Bundesliga

Marktwert-Update Bundesliga: Die größten Verlierer

Nikolas Pfannenmüller
Dayot Upamecano hat an Marktwert eingebüßt
Dayot Upamecano hat an Marktwert eingebüßt / Quality Sport Images/GettyImages
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Nach der Hinrunde einer jeden Saison führt das Fußballportal transfermarkt.de ein Update der Marktwerte aller Bundesligaspieler durch. Während Spieler wie Jonathan Burkardt, Konstantinos Mavropanos oder Patrik Schick sich über eine gewaltige Aufwertung ihrer Marktwerte freuen können, gibt es auf der anderen Seite auch eine Reihe an langen Gesichtern, bei denen die Marktwerte abgewertet wurden.

Wichtig zu erwähnen ist noch, dass es sich bei den Summen um geschätzte Werte handelt. Außerdem werden Spieler ab einem Alter von 30 Jahren oder älter mit großer Wahrscheinlichkeit abgewertet - unabhängig davon, wie gut sie spielen. Bei Routiniers ist schließlich das Karriereende nicht mehr allzu weit weg.

Transfermarkt.de orientiert sich hierbei an der Wirklichkeit. Ältere Spieler werden in der Regel nicht mit Vier- oder Fünfjahresverträgen geködert, zudem fallen die Ablösesummen meist geringer aus als bei Jungprofis oder Spielern im besten Fußballeralter zwischen ungefähr 24 und 28 Jahren.

1. Wout Weghorst (Neuer Marktwert: 20 Millionen Euro, - 10 Millionen Euro)

Wout Weghorst
Wout Weghorst hat für seine Verhältnisse eine schwache Hinrunde gespielt. / Thomas Eisenhuth/GettyImages

Die vermutlich größte Enttäuschung der Bundesligasaison ist bis dato der VfL Wolfsburg. Wie die gesamte Mannschaft schaffte es auch Stürmer Wout Weghorst nicht, seine glänzende Form aus der Vorsaison auf die gegenwärtige Spielzeit zu übertragen.

Nach der Hinrunde der Saison 2020/2021 hatte der Stürmer doppelt so viele Tore wie nach der Hälfte der jetzigen Spielzeit. Damals waren es 12, jetzt sind es sechs.

Der 29-jährige Weghorst, der bei der EM 2021 für die Niederlande noch zu regelmäßigen Einsätzen kam, wird vom neuen Bondscoach Louis van Gaal kaum berücksichtigt. Die Qualität und den Torriecher hat Weghorst aber allemal, um Wolfsburg in der Rückrunde wieder in obere Tabellenregionen zu hieven. So könnte er schnell wieder relevant für die Nationalmannschaft werden.

2. Robert Lewandowski (Neu: 50 Millionen Euro, - 10 Millionen Euro)

Robert Lewandowski
Robert Lewandowski führt die Torschützenliste der Bundesliga an. / Alexander Hassenstein/GettyImages

Wäre Robert Lewandowski fünf oder sechs Jahre jünger, müsste sein Marktwert angehoben werden. In 17 Hinrundenspielen erzielte der Angreifer 19 Tore, insgesamt hat Lewandowski für den FC Bayern München in 25 Pflichtspielen 30 Mal genetzt.

Da Lewandowski allerdings schon 33 Jahre alt ist, nahm transfermarkt.de eine Änderung seines Marktwertes vor. In diesem Alter ist das ganz normal. Selbst die Marktwerte von Lionel Messi und Cristiano Ronaldo wurden in den letzten Jahren regelmäßig nach unten korrigiert.

3. Thorgan Hazard (Neu: 20 Millionen Euro, - 7 Millionen Euro)

Thorgan Hazard
Thorgan Hazard spielt seit 2019 bei Borussia Dortmund. / Joosep Martinson/GettyImages

Thorgan Hazard befindet sich mit seinen 28 Jahren noch im oft zitierten besten Fußballeralter, die Leistungen des Flügelspielers unter BVB-Trainer Marco Rose sind jedoch wechselhaft.

Wegen Sprunggelenksproblemen und einer Coronavirus-Infektion verpasste der Belgier in der Hinrunde fünf Bundesligaspiele und drei weitere Pflichtspiele. War Hazard fit, stand er in der Bundesliga allerdings auch nur sechsmal in der Startelf. Vier Tore und eine Vorlage in 17 Pflichtspielen sind solide, aber auch nicht mehr.

4. Florian Neuhaus (Neu: 22 Millionen Euro, - 6 Millionen Euro)

Florian Neuhaus
Florian Neuhaus muss bei den Fohlen um einen Stammplatz kämpfen. / Lukas Schulze/GettyImages

Florian Neuhaus hat sich die Hinrunde sicherlich anders vorgestellt. Nachdem der Gladbacher zu Saisonbeginn noch beständig in die erste Elf beordert wurde, musste er ab dem 6. Spieltag zum Anpfiff eines jeden Spiels vermehrt einen Bankplatz einnehmen.

Seit November hat Neuhaus immerhin drei Bundesligatore geschossen, aber defensiv muss er sich steigern. Sein Fehlpass im Spiel gegen Köln führte zum unmittelbaren Gegenangriff und Tor durch Mark Uth. Will der zentrale Mittelfeldspieler sich in der Nationalelf festbeißen, benötigt es eine Leistungssteigerung des 24-Jährigen.

