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Zorc stellt sich vor Sancho: "Dürfen nicht vergessen, dass Jadon noch ein sehr junger Spieler ist"

Michael Zorc
TF-Images/Getty Images

Zum Friseurbesuch und der angeblichen England-Reise Jadon Sanchos musste sich BVB-Sportdirektor Michael Zorc am Donnerstag bei der Pressekonferenz einige Fragen gefallen lassen - und stellte sich vor seinen Spieler.

Jadon Sancho hat abseits seiner großartigen sportlichen Leistungen mal wieder für negative Schlagzeilen gesorgt: Zunächst der Friseurbesuch, bei dem die Hygiene-Maßnahmen nicht eingehalten wurden, und dann eine Reise nach England: Zu Zeiten der Corona-Pause sei Sancho laut Bild-Quellen in die Heimat geflogen und danach zwei Wochen in Quarantäne gewesen. Borussia Dortmund habe eine Wadenverletzung als Grund für Sanchos Abwesenheit vom Training vorgeschoben.

Auf der Pressekonferenz am Donnerstag wurde BVB-Trainer Lucien Favre entsprechend gefragt, warum er Sancho nicht diszipliniert bekomme. "Ich kann nicht alles kontrollieren. Wir waren alle jung. Er sollte das nicht machen, aber es ist so", lautete Favres Antwort.

Zorc fügte hinzu: "Es ist nicht nur am Trainer, für Disziplin zu sorgen, da ist der ganze Klub gefragt. Wir haben in der Vergangenheit schon mit Jadon gesprochen. Wir dürfen nicht vergessen, dass Jadon noch ein sehr junger Spieler ist, der Grenzen austestet. Ich glaube, ich stehe nicht im Verdacht, ihn in Schutz zu nehmen, ich habe ihn auch schon das ein oder andere Mal sanktioniert, wenn es Verfehlungen gab."

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Jadon Sancho erzielte in der laufenden Saison in der Bundesliga 17 Tore und gab 17 Vorlagen | LARS BARON/Getty Images

Konkret auf den Friseurbesuch angesprochen erklärte Zorc: "Wir haben mit dem Friseur gesprochen, wir haben mit unseren Spielern gesprochen. Alle versichern, dass während des Haareschneidens die Hygienemaßnahmen eingehalten worden sind." Neben einem Mundschutz seien auch Handschuhe und ein Plastikvisier getragen worden. Lediglich für das Foto sei die Schutzausrüstung abgenommen worden. "Das ist auch nicht richtig, das haben wir den Spielern nochmal klar gemacht."

Quarantäne und erfundene Verletzung "komplett falsch"

Generell sei ein Friseurbesuch aber nichts, was es zu verurteilen gelte, sofern die entsprechenden Hygienemaßnahmen eingehalten würden. "Ich glaube, dass es auch im DFL-Konzept nicht verboten ist, wichtige Dinge zu tun", meinte Zorc (via kicker). "Wenn ich mit dem Auto fahre und kein Benzin mehr habe, dann darf ich auch tanken als Spieler. Genauso gehört es dazu, zum Friseur zu gehen."

Auch Sanchos angeblicher Flug nach England habe nach Aussagen des 57-Jährigen nie stattgefunden: "Unseres Wissens nach ist Jadon seit Wochen hier in Dortmund", erklärte Zorc. Die Meldungen über eine Quarantäne seien "komplett falsch", Sancho habe tatsächlich Probleme mit der Wade gehabt.