Erling Haaland

Matthias Sammer: So will der BVB Erling Haaland ersetzen

Simon Zimmermann
Erling Haaland kann den BVB 2022 per Ausstiegsklausel verlassen
Erling Haaland kann den BVB 2022 per Ausstiegsklausel verlassen / Lukas Schulze/Getty Images
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Matthias Sammer gerät bei Erling Haaland ins Schwärmen. Die Zeit des 21-Jährigen in der Bundesliga sollte man genießen. Den drohenden Abgang des Norwegers im Sommer 2022 will der BVB in gewohnter Manier auffangen.


Robert Lewandowski, Pierre-Emerick Aubameyang, Erling Haaland - beim BVB liefen in den vergangenen zehn Jahren fast durchgängig Mittelstürmer auf, die Schwarz-Gelb regelmäßig viele Tore bescherten. Auch Michy Batshuayi kann man zu dieser Riege zählen. Der Belgier knipste bei seiner Leihe in der Rückrunde 2018/19 immerhin neunmal in nur 14 Spielen.

Mit Ciro Immobile und Alexander Isak waren in der letzten Dekade nur zwei Torjäger dabei, die in Dortmund nicht wie erhofft einschlugen.

Typus Mittelstürmer: BVB will an Transfer-Strategie festhalten

Im kommenden Sommer steht der BVB wohl vor der Aufgabe, den nächsten prominenten Torjäger-Abgang kompensieren zu müssen. Erling Haaland darf dann per Ausstiegsklausel wechseln. Matthias Sammer hat sich nun gegenüber der Sportbild zu diesem Szenario geäußert:

"Falls es irgendwann so sein sollte, dass Erling geht, müssten wir uns damit beschäftigen. Aber: Dann ginge es darum, wieder nach dem Typus Mittelstürmer zu schauen, den wir für unseren Fußball benötigen. Es gelang Dortmund während der vergangenen zehn Jahre in der Regel, dass sehr gut nachgelegt wurde", erklärte der 54-jährige BVB-Berater.

Matthias Sammer
Matthias Sammer will Haalands BVB-Zeit genießen / Alexandra Beier/Getty Images

Dortmund wird dann auch weiterhin die bewährte Strategie fahren und einen hochtalentierten Mittelstürmer suchen. Ein Konzept, das in der jüngeren Vergangenheit für alle Postionen aufging. Die Borussia hat sich bei der Talentsuche und -förderung mittlerweile ein extrem hohes internationales Standing erarbeitet.

"Wenn man nun Gio Reyna und Jude Bellingham, beide 18 Jahre alt, auf anderen Positionen sieht: Alle Top-Talente sollten genau hinschauen, was in der Bundesliga und speziell beim BVB möglich ist. Wir sollten unseren eigenen Weg gehen und nicht so viel weinen, wenn es dazu kommt, dass uns jemand verlässt", betonte Sammer.

Mega-Gehalt für Haaland: Moral vs. Angebot und Nachfrage

Bis sich Haaland tatsächlich aus Dortmund verabschiedet, ist aber mindestens noch eine Saison Zeit. "Wir sollten jedes Spiel mit ihm genießen und Borussia Dortmund sich freuen, die Bundesliga mit solch herausragenden Talenten zu bereichern. Das ist eine Win-win-Situation für Dortmund und Erling. Seine Bereitschaft, sein Charakter sind fantastisch", schwärmte Sammer.

Der BVB-Berater bezog dabei auch Stellung zu den kolportierten Forderungen der Haaland-Seite. Berater-Star Mino Raiola soll für den 21-jährigen Norweger ein Jahresgehalt von rund 50 Millionen Euro fordern. Aus moralischer Sicht müsse man bei diesen schwindelerregenden Zahlen "den Kopf Schütteln", meinte Sammer. Schließlich sei kein Spieler ein solches Mega-Gehalt "moralisch, menschlich, von meinem Gefühl her" wert.

Der 54-Jährige gab aber auch zu bedenken, dass solche Summen an der derzeitigen Marktsituation liegen. "Angebot und Nachfrage haben etwas mit Leistung und Entwicklung zu tun. Man könnte sagen, solche Forderungen sind nicht in Ordnung. Aber ich bin der Meinung, dass sich der Fußball mit all seinen Emotionen nicht einer grundsätzlich negativen Diskussion stellen sollte. Der Fußball hat sich die Möglichkeiten des Geldes erarbeitet, das ist nicht unanständig", so Sammer.

Haalands Aufstieg in die höchsten Gehaltssphären zwangsläufig

Eine Diskussion, wie unanständig das System Profi-Fußball tatsächlich ist, muss man nicht nur im Zusammenhang mit den kolportieren Haaland-Zahlen führen, sondern in den gesamten Kontext stellen - vor allem auch in Bezug zur kompletten Gesellschaft. Fakt ist, dass es durchaus Vereine geben wird, die Haalands Wünsche erfüllen wollen. Und das liegt - wie Sammer richtig feststellt - an dessen Entwicklung und dem verfügbaren Kapital, das im Spitzenfußball im Umlauf ist.

Mit einem Marktwert von nun 130 Millionen Euro gehört Haaland zu den heißesten Aktien auf dem Markt. Der Norweger klopft an der Schwelle zu den ganz großen Stars des Business. Zwangsläufig wird er bald ähnliche Summen wie Messi, Ronaldo, Neymar und Co. verdienen.

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