Bundesliga

Vierkampf um die Königsklasse: Das Restprogramm der Champions-League-Anwärter

Dominik Hager
Bayer 04 Leverkusen, RB Leipzig und Co kämpfen um die Champions-Leagur-Plätze
Bayer 04 Leverkusen, RB Leipzig und Co kämpfen um die Champions-Leagur-Plätze / Matthias Hangst/GettyImages
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Die Bundesliga schnappt noch mal kurz Luft, ehe es in der finalen Saisonphase brennend heiß wird. Spannend und elektrisierend dürfte nicht nur der Abstiegskampf, sondern auch der Wettstreit um die Champions-League-Plätze werden. Während der FC Bayern und der BVB schon mit der Königsklasse planen können, kämpfen Leverkusen, Leipzig, Freiburg und Hoffenheim um die zwei verbliebenen Plätze. Wir sehen uns an, welche Klubs die beste Ausgangslage hat.


1. Bayer Leverkusen: Rang 3 - 48 Punkte

VfL Wolfsburg v Bayer 04 Leverkusen - Bundesliga
Stuart Franklin/GettyImages

Restprogramm:
(H) Hertha BSC
(A) VfL Bochum
(H) RB Leipzig
(A) Greuther Fürth
(H) Eintracht Frankfurt
(A) 1899 Hoffenheim
(H) SC Freiburg

Trotz der tabellarisch günstigen Ausgangslage könnte es für Bayer 04 nochmal eng werden. Dies ist vor allem der enormen Verletzungsproblematik im Kader geschuldet. Die schweren Verletzungen von Frimpong und Wirtz sind einfach nur bitter und stellen eine deutliche Schwächung dar. Immerhin wird man in den kommenden Wochen wieder auf Patrik Schick bauen können.

Das Restprogramm bietet mit der Hertha, Bochum und Fürth auf dem Papier einfache Gegner. Die Berliner dürften nach dem jüngsten Erfolg aber noch auf Wolke sieben schweben und schwer zu bezwingen sein. Es sei denn, der Magath-Effekt verpufft, ehe er zum ersten Mal auf der Trainerbank sitzen darf.

Auf der anderen Seite warten mit Leipzig, Freiburg, Hoffenheim und vielleicht sogar noch Frankfurt die Gegner, die Leverkusen den Champions-League-Rang streitig machen wollen. Dies ist natürlich nicht gerade vorteilhaft für einen Klub, der sich in der Rolle des Gejagten befindet.

Bayer 04 ist bekannt für wacklige Saison-Schlussphasen und muss womöglich auch dieses Jahr zittern. Letztlich sollte aber die Qualität trotz der Ausfälle ausreichen und zumindest Rang vier gehalten werden. Man ist einfach besser besetzt als Freiburg und Hoffenheim.

Champions-League-Chancen: 75 Prozent


2. RB Leipzig: Rang 4 - 45 Punkte

Christopher Nkunku
Martin Rose/GettyImages

Restprogramm:
(A) Borussia Dortmund
(H) 1899 Hoffenheim
(A) Bayer Leverkusen
(H) Union Berlin
(A) B. M'gladbach
(H) FC Augsburg
(A) Arminia Bielefeld

RB Leipzig befindet sich in einer tollen Form und ist sogar das beste Team der Rückrunde. Nachdem die Mannschaft unter Jesse Marsch nicht an die Leistungen der vorherigen Spielzeiten anschließen konnte, läuft es unter Domenico Tedesco deutlich besser. Die Offensive um Nkunku und Silva zündet, während auch Simakan und Gvardiol die Abgänge von Upamecano und Konaté immer besser kompensieren können.

Derzeit macht RB den besten Eindruck von den genannten CL-Aspiranten und verfügt über die größte individuelle Qualität. Das Restprogramm ist allerdings nicht angenehm. Zunächst wartet ein ganz schweres Auswärtsspiel in Dortmund, ehe man gegen die Tabellennachbarn Hoffenheim und Leverkusen ran muss. Fällt das Team in ein kleines Tief, könnten entscheidende Punkte verschenkt werden. Nach Union Berlin und den unberechenbaren Fohlen warten ganz zum Ende Augsburg und Bielefeld auf die Leipziger.

Damit wird der Klub vermutlich voll in den Abstiegskampf involviert, was definitiv als Nachteil angesehen werden kann. Betrachtet man die Qualität des Kaders und die letzten Leistungen, müsste RB trotzdem das CL-Ticket lösen und womöglich auch an Leverkusen vorbeiziehen.

