013 ununterbrochen Deutscher Meister / KAI PFAFFENBACH/Getty Images
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Ein altes Sprichwort der Konkurrenten des FC Bayern besagt: "Wenn die Bayern straucheln, müssen wir da sein." In der Regel tritt aber genau der umgekehrte Fall ein. So auch aller Voraussicht nach an diesem Spieltag. Es ist die Konkurrenz, die strauchelt.

Wenn die Trainer aller Bundesligisten vor der Saison gefragt werden, welche Mannschaft am Ende die Deutsche Meisterschaft feiern wird, lautet die Antwort in der Regel: Der FC Bayern. Die Münchner haben die Schale seit 2013 nicht mehr hergegeben und ihre sportliche und finanzielle Dominanz nach den titellosen Jahren 2011 und 2012 auf ungeahnte Art und Weise ausgebaut, fast schon resignierend wird daher prognostiziert, dass der Titelkampf die einstige Spannung erneut vermissen lassen wird.

Hin und wieder sind die Bayern aber angreifbar, das gilt sowohl für diese Saison als auch für die vergangenen beiden Spielzeiten. Auf dem Papier ist Borussia Dortmund der ärgste Rivale im Kampf um die Schale, dahinter hat sich RB Leipzig in Lauerstellung gebracht, und auch Bayer Leverkusen darf nicht unterschätzt werden. Doch so, wie Eintracht Frankfurt im vergangenen und 1899 Hoffenheim in diesem Jahr mit dem Fluch des Bayern-Besiegers zu kämpfen haben, so haben der BVB, RB und Bayer mit dem Fluch des Bayern-Jägers ihre Probleme.

Alle Jahre wieder strauchelt die Konkurrenz

Alle Beteiligten sind sich bewusst, dass die Münchner über die gesamte Saison betrachtet nur selten straucheln. Nutzt man ihre Fehler aus, könnte der Druck auf den Dauermeister größer werden, was zu weiteren Patzern führen könnte. Jedoch ist es fast schon Tradition, dass die Konkurrenz genau dann einknickt, wenn sie endlich eine echte Chance hat.

So hätte RB Leipzig am 15. Spieltag die Tabellenführung erobern können, nachdem die Bayern am Freitagabend mit 2:3 bei Borussia Mönchengladbach verloren. Jedoch kassierten die Sachsen im direkten Duell gegen den BVB eine 1:3-Klatsche, während Leverkusen nicht über ein 1:1 gegen Werder Bremen hinaus kam.

Bis zur Weihnachtspause begeisterte Bayer Leverkusen die Bundesliga. In den letzten fünf Spielen kassierte die Werkself jedoch drei Niederlagen.
Bis zur Weihnachtspause begeisterte Bayer Leverkusen die Bundesliga. In den letzten fünf Spielen kassierte die Werkself jedoch drei Niederlagen. / Lars Baron/Getty Images

An diesem 18. Spieltag hätte man zumindest Druck aufbauen können. Mit einem Sieg in Mainz wäre Leipzig nur noch einen Punkt hinter den Bayern gewesen, Leverkusen wäre mit einem Sieg über Wolfsburg bis auf vier Zähler herangerückt; Dortmund spielt dagegen schon keine Rolle mehr und ist nach der Niederlage in Gladbach (2:4) sogar auf Platz sieben abgerutscht.

Doch es kam, wie es kommen musste: Leipzig verlor mit 2:3 in Mainz, Leverkusen mit 0:1 gegen Wolfsburg. Und da die Münchner am Sonntag auf Schlusslicht Schalke 04 treffen, ist davon auszugehen, dass sie zum Rückrundenauftakt mit sieben Punkten vor RB und zehn Zählern vor Leverkusen und Wolfsburg an der Spitze stehen werden.

Der FC Bayern ist uneinholbar

Wer nun behauptet, dass es einzig und allein die Schuld der Konkurrenz ist, dass der Meisterkampf seit Jahren eintönig ist, der macht es sich allerdings zu einfach. Dass der FC Bayern - trotz enger Spitzenspiele und trotz einiger Ausrutscher - eine Klasse besser ist als der Rest der Liga, ist nicht von der Hand zu weisen. Die unglaubliche Konstanz des Vereins zwingt die übrigen Bundesligisten dazu, am Rande der Perfektion zu spielen, wenn sie auch nur ansatzweise mithalten wollen. Das ist in einer regulären Saison schon kaum möglich, unter den derzeitigen Bedingungen erst recht nicht.

Auch der FC Bayern tut sich schwer - doch der Dauermeister gewinnt auch an schlechten Tagen
Auch der FC Bayern tut sich schwer - doch der Dauermeister gewinnt auch an schlechten Tagen / Pool/Getty Images

Auch Dortmund, Leipzig, Leverkusen und Gladbach müssen bis Mai eine Vielzahl an Pflichtspielen binnen kürzester Zeit absolvieren. Wäre dem nicht so, könnte die Meisterschaft möglicherweise an einen anderen Verein gehen. Unter den gleichen Voraussetzungen sind die Bayern aber uneinholbar.

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