Bundesliga

BVB nur noch 6 Punkte hinter Bayern: 7 Gründe gegen einen spannenden Titelkampf

Dominik Hager
Wird Erling Haaland und der BVB dem FC Bayern noch mal gefährlich? Einige Punkte sprechen dagegen
Wird Erling Haaland und der BVB dem FC Bayern noch mal gefährlich? Einige Punkte sprechen dagegen / Sebastian Widmann/GettyImages
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Der FC Bayern hat aufgrund der Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach wichtige Punkte im Titelrennen liegen gelassen. Zunächst sah es so aus, als würde die Pleite unbestraft bleiben. Mit einer fulminanten Schlussphase sicherte sich der BVB gegen Frankfurt jedoch einen Last-Minute-Sieg und liegt nur noch sechs Punkte hinter den Münchenern zurück. Dennoch gibt es eine ganze Reihe an Gründen, die gegen einen spannenden Titelkampf sprechen.


1. Bayern-Schwäche lediglich eine Momentaufnahme

Die 1:2-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach hat nur wenig Aussagekraft. Zum einen sehen die Münchener gegen die Fohlen immer schlecht aus und zum anderen werden fortan nicht immer 13 Spieler ausfallen. Zudem sei auch gesagt, dass der Rekordmeister das Spiel auch ersatzgeschwächt hätte gewinnen können.

In den kommenden Tagen und Wochen wird sich das Lazarett jedoch lichten und der FC Bayern wieder seine gewohnte Qualität an den Tag legen können. Es ist definitiv nicht so, dass die kürzliche Niederlage eine generelle Formschwäche oder Probleme im Team offengelegt hat. Daher werden derartige Ausrutscher die Seltenheit bleiben.

2. Die Geschichte spricht für den FC Bayern

Euphorisierte Dortmund-Fans sollten besser die Finger von Fußball-Geschichtsbücher lassen. Was sie darin lesen können, wird ihnen jedenfalls wenig zusagen. Seit der Einführung der Drei-Punkte-Regel (1995/96) hat der FC Bayern noch nie einen Sechs-Punkte-Vorsprung verspielt.

Die Münchener sind es gewohnt die Tabelle anzuführen und verfallen gewiss keiner "Meisterschafts-Nervosität", wie das bei anderen Teams der Fall sein könnte. Vielmehr fühlt sich der Klub nur dann so richtig wohl, wenn er ganz oben steht und erhält dadurch einen weiteren Selbstvertrauens-Booster. Nicht umsonst hat der Klub zuletzt neun Meistertitel in Serie einfahren können.

3. FC Bayern hat die stärkste Offensive und Defensive

So ein Sechs-Punkte-Vorsprung muss das Kräfteverhältnis nicht zwangsläufig exakt widerspiegeln. Selbst mit eher mauen Auftritten kann man mit vielen knappen und glücklichen Siegen weit kommen.

Beim FC Bayern ist dies aber nicht der Fall. Tatsächlich hat man die wenigen knappen und umkämpften Spiele mehrheitlich nicht gewonnen. Auf der anderen Seite gab es echte Schützenfeste, die die Münchener Dominanz abbildeten. Mit einem Torverhältnis von +39 ist der FC Bayern der Konkurrenz weit voraus. Der Klub stellt mit 57 Toren mit Abstand die beste Offensive und mit 18 Gegentoren gemeinsam mit Freiburg die beste Defensive. Borussia Dortmund kommt hingegen nur auf ein Torverhältnis von 44:28.

Diese Statistik spiegelt eigentlich ganz gut wieder, dass der FC Bayern das stärkste Team der Liga ist.

4. FC Bayern im entscheidenden Moment immer zur Stelle

Der FC Bayern musste sich in den vergangenen Jahren immer wieder den Angriffen aus Dortmund erwehren, gewann die direkten Duelle aber letztlich fast immer. Sollte der BVB am 31. Spieltag in Schlagdistanz sein, spricht beim direkten Aufeinandertreffen dennoch sehr viel mehr für die Münchener.

