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BVB auf Torwartsuche: Wer wird Dortmunds neue Nummer eins?

Marc Knieper
Sportdirektor Michael Zorc sucht weiter die passende Nummer eins für seinen BVB
Sportdirektor Michael Zorc sucht weiter die passende Nummer eins für seinen BVB / Frederic Scheidemann/Getty Images
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Dem BVB fehlt es zwischen den Pfosten weiter an Konstanz. Roman Bürki möchte den Klub im Sommer verlassen, Marwin Hitz soll wieder als Ersatzmann dienen. Folgende Torhüter-Kandidaten stehen ganz oben auf der Shortlist von Manager Michael Zorc.

Dabei läuft es laut Bild und Sport Bild auf einen Zweikampf zwischen Gregor Kobel und Peter Gulácsi hinaus. Aber wie wahrscheinlich sind die Abgänge der jeweiligen Keeper? Eine Einordnung des derzeitigen Torwart-Karussells.


1. Peter Gulácsi

Peter Gulácsi steht im Fokus des BVB
Peter Gulácsi steht im Fokus des BVB / Martin Rose/Getty Images

Der Ungar hütet seit knapp sechs Jahren das Leipziger Gehäuse - und gehört schon längst zu den stärksten Torhütern der Bundesliga. Mit RB ginge es für Gulácsi auch in der kommenden Saison in die Champions League. Die Schwarz-Gelben kämpfen als Tabellenfünfter derweil weiter um das Ticket für die Beletage des europäischen Fußballs.

Gulácsi besitzt in Leipzig einen Kontrakt bis 2023 - mit Option auf ein weiteres Jahr. Dennoch kann der 30-Jährige die Roten Bullen dank Ausstiegsklausel für 12,5 Millionen Euro verlassen. Eine Summe, die "selbst für Corona-Zeiten sehr niedrig" sei, so sein Berater Hasan Cetinkaya.

Nicht allzu niedrig dürfte hingegen das geforderte Salär seines Schützlings ausfallen. Aktuell erhält Gulácsi vier Millionen Euro pro Jahr. Damit überhaupt die Chance eines Transfers besteht, müssten die Dortmunder sicherlich noch eine Schippe drauflegen.

Falls Gulácsi die Fronten wechselt, so möchte sich RB laut Bild die Dienste des Stuttgarter Schlussmannes Gregor Kobel sichern.

2. Gregor Kobel

Gregor Kobel im Fokus des BVB
Ist Kobel schon bereit für Dortmund? / Pool/Getty Images

Kobel wird allerdings auch in Dortmund heiß gehandelt. Der Stuttgarter Keeper parierte sich zuletzt in das Rampenlicht einiger Klubs, besticht nicht nur auf der Linie, sondern auch mit seinem spielerischen Aufbau. Über 40 Prozent seiner langen Pässe bringt Kobel an den Mann - keine schlechte Statistik.

Mit gerade einmal 23 Jahren brächte sein Alter Vor- und Nachteile für die Schwarz-Gelben. Zum einen könnte sich der Schweizer zur langfristigen Nummer eins am Borsigplatz etablieren, zum anderen fehlt es hier und da aber deutlich an Erfahrung.

Während Gulácsi neben seinen 162 Bundesliga-Spielen bereits 56 Mal auf internationalem Parkett auflief und mit der ungarischen Nationalelf bereits WM- und EM-Qualifikationsspiele bestritt, kann Kobel im Vergleich "nur" 48 Bundesliga-Spiele aufweisen. Dennoch passt Kobel mit seinem integrierten Spielstil (als quasi elfter Feldspieler) gut in die Spielidee des BVB.

Die Bild schätzt die mögliche Ablösesumme des Keepers auf 15 Millionen Euro. Zuletzt standen sogar 30 Millionen Euro im Raum. Der Fakt, dass Zorc mit seinem einstigen Kollegen Sven Mislintat (von 2006 bis 2017 als Scout beim BVB) verhandeln würde, schmälert allerdings diese hochgegriffene Summe. Kurz gesagt: Mislintat würde Zorc sicherlich finanziell entgegenkommen.

Ob Kobel tatsächlich schon für den nächsten Schritt bereit ist, steht derweil zur Debatte. 90min vermutete zuletzt aufgrund der vorerst hohen, kolportierten Ablösesumme, dass eine Verpflichtung mit Blick auf das Preis-Leistungsverhältnis zu früh käme. Aufgrund der nun halbierte Ablöse sieht das Ganze schon wieder anders aus.

Laut Sport Bild ist Kobel ein heißer Kandidat in Dortmund. Nun vermutlich sogar der heißeste...

3. Koen Casteels

Auch Casteels steht auf Dortmunds Zettel
Auch Casteels steht auf Dortmunds Zettel / KAI PFAFFENBACH/Getty Images

Die beiden heißesten Anwärter sind Kobel und Gulácsi. Laut Sport1 wartet Dortmund aber weiter auf ein Angebot für Bürki. Erst dann könne man auf dem Transfermarkt zuschlagen. Seine Ablöse würde etwa fünf Millionen Euro betragen.

Der dritte Mann aus der Bundesliga, der sich auf Dortmunds Shortlist befindet, heißt Koen Casteels - und besticht in dieser Saison mit einer (mittlerweile beendeten) weißen Weste von 674 Spielminuten ohne Gegentreffer.

Casteels besitzt beim VfL Wolfsburg noch einen Vertrag bis 2024 und könnte in der kommenden Saison womöglich zum zweiten Mal mit seinem Klub die Königsklasse erreichen. Zuletzt hütete er 2016 im Achtelfinale zwei Mal für die Wölfe das Tor in der Champions League.

Neben Dortmund bekundet auch Tottenham Hotspur Interesse am belgischen Nationalkeeper. Mit einer CL-Teilnahme hätte Casteels aber nur wenig Gründe, der Autostadt den Rücken zu kehren.

4. Alexander Nübel

Alexander Nübel für BVB wohl kein Thema
Nübel möchte die Bayern temporär verlassen / Alexander Hassenstein/Getty Images

Der kicker schreibt in seiner Ausgabe am Donnerstag, dass Nübel vereinsintern den Wunsch geäußert habe, den deutschen Rekordmeister für zwei Jahre auf Leihbasis zu verlassen. Neben der AS Monaco sei der Ex-Schalker besonders eine Option für RB Leipzig.

Zuletzt war Bayerns Nummer zwei laut Florian Plettenberg (Sport1) auch ein Kandidat in Dortmund. Da der 24-Jährige eine Leihe fordert, Zorc aber einen langfristigen Kandidaten sucht, dürfte diese Option nahezu verflogen sein.

5. Maignan, Cakir und Onana

Mike Maignan von Lille
Maginan liebäugelt wohl eher mit Milan / BSR Agency/Getty Images

Auf dem internationalem Markt soll sich Sportdirektor Zorc zuletzt mit Mike Maignan (Lille), Ugurcan Cakir (Trabzonspor) und André Onana (Ajax) beschäftigt haben. Maignan steht indes vor einem Wechsel zur AC Milan. Auch die anderen beiden Kandidaten rücken eher in den Hintergrund.

Es dürfte sich somit um einen ligainternen Transfer handeln. Erst einmal muss allerdings Bürki den Klub verlassen. Und, ganz wichtig: Der BVB sollte sich für die Champions League qualifizieren. Der Saisonendspurt hat es in sich: Dortmund trifft noch auf Leipzig, abstiegsbedrohte Mainzer und Bayer Leverkusen.

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