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BVB vermeidet Kampfansagen an FC Bayern: "Spielen dieses Spiel nicht mehr mit"

Hans-Joachim Watzke
BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke will in Zukunft auf Titel-Ansagen verzichten | TF-Images/Getty Images

Der BVB wird künftig auf Kampfansagen an den FC Bayern verzichten. Das verkündete Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke in einer Medienrunde am Dienstag. Dennoch verfolge der Verein große Ziele.

Nach der verlorenen Meisterschaft im vergangenen Jahr gaben sich die BVB-Verantwortlichen wagemutig. Man wolle versuchen, um die Meisterschaft mitzuspielen, dies sei nach dem so knapp verpassten Titel das logische Ziel. Doch auch in dieser Saison musste sich die Mannschaft in der Tabelle hinter dem FC Bayern einreihen, der sich die Schale zum achten Mal in Folge sicherte.

Nach dem erneuten Vize-Titel gaben sich diesmal die Spieler angriffslustig. "Wir wollen einen Platz nach oben rutschen. Der Titel muss das Ziel sein bei unserer Qualität", sagte Abwehrchef Mats Hummels nach dem 2:0-Sieg über RB Leipzig bei Sky. Stürmer Erling Haaland war angefressen, sagte gegenüber der ARD: "Ich bin nicht froh über die Vize-Meisterschaft. Ich will Meister werden." Auch Julian Brandt ärgerte sich gegenüber dem Tagesspiegel: "Wir sind nicht zufrieden damit, Zweiter zu sein. Wir wollen mehr."

Watzke: Keine Kampfansagen mehr

Die Führungsetage will dagegen künftig auf Kampfansagen an den Branchenprimus aus München verzichten: "Wir spielen dieses Spiel mit den Zielen nicht mehr mit", sagte Hans-Joachim Watzke laut Spox in einer Medienrunde am Dienstag. Der 61-Jährige ärgerte sich darüber, wie die letzte Titel-Ansage in der Berichterstattung dargestellt wurde: "Jahrelang sind wir kritisiert worden, dass wir das Ziel Meisterschaft nicht ausgegeben haben. Wir haben letztes Jahr gesagt, dass wir versuchen wollen, Meister zu werden. Dieses 'versuchen wollen' wurde in den Medien nach wenigen Wochen rausgestrichen."

Hans-Joachim Watzke
Laut Hans-Joachim Watzke wird es keine Titel-Ansagen mehr geben | Thomas Lohnes/Getty Images

Dies solle aber nicht bedeuten, dass der Verein die Ambitionen herunterschraubt. "Wir versuchen, jedes Spiel zu gewinnen", stellte Watzke klar. Doch auch auf dem Transfermarkt werden diese Ambitionen nicht untermauert: "Wenn auf der Abgabenseite nicht viel passiert, wird auch auf der Zugangsseite nicht mehr so viel passieren", so Watzke.

45 Millionen Euro Verlust: BVB steht "vor einem gigantischen Berg an Risiken"

Bislang ist lediglich der Transfer von Thomas Meunier bekannt. Der Rechtsverteidiger kommt ablösefrei von Paris St. Germain und erhält einen Vierjahresvertrag. Der voraussichtlich zurückhaltende Transfersommer hängt allerdings auch mit der Corona-Pandemie zusammen. Der BVB rechnet für das Geschäftsjahr 2019/20 mit Verlusten in Höhe von 45 Millionen Euro. "Das tut uns weh. Die fehlenden Einnahmen sind dramatisch", sagte Watzke. "Es geht ja nicht nur um die fehlenden Zuschauereinnahmen von rund vier Millionen Euro pro Spiel, sondern auch um weniger TV- und Vermarktungsgelder. Wir stehen vor einem gigantischen Berg von Risiken."