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FC Chelsea

Tuchel über Chelseas 'Loan Army': "Viel einfacher, als ich dachte"

Jan Kupitz
Thomas Tuchel begrüßt beim FC Chelsea viele neue Gesichter
Thomas Tuchel begrüßt beim FC Chelsea viele neue Gesichter / Alex Livesey - Danehouse/Getty Images
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Nachdem Thomas Tuchel den FC Chelsea mitten in der vergangenen Saison übernommen hatte, absolviert er derzeit seine erste Vorbereitung als Blues-Trainer. Das bedeutet für den deutschen Taktikfuchs auch, dass er viele Chelsea-Spieler zum überhaupt ersten Mal sieht: die Leihspieler, auf der Insel 'Loan Army' genannt. Der aufgeplusterte Kader scheint aber kein Problem für den 47-Jährigen zu sein.


Die Londoner zeichnen sich schon seit Jahren durch eine erstaunlich große Anzahl an Leihspielern aus, die regelmäßig bei anderen Vereinen geparkt werden. Dadurch machen diese sich entweder für eine Rückkehr zum FC Chelsea interessant oder zumindest für andere Klubs, um noch eine annehmbare Ablöse zu kassieren - Hauptsache, die Spieler sammeln Spielpraxis und "verrotten" nicht auf der Tribüne.

"Das habe ich noch nie erlebt. Das war neu", gesteht Tuchel im Interview mit Chelseas Presseabteilung, als er auf die vielen Leihrückkehrer bei den Blues angesprochen wird. "Ich hatte keine Angst davor, aber ich war neugierig, wie die Mentalität ist. Man darf nicht vergessen, dass einige von ihnen ihre Familien zurücklassen, dass einige von ihnen eigentlich in ihren Leihvereinen bleiben wollen, dass einige von ihnen diese Möglichkeit nicht haben."

Zu den Akteuren, die Tuchel in diesem Sommer zum ersten Mal begrüßen durfte, gehören unter anderem andere prominente Kicker wie Tiemoue Bakayoko, Davide Zappacosta, Malang Sarr oder Danny Drinkwater. Spieler, die teilweise für unfassbar viel Geld von den Blues verpflichtet worden waren.

"Einige von ihnen haben bereits zwei oder drei Vorbereitungen hier absolviert. Einige von ihnen wollen unbedingt die Chance nutzen, zu bleiben. Andere wollen vielleicht wieder gehen", berichtet Tuchel. "Sie sind Menschen, keine Roboter und deshalb müssen wir akzeptieren, dass es auch für sie nicht die einfachste Situation ist. Aber was ich jeden Tag erlebe, ist das komplette Gegenteil - es ist eine sehr positive Gruppe, fleißig, voller Lernwillen, hungrig in jeder Trainingseinheit und bereit zu arbeiten."

Der deutsche Erfolgscoach gesteht, dass er "absolut glücklich" sei, "weil es so viel einfacher ist, als ich dachte. Es ist so einfach und so schön, der Trainer dieser Jungs zu sein. Es gibt Möglichkeiten für uns alle, und diese Gruppe verdient unsere volle Aufmerksamkeit, und die bekommen sie auch."

Leihrückkehrer bringen Tuchel zum Lächeln - und umgekehrt

Für ihn sei ist nicht von Belang, "woher du kommst oder was deine Geschichte ist oder was du verdienst oder was dein Status ist". Stattdessen wolle er jedem Spieler "meine 100 Prozent" geben. "Ich gebe alles, sie geben es zurück, sie bringen mich zum Lächeln, ich gebe noch mehr, das bringt sie zum Lächeln, sie geben noch mehr", führt er fort.

Abschließend fasst Tuchel zusammen, dass selbstverständlich jeder Leihrückkehrer auch eine theoretische Chance habe, im Kader zu bleiben. "Diese Jungs sind voller Talent", lobt er, "und jetzt liegt es an uns, sie zu ihrem höchstmöglichen Niveau zu bringen. Dann werden wir entscheiden, ob sie im Moment gut genug für uns sind, ob sie uns helfen. Oder ob es für den Spieler besser ist, nochmal ausgeliehen oder verkauft zu werden. Dies ist der letzte Schritt in diesem Geben und Nehmen."

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