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BVB-Abwehr im Check: So plant die Borussia für 2022/23

Martin Bytomski
Die BVB-Abwehr um Mats Hummels (links) und Raphael Guerreiro (13) in der Analyse
Die BVB-Abwehr um Mats Hummels (links) und Raphael Guerreiro (13) in der Analyse / INA FASSBENDER/GettyImages
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"Wir werden uns darüber Gedanken machen müssen, was können wir im Sommer verändern, an welchen Stellschrauben können wir drehen, was fehlt uns im Team aktuell - sowohl an Qualität, vielleicht aber auch an Eigenschaften?" Das sagte Sebastian Kehl, ab Sommer Nachfolger von Michael Zorc bei Borussia Dortmund und somit hauptverantwortlicher Kaderplaner, kürzlich bei DAZN. 90min nimmt den Ball auf und analysiert den Kader. Wer bleibt? Wer geht? Und wer steht auf der Kippe? Unter die Lupe nehmen wir die Torhüter, Verteidiger, Mittelfeldspieler und Angreifer. Nach unseren Torwart-Check geht’s jetzt mit der Abwehr weiter.


Mit Manuel Akanji droht dem BVB der stabilste Innenverteidiger der vergangenen Saison wegzubrechen. Ihn zieht es womöglich auf die Insel, Manchester United soll der heißeste Kandidat für eine Verpflichtung des Schweizers sein. Immerhin: Die Ablösesumme dürfte bei mehr als 20 Millionen Euro liegen. Außerdem wurde mit Niklas Süle bereits eine hochkarätige Neuverpflichtung getätigt. Da Süle aber nicht als Ersatz sondern als zusätzlicher Stabilisator für die in dieser Saison bisweilen wackelige Dortmunder Defensive unter Vertrag genommen wurde, dürften die Verantwortlichen die Augen weiter offenhalten – bald-Nationalspieler Nico Schlotterbeck gilt als heißer Kandidat.

Ansonsten wird Mats Hummels nach einer äußerst durchwachsenen Saison versuchen, an seine Glanzzeit anzuknüpfen. Bleibt er weitgehend verletzungsfrei, könnte er wieder ein wichtiger Faktor in der schwarzgelben Innenverteidigung werden. Fraglich ist das bei Dan-Axel Zagadou, der unbestritten über riesiges Potenzial verfügt, aber mit Blick auf die häufigen Verletzungen nicht als wichtiger Faktor eingeplant werden kann. Zudem läuft sein Vertrag aus – Verlängerung ungewiss. Mit Emre Can – eigentlich ein Mittefeldspieler – verfügt BVB-Trainer Marco Rose über eine weitere Option. Marin Pongracic wird den Verein sehr wahrscheinlich nach Ablauf seines Leihvertrages im Sommer verlassen. Sollte der Schlotterbeck-Deal tatsächlich über die Bühne gehen, wäre die Borussia im Abwehrzentrum mit ihm, Hummels, Süle, Can und ggf. Zagadou gut aufgestellt. Außerdem scharrt Soumaila Coulibaly aus der Dortmunder U19 bereits mit den Hufen.

Nach seiner teils desolaten Premierensaison hat sich Thomas Meunier mittlerweile stabilisiert und agiert so, wie es von ihm erwartet wurde: Fleißig, defensiv ordentlich, offensiv auch immer mal wieder mit guten Aktionen. Klar ist aber auch, dass ihm die so wichtige Dynamik auf der Außenposition abgeht. Da hat Felix Passlack zwar seine Stärken, auch die Leidenschaft ist dem Vollblutborussen nicht abzusprechen, aber sein taktisches und technisches Vermögen ist zu defizitär, als dass er eine langfriste Startelfaussicht hätte. Und wie sich die Karriere von Mateu Morey nach seiner schweren Kreuzbandverletzung entwickelt, bleibt abzuwarten. Insgesamt der ist aktuelle Tabellenzweite auf der rechten Defensivposition qualitativ und quantitativ maximal durchschnittlich besetzt.

Etwas besser ist die Lage auf der anderen Verteidigungsseite: Mit Raphael Guerreiro steht zumindest ein Profi im Kader, der internationales Format verkörpert. Offensiv, technisch und taktisch bisweilen herausragend, mangelt es bei ihm jedoch an Zweikampfhärte, Physis und Einsatzbereitschaft. Dennoch geht der Portugiese als klare Nummer eins hinten links in die kommende Saison. Seit seiner Verpflichtung 2019 für 25 Millionen Euro von der TSG 1899 Hoffenheim hat Nico Schulz derweil keine Erwartung erfüllt. Er genügt den Ansprüchen nicht, soll dazu noch ein üppiges Gehalt einstreichen. Findet sich ein Abnehmer für den 28-Jährigen, dürfte er ab Sommer nicht mehr das schwarzgelbe Trikot tragen. Falls nicht, geht Schulz weiter als Ersatzspieler in Dortmund seiner Arbeit nach. Da nicht davon auszugehen ist, dass Ex-Kapitän Marcel Schmelzer eine sportliche Rolle spielen wird, ist der Kader des BVB hier vor allem in der Breite zu dünn aufgestellt. 


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