Cristiano Ronaldo

Cristiano Ronaldo: Fluch oder Segen für Manchester United?

Dominik Hager
CR7 wird nicht mehr von jedem als Gewinn betrachtet
CR7 wird nicht mehr von jedem als Gewinn betrachtet / Jan Kruger/GettyImages
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Cristiano Ronaldo ist längst nicht mehr der unumstrittene Fußball-Held, der er über weite Strecken seiner Karriere war. Zwar macht der inzwischen 37-Jährige noch immer viele Tore, jedoch stellen sich viele Experten immer wieder die Frage, ob das Spiel nicht zu sehr auf CR7 zugeschnitten ist. Diese Zweifel gibt es sowohl im Bezug auf die Nationalmannschaft, als auch auf Manchester United.


Cristiano Ronaldo hat es seinen Kritikern mal wieder bewiesen. Beim 3:2-Erfolg gegen Norwich war der Superstar mit seinem Dreierpack allein dafür entscheidend, dass United den Anschluss an die Champions-League-Ränge halten konnte. Für den Offensivspieler waren es die Treffer 13, 14 und 15 in der laufenden Premier-League-Saison.

In der Königsklasse konnte der 37-Jährige zudem sechs Treffer in sieben Spielen markieren. Obwohl Ronaldo sicherlich schon bessere Quoten vorweisen konnte, sind 20 Tore in der Liga und Champions League wahrlich nicht schlecht. Für den Portugiesen ist es bereits die 16. Saison in Serie, in der er mindestens 20-mal treffen konnte.

Ronaldo die erfolgreichste Nummer 7 in der Man-United-Geschichte seit Ronaldo

Selbstredend ist Ronaldo als Zielspieler auch der Mann, der für das Tore erzielen verantwortlich ist. Kritiker sind der Ansicht, dass sich andere Offensivspieler wie Sancho, Rashford und Co. im Schatten des Superstars nicht voll entfalten können. Doch würden die anderen United-Stars wirklich so viele Tore mehr machen, wenn CR7 nicht da wäre? Zweifel sind erlaubt.

Tatsächlich trugen mit Owen, Depay, Cavani, Di Maria oder Alexis Sanchez zahlreiche prominente United-Spieler die Nummer sieben, jedoch scheiterten sie allesamt an der Ronaldo-Marke von 20 Toren. Die letzte Nummer 7, die diese Zahlen auflegen konnte, war Cristiano Ronaldo persönlich in der Saison 2008/09.

Individuelle Statistiken sind aber leider auch immer nur so viel Wert, wie die Resultate des Teams. Die Red Devils belegen in der Premier League nur Rang fünf und sind im CL-Achtelfinale an Atlético gescheitert. Ronaldo war in den beiden Spielen gegen die Madrilenen kein Faktor und trat auch in der Liga gegen die Top-Klubs eher selten in Erscheinung. Immerhin war er aber in der CL mit seinen Toren gegen Villarreal und Atalanta ein Garant für den Einzug in die K.o.-Runde.

Wäre Manchester United ohne Ronaldo besser dran?

Demnach kann man genauso gut die Frage stellen, wo Manchester ohne Ronaldo wäre. Diese Frage stellte sich auch ein Abonennt von The Athletic, worauf das Portal jener näher auf den Grund ging. Für Ronaldo spricht, dass er der aktuell drittbeste Torjäger in der Premier League ist und in der CL die Tür für das Achtelfinale aufgemacht hat. Zudem liegt er in Sachen Treffern haushoch vor dem zweitbesten United-Schützen Bruno Fernandes, der in der Liga und der CL lediglich neun Treffer und damit nicht mal die Hälfte von Ronaldo vorzuweisen hat.

Statistiken zufolge waren die Ronaldo-Tore in den meisten Premier-League-Spielen auch wichtig. In sieben von neun Fällen, waren die Treffer des Portugiesens für Punktgewinne entscheidend.

The Athletic ist jedoch auch der Meinung, dass sich die Präsenz von Ronaldo negativ auf den Spielstil auswirken könnte. Die Mannschaft sei sich nicht sicher, ob sie mit dem Portugiesen in der Spitze im Konter- oder im Pressing-Stil spielen soll, oder sich doch im Ballbesitzfußball verwirklichen sollte.

Auch über die Positionierung des Super-Stars auf dem Spielfeld wird diskutiert. Zwar hält das englische Fachmagazin die Strafraumpräsenz von Ronaldo für wichtig, zweifelt aber an seinen Fähigkeiten außerhalb des Sechzehners. Dort nehme er Pogba und Fernandes zu viele Bälle weg, die für den Angriffs-Aufbau die besseren Qualitäten mitbringen. Auf der anderen Seite ist The Athletic aber auch bemüht, die anderen Missstände bei den Red Devils aufzudecken und erklärt anhand der Gegentore gegen Norwich, dass auch andere Spieler in die Verantwortung gezogen werden müssen.

Henry kritisiert Ronaldo: "Problem, wenn dein Gift deine Medizin ist"

Ein Problem ist aber, dass andere Kicker und davon viele Stars ein wenig aus der Verantwortung gezogen werden, wenn sich alles auf Ronaldo konzentriert. Im europäischen Spitzenfußball, auf dem es immer mehr auf Teamwork ankommt, ist es problematisch, die eine schillernde Figur zu besitzen.

"Das Problem ist, wenn dein Gift deine Medizin ist, wirst du es schwer haben. Wenn man sich das Spiel [gegen Villarreal] anschaut, rettet Ronaldo sie am Ende, aber wenn sie spielen, sind sie manchmal anfällig, weil sie nicht als Einheit verteidigen. Und wir alle wissen, dass man nicht gewinnen kann, wenn man das nicht tut", legte Henry gegenüber CBS Sports bereits vor einiger Zeit den Finger in die Wunde. "Wenn ihr gewinnen wollt, müsst ihr alle rennen", forderte er und sprach damit insbesondere CR7 an.

Manchester United stärker mit Ronaldo: Gilt das auch für die Zukunft?

Blickt man in die Statistik, so erkennt man, dass Manchester United in der Liga ohne Ronaldo acht Punkte in sechs Spielen gemacht hat, was einem Punkteschnitt von 1,33 bedeutet. Mit dem Prtugiesen erzielte United hingegen 46 Punkte in 26 Spielen, was einem Schnitt von 1,77 Zählern gleichkommt. Demnach liegt der Schluss nahe, dass United mit der Galionsfigur stärker ist. Laut The Athletic müsse man sich aber die Frage stellen, ob das Team auch in der Zukunft noch besser mit Ronaldo wäre und kommt zu den Entschluss, dass bei den Red Devils ein Umbruch her muss.

Womöglich wird dem Klub diese Entscheidung aber auch abgenommen. Die Sun berichtete, dass Ronaldo im Falle eines Verpassens der Champions League wechseln könnte und nennt Manchester City, Real Madrid, Paris-Saint-Germain, Sporting Lissabon und Inter Miami als Alternativen. Die nächsten Wochen dürften auf alle Fälle spannend und für Manchester United enorm wegweisend werden.


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