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CAS-Urteil in der Causa Manchester City: Nicht wirklich überraschend

Kippte das UEFA-Urteil: Der Sportgerichtshof in Lausanne
Kippte das UEFA-Urteil: Der Sportgerichtshof in Lausanne | FABRICE COFFRINI/Getty Images

Ganz ehrlich: Irgendwie überrascht mich das Urteil des Internationalen Sportgerichtshofes (CAS) bezüglich der Europapokal-Sperre für Manchester City nicht. Ohne dabei in die Details der Urteilsbegründung eingegangen zu sein. Das braucht man in diesem Fall auch gar nicht. Denn schon als die UEFA im Februar angekündigt hatte, den durch katarische Multimillionen gepimpten Klub wegen Verstößen gegen das Financial Fair Play für zwei Jahre von den internationalen Wettbewerben auszuschließen, musste man doch schon schmunzeln.

Denn was wurde Manchester City genau vorgeworfen? Sponsoren-Einnahmen kassiert zu haben, die weit über ihrem realem Wert lagen. Also, noch weiter abstrahiert: ein recht kreativer Umgang mit den Bilanzen. Und das soll es vorher nie gegeben haben? Weder bei Abramovics Chelsea noch bei dem seltsamen Trikotdeal des FC Barcelona mit der Katar-Foundation? Und auch nicht beim durch katarisches Staatskapital finanzierten französischem Dauermeister PSG? Und selbst wenn die konkreten Deals sich gerade so eben noch mit dem Gesetz vereinbaren lassen - die Tendenz aller großen Klubs in diesem Business zielt auf die größtmögliche Gewinnmaximierung ab. Und dabei nutzen sie jedes sich bietende Schlupfloch.

In einem flächendeckend von Gier geprägten Geschäft ist es geradezu heuchlerisch, sich einen Klub, quasi als Bauernopfer, herauszupicken und an ihm das große Exempel statuieren zu wollen. Der CAS hat das durchschaubare Spiel der UEFA, sich als Bannerträger moralischen Geschäftsgebarens zu profilieren, nun entlarvt.