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BVB auf Titeljagd: So könnte der Kader in der Saison 2020/21 aussehen

Thorgan Hazard
Viele Transfers wird der BVB aller Voraussicht nach nicht tätigen. Entsprechend dürfte sich der Kader kaum verändern. | DeFodi Images/Getty Images

Saisonziele sollen künftig nicht mehr öffentlich ausgerufen werden, auch in puncto Kaderplanung geben sich die Verantwortlichen beim BVB zurückhaltend. Dennoch liegt auf der Hand, dass die Westfalen auch in der kommenden Saison versuchen werden, den FC Bayern vom Thron zu stoßen. Mit welchem Kader der Angriff gestartet werden könnte, zeigt 90min in der folgenden Übersicht.

Es hat sich bereits ein wenig auf dem Transfermarkt getan, mit zahlreichen Zu- und Abgängen wird in Dortmund aber nicht gerechnet. Grund dafür ist die Corona-Krise, die dem Klub einen Fehlbetrag von 45 Millionen Euro kosten wird. Laut Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke werden Sparmaßnahmen getroffen, einen Ausverkauf der Mannschaft soll es aber nicht geben.

Bislang steht lediglich ein fliegender Wechsel auf dem Rechtsverteidiger-Posten fest: Achraf Hakimi ist zu Real Madrid zurückgekehrt und wird sich aller Voraussicht nach Inter Mailand anschließen, in Person von Thomas Meunier wurde für Ersatz gesorgt. Darüber hinaus soll sich der BVB laut kicker mit Jude Bellingham einig sein, nach Informationen der WAZ wollen die Verantwortlichen aber nicht die kolportierte Ablösesumme über 35 Millionen Euro zahlen. Schon bei Hakimi, der dem Vernehmen nach 40 Millionen Euro kosten soll, erklärte Sportdirektor Michael Zorc, man könne und wolle derartige Summen nicht auf den Tisch legen.

Insofern ist offen, welche Neuzugänge bis zum Transferschluss im Oktober präsentiert werden. Darüber hinaus ist die Zukunft der Rückkehrer Felix Passlack, Marius Wolf und André Schürrle zu klären. Jeremy Toljan wird dagegen an US Sassuolo verkauft. Wie könnte der BVB-Kader in der kommenden Saison also aussehen?

1. Das Tor

Borussia Dortmund v TSG 1899 Hoffenheim - Bundesliga
Martin Rose/Getty Images

Im Tor wird es keine Veränderungen geben. Vor drei Wochen hat Roman Bürki seinen Vertrag bis 2023 verlängert, der 29-Jährige wird auch in der kommenden Saison die Nummer eins bleiben. Dahinter sitzt Landsmann Marwin Hitz auf der Ersatzbank. Allerdings geht Hitz in sein letztes Vertragsjahr. Nominell ist Luca Unbehaun die Nummer drei, der Nachwuchskeeper kam in dieser Saison bei der U23 und der U19 zum Einsatz.

Personal: Bürki, Hitz, Unbehaun

2. Die Abwehr

Mats Julian Hummels
Maja Hitij/Getty Images

In der Abwehr könnte es die ein oder andere Veränderung geben. Im 3-4-3-System erhielten Lukasz Piszczek, Mats Hummels und Dan-Axel Zagadou den Vorzug, dahinter reihen sich Manuel Akanji und Leonardo Balerdi ein. Im Winter erhielt das Duo allerdings in Person von Emre Can neue Konkurrenz.

Mit der (potentiellen) Ankunft von Jude Bellingham könnte Can endgültig in die Dreierkette rücken. Dann dürfte entweder Akanji oder Balerdi den BVB verlassen.

Achraf Hakimi und Raphael Guerreiro haben als Wing Backs brilliert, ersterer hat beim 0:4 gegen 1899 Hoffenheim aber sein letztes Pflichtspiel für den BVB bestritten. Für Hakimi rückt Thomas Meunier in die Mannschaft, hinter ihm wird Mateu Morey um weitere Einsatzminuten kämpfen. Nominell kann auch Marius Wolf auf dieser Position spielen, ob der Rückkehrer von Hertha BSC bleibt oder doch ein weiteres Mal verliehen oder sogar verkauft wird, ist jedoch unklar. Felix Passlack dürfte dagegen keine Rolle spielen.