Zudem hat der FC Bayern den Vorteil, dass das Rückrunden-Duell in der Allianz Arena stattfindet. Seit der 0:3-Niederlage aus dem Jahr 2014 haben die Münchner alle Bundesliga-Heimspiele gegen den BVB gewonnen. Die Bayern haben einfach das gewisse Killer-Gen und hier und da auch das Quäntchen Glück an ihrer Seite.

5. Borussia Dortmund zu unbeständig

Die Wahrscheinlichkeit ist eher gering, dass der BVB am 31. Spieltag wirklich in Schlagdistanz ist. Dies hat in erster Linie damit zu tun, dass der Klub einfach nicht beständig genug spielt.

Allein der Rückrunden-Auftakt gegen Frankfurt hat gezeigt, wie groß die Schwankungen sogar binnen eines Spieles sein können. Der BVB ist immer in der Lage, sich in einen Rausch zu spielen, agiert aber genauso oft blutleer und zeigt in der Defensive zum Teil unglaubliche Schnitzer.

Beim letzten Hinrunden-Spiel gegen Hertha BSC setzte es beispielsweise eine 2:3-Niederlage. Zwar haben die Bayern gegen Augsburg auf eine ähnliche Art und Weise gepatzt, jedoch leistet sich der Rekordmeister solche Patzer weitaus seltener. In Dortmund muss man praktisch nur die Uhr danach stellen, bis der nächste unnötige und unerwartete Punktverlust ansteht.

6. BVB muss voraussichtlich mehr Spiele absolvieren

Normalerweise ist es der FC Bayern gewohnt, mehr Spiele als die Konkurrenz bestreiten zu müssen. In der Rückrunde könnte sich dies jedoch anders gestalten. Die Münchener haben im Pokal die Segel gestrichen und müssen auch keine Klub-WM oder sonstiges absolvieren. Demnach steht neben der Bundesliga nur noch die Champions League auf dem Programm. Hierbei hat man mit RB Salzburg schon mal ein Los gezogen, welches lediglich eine sehr kurze Auswärtsreise beinhaltet.

Der BVB hingegen hat zwar in der Champions League eine krachende Bauchlandung hingelegt, ist aber in der Europa League noch im Rennen. Die Borussen müssen dabei zudem noch die Play-off-Runde überstehen, um ins Achtelfinale zu gelangen. Demnach stellen bereits die zwei unbequemen Duelle gegen die Glasgow Rangers eine Zusatzbelastung da. Der BVB möchte in der Europa League unbedingt den Titel holen, wie Watzke zuletzt bekräftigte. Ausgiebige Rotations-Maßnahmen oder sogar eine B-Elf werden wir in diesem Wettbewerb demnach nicht sehen.

Zudem ist der BVB auch im DFB-Pokal noch im Rennen und wird alles für die Titelverteidigung geben. Die Belastung zwischen den Bundesliga-Spielen dürfte für die Dortmunder also höher sein.

7. Bayern hat die stärkere Mannschaft

Vergleicht man die Dortmund-Aufstellung mit der Bayern-Aufstellung, so wird man kaum Positionen finden, wo der BVB ähnlich stark besetzt ist. Der Münchner Kader ist absolut ausgewogen und weist praktisch keine Schwächen auf. Die Spieler gehören allesamt zu den besten Akteuren auf ihrer Position.

Der BVB hat zwar auch tolle Kicker im Kader, weist jedoch auch gewisse Schwächen auf. Es fehlt ein guter Rechtsverteidiger sowie ein schneller und dribbelstarker Flügelspieler. Zudem können Eckfeiler wie Haaland oder Guerreiro schlichtweg nicht adäquat ersetzt werden.

Letztlich gilt es eben, möglichst viel Top-Qualität auf den Platz zu bringen und dazu möglichst wenige Schwachstellen aufzuweisen. In beiden Punkten ist der FC Bayern klar vorne.

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