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Kraft- statt Kinderriegel: Deshalb ist Schlotterbeck Dortmunds Königstransfer

Martin Bytomski
Ist der Königstransfer des BVB: Nico Schlotterbeck
Ist der Königstransfer des BVB: Nico Schlotterbeck / INA FASSBENDER/GettyImages
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Der BVB treibt die Umbaumaßnahmen am Kader weiter voran. Gesucht wird mindestens noch ein Nachfolger für Erling Haaland und ein Abräumer für das defensive Mittelfeld. Im Abwehrzentrum sind die Zugangs-Planungen mit dem Schlotterbeck-Coup dagegen abgeschlossen. Der Noch-Freiburger soll zusammen mit Niklas Süle für neue Stabilität sorgen - und kann schon jetzt als Dortmunder Königstransfer des Sommers angesehen werden!


Fast still und heimlich wurde im Hintergrund der Transfer von Nico Schlotterbeck vom SC Freiburg eingetütet. Dass der frisch gebackene Nationalspieler das Interesse der Schwarz-Gelben geweckt hat, war kein Geheimnis. Erst kürzlich hatte sich Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke bei "1909 – der schwarzgelbe Talk" positiv über den Noch-Freiburger geäußert: "Er ist in den vergangenen Monaten kometenhaft nach oben gekommen, hat ein gutes Auftreten und vor allem Selbstvertrauen. Dass wir ihn gut finden, ist kein Geheimnis."

Die rasche Vollzugsmeldung am Montag kam dennoch überraschend. Die Verhandlungen mit dem SC Freiburg liefen äußerst diskret und vertraulich ab - das betonte auch der frühere Freiburger Kehl in der offiziellen Pressemitteilung: "Im Namen des BVB bedanke ich mich beim SC Freiburg für die vertraulichen und fairen Gespräche." Darin verhandelt wurden laut Medieninformationen eine Ablösesumme von 20 Millionen Euro plus weiterer fünf Millionen als mögliche Bonuszahlungen.

Angesichts des geschätzten Marktwertes von 28 Millionen kein schlechter Deal für den BVB, die Freiburger hatten mit Blick auf das Vertragsende im Sommer 2023 keine Argumente für eine höhere Entschädigung.

Mit Schlotterbeck und Süle dürften die Zugangsplanung in der Innenverteidigung abgeschlossen sein. Mit den beiden Nationalspielern könnte auf Jahre Ruhe im Dortmunder Abwehrzentrum einkehren - ähnlich wie 2008, als mit Mats Hummels und Neven Subotic ein kongeniales Duo seine Zelte im Ruhrgebiet aufschlug. Doch statt zwei 19-Jährige hat die Borussia jetzt ein Abwehrpärchen im besten Fußballeralter (Schlotterbeck ist 22/Süle 26) verpflichtet. Mit Blick auf den einst "Kinderriegel" getauften Abwehrverbund aus Hummels und Subotic geht mit Schlotterbeck und Süle ein "Kraftriegel" an den Start.

Sowohl Schlotterbeck als auch Süle bringen im Vergleich etwa zu Hummels oder selbst zum baumlangen Dan-Axel Zagadou deutlich mehr Körperlichkeit ins Dortmunder Defensivspiel. Vor allem Süle ist mit seinen massiven rund 100 Kilogramm bei 1,95 Metern ein echter Abwehrschrank. Zwar ist Schotterbeck vier Zentimeter kleiner und bringt etwa 15 Kilo weniger auf die Waage, doch das macht der blondierte Linksfuß mit seiner aggressiven Art des Vorwärtsverteidigens wett.

Beide eint der Drang, den Gegner noch vor der Ballannahme entscheidend zu stören. Gelingt das nicht, wird es zukünftig dank der Schnelligkeit der Neu-Borussen aber zumindest schwieriger, über Konter zum Erfolg zu kommen - aktuell ebenfalls eine Schwachstelle des Abwehrverbundes.

Mit der Verpflichtung von Schlotterbeck sind die Transferaktivitäten des Noch-Pokalsiegers nicht abgeschlossen. Neben Adeyemi und einem Haaland-Nachfolger wird nach einem stabilen Sechser gefahndet. Das wäre neben Süle und Schlotterbeck ein weiterer Mosaikstein, um die löchrige Abwehr zu stopfen und könnte im Verbund zu neuer Geschlossenheit vor Torhüter Gregor Kobel sorgen.

Doch Nico Schlotterbeck dürfte im neuen aggressiven Defensivkonzept dabei die größte Rolle spielen und ist deshalb bereits jetzt der Königstransfer von Borussia Dortmund.


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