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5 Gründe: Darum ist Schlotterbeck für den BVB ein Upgrade zu Akanji

Dominik Hager
Nico Schlotterbeck soll die BVB-Abwehr auf ein neues Niveau befördern
Nico Schlotterbeck soll die BVB-Abwehr auf ein neues Niveau befördern / Alex Grimm/GettyImages
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Nico Schlotterbeck wird ab der kommenden Saison den BVB verstärken. Für den deutschen Nationalspieler weicht aller Voraussicht nach Manuel Akanji, der sich im Sommer einen neuen Arbeitgeber suchen wird. Wir sehen uns an, wo die Vorteile für Dortmund bei diesem Tausch liegen, wenngleich nebenbei angemerkt sei, dass auch der Schweizer ein großartiger Innenverteidiger ist und den Frisuren-Vergleich klar gewonnen hätte.


1. Schlotterbeck ist jünger und entwicklungsfähiger

Schlotterbeck ist mit seinen 22 Jahren viereinhalb Jahre jünger als Akanji. Eigentlich beginnen die meisten Innenverteidiger erst mit 23, 24 so richtig zu reifen. Der Breisgauer ist seiner Zeit also gewissermaßen sogar voraus. Trotzdem kann man davon ausgehen, dass noch einige Entwicklungsschritte vor ihm liegen.

Der Dortmunder Innenverteidiger hat seine größte Schwäche, nämlich seine fehlende Konstanz, in den letzten ein bis zwei Jahren gut in den Griff bekommen. Mit knapp 27 Jahren kann man davon ausgehen, dass der Schweizer Nationalspieler in seiner Prime-Time angelangt ist und nicht mehr so viel Potenzial nach oben besitzt. Schlotterbeck ist demnach perspektivisch die bessere Wahl.

2. Schlotterbeck hilft dem BVB im Spiel mit dem Ball

Generell lässt sich anmerken, dass beide in Sachen Technik, Passspiel und Aufbau-Qualitäten auf einem sehr guten Niveau sind. Der Vorteil von Schlotterbeck gegenüber Akanji liegt darin, dass der Noch-Freiburger Linksfuß ist, wohingegen der Schweizer wie auch Hummels und Süle einen starken rechten Fuß besitzt. Dies kann im Spielaufbau - insbesondere in der Dreierkette - schon mal ein Vorteil sein.

Schlotterbeck ist am Ball außerdem der etwas mutigere Spieler und probiert es häufiger mit langen Bällen und Vertikalpässen sowie mit Läufen nach vorne. Akanji hat all das grundsätzlich auch im Repertoire, entscheidet sich aber denn doch meist eher für die sichere Variante.

3. Schlotterbeck bringt neuen Wind und Elan ins Team

Veränderungen sind meistens gut und notwendig. Für den BVB gilt das ganz besonders. Die Schwarz-Gelben sind gewissermaßen in einen Trott hineingeraten. Spielzeit für Spielzeit wird man Zweiter oder Dritter und immer wieder sind es dieselben Fehler, die einen Angriff auf die Bayern verhindern.

Es braucht frischen Wind, Mut und auch das Selbstvertrauen, um den Münchnern mal einen Meistertitel streitig machen zu können. Schlotterbeck könnte eine Art Symbolfigur für den Dortmunder Aufbruch sein. Der Spieler hat noch keine Titel auf Vereinsebene gewonnen und ist nun in einem Alter, in dem er nur so darauf brennt, die ganz großen Trophäen abzuräumen. Seine selbstbewusste Körpersprache ist sehr überzeugend und dürfte ihm bei dem Unterfangen helfen. Von einem Spieler, der mit Einsatz und Überzeugung in die Matches geht, profitiert am Ende jeder.

4. Schlotterbeck ist besser in Zweikampf- und Kopfballduellen

Prinzipiell sind Schlotterbeck und Akanji sehr zweikampfstarke Spieler. Der Freiburger ist mit 68,4 Prozent gewonnener Duelle der beste Bundesligaspieler in dieser Kategorie. Akanji kommt auf 65,3 Prozent, was noch immer gut ist und ligaweit 21/22 Rang acht bedeutet. In Summe sucht der Freiburger aber auch wesentlich häufiger die Zweikämpfe und bestreitet diese offensiver und kompromissloser.

Ziemlich groß ist die Diskrepanz in den Kopfballduellen. Mit 73,7 Prozent gewonnener Luftduelle liegt Schlotterbeck dann doch sehr deutlich vor Akanji, der nur auf 59,3 Prozent kommt. Dies liegt zum einen daran, dass Schlotterbeck ein paar Zentimeter größer ist, ist zum anderen aber auch darin begründet, dass sich der Schweizer in den Kopfballduellen häufiger mal verschätzt. Insbesondere bei Standards und hohen Flanken sollte der Neuzugang ein Upgrade darstellen.

5. Schotterbeck schießt mehr Tore

Selbstredend ist Torgefahr nicht die primäre Aufgabe eines Verteidigers. Dennoch kann es mitunter entscheidend sein, ob ein Spieler bei Standards oder sonstigen Aktionen für Gefahr sorgen kann oder nicht. Manuel Akanji hat in 117 Bundesligaspielen insgesamt viermal getroffen. Damit hat er ein Tor weniger erzielt als Schlotterbeck, der für seine fünf Buden nur 63 Spiele gebraucht hat. Allein in der laufenden Saison hat er so viele Tore geschossen, wie Akanji in seiner gesamten BVB-Zeit.

Es ist zu erwarten, dass sich der Trend fortsetzt und der Freiburger seine Quote weiter steigern kann. Wie torgefährlich der 22-Jährige sein kann, hat er bereits in der U19-Bundesliga gezeigt, wo er in 47 Spielen 14 Tore erzielen konnte.


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