Guerreiro wird als Linksverteidiger gesetzt bleiben. Dahinter lauert Nico Schulz auf eine zweite Chance. Der 25,5 Millionen Euro teure Neuzugang hat eine enttäuschende Debütsaison hinter sich, das ist aber noch lange kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Der Dritte im Bunde ist Marcel Schmelzer, jedoch könnte der Routinier ein Jahr vor Vertragsende noch einmal zu einem neuen Verein wechseln.

Personal:
IV: Hummels, Zagadou, Piszczek, Can, Akanji(?), Balerdi(?)
RV: Meunier, Morey, Wolf(?)
LV: Guerreiro, Schulz, Schmelzer(?)

3. Das Mittelfeld

Axel Witsel
Lars Baron/Getty Images

Im Mittelfeld sind die Dortmunder variabel - und extrem breit besetzt. In dieser Saison haben Axel Witsel, Thomas Delaney, Julian Brandt, Emre Can und Mahmoud Dahoud um die beiden Plätze auf der Doppelsechs gekämpft, dahinter wird Tobias Raschl an die Profis herangeführt. Bellingham würde den Konkurrenzkampf noch einmal vergrößern.

Auch auf den offensiven Halbpositionen hinter der Sturmspitze ist viel los. Dort können Thorgan Hazard, Jadon Sancho, Giovanni Reyna, Marco Reus und Brandt spielen. Das genannte Quintett kann sowohl links als auch rechts spielen, was die Möglichkeiten für Trainer Lucien Favre enorm erweitert. Mario Götze fällt dagegen raus, der Vertrag ist zum 30. Juni ausgelaufen.

Die Zukunft von Jadon Sancho bleibt ein großes Fragezeichen. Ab 130 Millionen Euro soll der BVB gesprächsbereit sein, in diesem Transfersommer dürfte allerdings kein Verein mit einer Offerte dieser Größenordnung vorstellig werden. Die Hoffnungen auf ein weiteres Jahr mit Sancho sind deshalb durchaus berechtigt. Als Deadline für eine Entscheidung gilt dem Vernehmen nach der Bundesliga-Start 2020/21.

Personal:
ZM: Witsel, Delaney, Brandt, Can, Dahoud, Raschl, Neuzugang (Bellingham?),
LF/RF: Hazard, Sancho(?), Reyna, Reus, Brandt

4. Der Sturm

FBL-GER-BUNDESLIGA-DORTMUND-COLOGNE
INA FASSBENDER/Getty Images

Traditionell hat der BVB nur eine echte Sturmspitze. In der ersten Saisonhälfte war Paco Alcácer für das Toreschießen zuständig, seit der Rückrunde ist Erling Haaland gesetzt. Der 19-Jährige hat Alcácer auf Anhieb verdrängt, noch im Januar wurde er deshalb an den FC Villareal verkauft.

Allerdings dürften die Verantwortlichen Ausschau nach einem Backup halten. Trainer Lucien Favre betonte mehrfach, dass Haaland nicht jedes Spiel absolvieren könne, die Belastungssteuerung fällt dem Schweizer aber nicht leicht. Spielt Haaland nicht, steht Brandt in der Spitze, dort fühlt sich der Kreativspieler aber unwohl.

Gemäß dem Fall, dass sich der BVB einen zweiten Stürmer leisten kann, könnte Favres Wunsch erfüllt werden. Stand jetzt ist aber nicht damit zu rechnen.

Personal: Haaland, Brandt, Neuzugang(?)

So könnte der BVB 20/21 auflaufen:

Die mögliche BVB-Startelf 20/21 - mit den jeweiligen Back-ups
Die mögliche BVB-Startelf 20/21 - mit den jeweiligen Back-ups