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Cristiano Ronaldo

Verbleib in Turin oder Wechsel zu Man United: Wohin führt der Weg von Cristiano Ronaldo?

Guido Müller
Danilo Di Giovanni/Getty Images
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Am letzten Spieltag der Serie A, an dem es für seinen Klub Juventus Turin noch um die allerletzte Chance ging, sich für die kommende Champions-League-Saison zu qualifizieren, saß Cristiano Ronaldo (34) über neunzig Minuten nur auf der harten Auswechselbank. Die Alte Dame schaffte schließlich auch ohne den Portugiesen (und dank der "Mithilfe" von Hellas Verona) noch den Sprung unter die ersten Vier. Ronaldos Reservisten-Rolle ließ jedoch erneut Fragen zu seiner Zukunft aufkommen.


Zunächst erledigten die Piemonteser ihre eigene Aufgabe beim FC Bologna souverän (4:1). Und die SSC Neapel, die mit einem Sieg gegen die Veronesen ihrerseits den Einzug in die Königsklasse geschafft hätte, schaute nach ihrem 1:1 im heimischen Stadio Diego Armando Maradona in die Röhre. Platz 5 am Ende für die Partenopei.

Doch für Klarheit bezüglich der Zukunft von Cristiano Ronaldo, dessen Vertrag in Turin im kommenden Jahr ausläuft, hat dieses Erfolgserlebnis der Vecchia Signora nicht unbedingt gesorgt.

So dass sich auch weiterhin hartnäckige Gerüchte um eine Rückkehr von CR7 zu dem Klub halten, der für den Portugiesen seinerzeit das Sprungbrett für seine fantastische Karriere bedeutete: Manchester United.

Berichten zufolge, soll sich der immer noch amtierende Europameister durchaus vorstellen können, seine Schuhe ein zweites Mals für die Red Devils zu schnüren. Auch etwaige Gehaltseinbußen würde der Iberer wohl hinnehmen.

Doch mit der halbwegs geretteten Saison (Juve gewann den italienischen Pokal, den Supercup und ist auch im kommenden Jahr in der Champions League dabei) könnte sich das Blatt abermals gewendet haben.

Post von CR7 sorgt nicht für Klarheit bezüglich seiner Zukunft

Für definitive Klarheit hat auch der jüngste Instagram-Post des Superstars indes nicht sorgen können. In selbigem verpasste es der Angreifer selbstverständlich nicht, auch seine individuellen Leistungen in dieser Spielzeit hervorzuheben.

Wie zum Beispiel den Umstand, nun der erste Fußballer der Geschichte zu sein, der in England, Spanien und Italien zumindest je einmal der beste Scorer einer Saison war.

"In diesem Jahr", so heißt es unter anderem in Ronaldos Mitteilung, "haben wir die Serie A nicht gewinnen können. Glückwunsch an Inter zur verdienten Meisterschaft. Dennoch muss ich bewerten, was wir in diesem Jahr bei Juventus erreicht haben, sowohl auf kollektivem als auch auf individuellem Level. Der italienische Supercup, der Pokal und die Auszeichnung als Torschützenkönig der Serie A erfüllen mich mit Freude."

"Mit diesen Erfolgen habe ich ein Ziel erreicht, das ich mir gleich nach meiner Ankunft in Italien gesetzt habe: nämlich die Meisterschaft zu holen, den Pokal zu gewinnen, zum besten Spieler der Saison und zum Torschützenkönig in diesem großartigen Fußball-Land gekürt zu werden, das voller beeindruckender Spieler und gigantischer Klubs ist."

Dieser Ausschnitt, für sich betrachtet, könnte im Nachhinein als Vorbote eines Wechsels gewertet werden. Nach dem Motto: alles was ich mir vorgenommen habe, habe ich erreicht. Mission accomplished, sozusagen.

Juves großes sportliches Ziel mit CR7 war der Gewinn der Champions League

Doch lügt sich CR7 hier nicht ein wenig in die eigene Tasche? Immerhin hat die Alte Dame für ihn vor drei Jahren mehr als hundert Millionen Euro gezahlt. Mit Sicherheit nicht dafür, nur den bestehenden Stauts Quo zu zementieren. Denn: italienischer Dauermeister war Juventus ja schon vor der Verpflichtung des Portugiesen.

Und in diesem Jahr hat es ja nicht mal für den Scudetto gereicht. Nein, die Macher um Klub-Chef Andrea Agnelli dachten wohl eher an europäische Silberware, sprich: Henkelpott, als sie den damals 33-Jährigen von Real Madrid loseisten. Und diese für den Klub zu gewinnen, hat Cristiano Ronaldo eben bis heute nicht vermocht.

Und so hat er in Turin eigentlich noch eine Aufgabe zu erfüllen. Doch mit stetig voranschreitendem Alter wird dies sicherlich nicht leichter.

Die Frage ist nun: macht es sich der Portugiese leicht und akzeptiert das Angebot von Manchester United, für die die kleinste sportliche Verbesserung gegenüber den erfolglosen Vorjahren (der letzte größere Titel, die Europa League, datiert aus dem Jahr 2017) schon als Erfolg und sportlicher Fortschritt gelten würde?

Oder nimmt er die challenge (wie man heutzutage sagt) an und unternimmt einen neuerlichen Versuch, die Alte Dame auch in Europa wieder ganz an die Spitze zu bringen? In Turin und Manchester werden sie gespannt auf die Antworten Ronaldos auf diese Fragen warten.

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