Champions-League-Chancen: 80 Prozent


3. SC Freiburg: Rang 5 - 45 Punkte

Max Kruse
Christian Kaspar-Bartke/GettyImages

Restprogramm:
(H) Bayern München
(A) Eintracht Frankfurt
(H) VfL Bochum
(H) B. Mönchengladbach
(A) 1899 Hoffenheim
(H) Union Berlin
(A) Bayer Leverkusen

Im Kampf um die CL-Tickets hat der SC Freiburg natürlich rein gar nichts zu verlieren. Die Saison ist bislang ein großer Erfolg und wird es - insofern man den Europa-League-Platz rettet - auch bleiben.

Das Team von Christian Streich hat die Schwächephase zu Beginn der Rückrunde überwunden und ist wieder ganz gut in der Spur. Das 0:0-Unentschieden gegen Fürth war dennoch bitter.

Für die Breisgauer geht es zunächst gegen die Bayern. Ein gutes Spiel ist der Mannschaft dabei zuzutrauen, ein Punktgewinn oder Sieg jedoch nicht unbedingt. Im Anschluss warten noch einige Mittelfeldteams wie Frankfurt, Bochum, Gladbach und Union Berlin. Frankfurt ist eine unangenehme Aufgabe, zumal die Hessen mit einem Sieg selbst nochmal gefährlich werden könnten. Bochum und Berlin sind eher dankbare Lose zum jetzigen Zeitpunkt, wobei sich der SC bereits im Pokal gegen den Aufsteiger schwertat.

Mit Hoffenheim und Leverkusen geht es am 32. und 34. Spieltag gegen zwei direkte Rivalen. Ziel für Freiburg muss es sein, am letzten Spieltag auf Schlagdistanz zu Leverkusen zu sein. Der Druck würde beim abschließenden Auswärtsspiel dann glasklar bei Leverkusen liegen. Mit einer solchen Underdog-Rolle kommt Freiburg bekanntlich bestens zurecht.

Trotz der geschlossenen Mannschaftsleistung und der guten Form wird es aber extrem schwierig, so lange an Leverkusen dran zu bleiben. Am Ende kann man auch zufrieden sein, wenn es bei Rang fünf oder sechs bleibt.

Champions-League-Chancen: 20 Prozent


4. TSG Hoffenheim: Platz 6 - 44 Punkte

Maximilian Mittelstaedt, Andrej Kramaric, Angelo Stiller
Markus Gilliar/GettyImages

Restprogramm:
(H) VfL Bochum
(A) RB Leipzig
(H) Greuther Fürth
(A) Eintracht Frankfurt
(H) SC Freiburg
(H) Bayer Leverkusen
(A) B. Mönchengladbach

Die Ausgangslage für die TSG wäre natürlich besser gewesen, wenn man gegen die Hertha nicht voll eins auf die Mütze bekommen hätte. So muss man in der Verfolger-Rolle in die Schlussphase gehen. In den kommenden Wochen stehen zwei Heimspiele gegen Bochum und Fürth an, die man gewinnen muss. Wichtig wird jedoch auch sein, auswärts in Leipzig zumindest nicht zu verlieren.

Frankfurt dürfte im Anschluss die Chance wittern, nochmal zu Hoffenheim aufzuschließen und ist auswärts ebenfalls schwer zu bespielen. Im Anschluss geht es daheim gegen die direkten Rivalen Freiburg und Leverkusen. Dies ist für einen Klub, der aus der Verfolger-Rolle kommt, kein schlechtes Los. Am 34. Spieltag wird es für Gladbach um nicht mehr viel gehen, was ebenfalls ein Vorteil ist. Bei den Fohlen weiß man aber nie, was man serviert bekommt.

Die TSG ist nicht wirklich stabil, weswegen die Saison sowohl in der Champions League als auch in der Conference League oder Rang acht enden kann. Das Team um Sturm-Star Kramarić kann an guten Tagen jeden Gegner schlagen, an schlechten aber (siehe Hertha-Spiel) auch gegen jeden verlieren. Es fehlt der Truppe hier und da noch an Erfahrung und Abgeklärtheit. Rang drei oder vier sind möglich, in Summe aber eher unwahrscheinlich.

Champions-League-Chancen: 25 Prozent


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