5. Reinier (Neu: 10 Millionen Euro, - 6 Millionen Euro)

Reinier Jesus Carvalho
Reinier kommt auf kaum Spielzeit beim BVB. / Matthias Hangst/GettyImages

Im August 2020 wechselte Reinier auf Leihbasis von Real Madrid zu Borussia Dortmund. Wenn alles nach Plan läuft und das Leihgeschäft nicht doch schon vorzeitig beendet wird, verlässt der Brasilianer den BVB Ende Juni 2022 wieder.

Der immer noch erst 19-Jährige hat weder in seiner ersten noch in seiner zweiten Bundesligasaison groß auf sich aufmerksam gemacht. In insgesamt 30 Pflichtspieleinsätzen für die Westfalen hat Reinier ein Tor und eine Vorlage zu Buche stehen. An einer Hand abzählen kann man jedoch die Anzahl seiner Startelfeinsätze.

6. Dayot Upamecano (Neu: 55 Millionen Euro, - 5 Millionen Euro)

Dayot Upamecano
Dayot Upamecano leistete sich in der Hinrunde den ein oder anderen Aussetzer. / Sebastian Widmann/GettyImages

Dayot Upamecano kam mit großen Vorschusslorbeeren im Sommer von RB Leipzig zum FC Bayern München. Zwar zahlte der Rekordmeister eine Ablösesumme von 42,5 Milionen Euro für den Innenverteidiger, doch sein Marktwert betrug damals laut transfermarkt.de 60 Millionen Euro. Da Upamecano nicht in jedem Spiel überzeugen konnte, wurde sein Marktwert auf 55 Millionen Euro heruntergestuft.

Gerade im DFB-Pokalspiel bei Borussia Mönchengladbach (0:5) machte der Franzose eine unglückliche Figur. Dagegen wusste der 23-Jährige offensiv überraschenderweise das ein oder andere Mal zu gefallen. Gerade bei Standardsituationen machte er von sich reden. Insgesamt bereitete Upamecano vier Tore vor, zum Hinrundenabschluss gegen Wolfsburg gelang ihm sein erstes Pflichtspieltor für die Bayern.

7. Joshua Kimmich (Neu: 85 Millionen Euro, - 5 Millionen Euro)

Joshua Kimmich
Joshua Kimmich spielte eine starke Hinrunde, verpasste allerdings zu viele Spiele. / Alexander Hassenstein/GettyImages

Die Marktwertabwertung von Joshua Kimmich liegt weder an dessen Alter noch an dessen Leistung. Der 26-Jährige orchestrierte das Angriffsspiel im Mittelfeld der Bayern mit enormer Selbstsicherheit.

Da Kimmich allerdings zum Ende der Hinrunde wegen eines Kontakts zu einer Coronavirus-infizierten Person und einer eigenen Infektion aussetzen musste, bestritt der deutsche Nationalspieler nur 18 Pflichtspiele. In diesen erzielte er drei Tore und bereitete vier weitere vor.

8. Raphael Guerreiro (Neu: 35 Millionen Euro, - 5 Millionen Euro)

Raphael Guerreiro
Wegen diverser Verletzungen fiel Raphael Guerreiro in der Hinserie immer wieder aus. / Alex Grimm/GettyImages

Raphael Guerreiro musste aus gesundheitlichen Gründen große Teile der Hinrunde aussetzen. Wegen eines Muskelfaserrisses und muskulärer Probleme im anschließenden Saisonverlauf kam der Portugiese nur zu 12 Pflichtspielen in allen Wettbewerben.

Seit dem 8. Bundesligaspieltag absolvierte Guerreiro nur noch drei Partien im deutschen Oberhaus. Bleibt der 28-Jährige über einen längeren Zeitraum fit, könnte sich sein Marktwert wieder nach oben korrigieren.

9. Angelino (Neu: 30 Millionen Euro, -5 Millionen Euro)

Angelino
Seit dem 9. Bundesligaspieltag der laufenden Spielzeit stand Angelino immer in Leipzigs Startelf. / RONNY HARTMANN/GettyImages

Der Saisonstart verlief ein wenig unglücklich für Angelino: Aufgrund einer Muskelverletzung verpasste er den zweiten und dritten Bundesligaspieltag. Im ersten Champions-League-Spiel bei Manchester City handelte er sich eine Gelb-Rote-Karte ein und verpasste dadurch das nächste Spiel gegen Brügge.

Seither ist der Spanier aber fit und wieder ein unumstrittener Stammspieler bei RB Leipzig. Der offensivstarke Allrounder auf der linken Seite spielte im nationalen Wettbewerb seit dem 9. Bundesligaspieltag immer durch. Sieben Vorlagen in 21 Partien sprechen für Angelino, doch die durchwachsenen Leistungen des gesamten Teams haben sich auch auf ihn ausgewirkt.

10. Benjamin Pavard (Neu: 30 Millionen Euro, - 5 Millionen Euro)

Benjamin Pavard
Benjamin Pavard ist in seiner dritten Saison beim FC Bayern. / Alexander Hassenstein/GettyImages

Benjamin Pavard ragt aus dem hochkarätigen Kollektiv des FC Bayern München nicht heraus. Er verrichtet solide seine Arbeit, steht defensiv in der Regel stabil, ist aber offensiv weit weniger gefährlich als sein Pendant auf der anderen Seite: Alphonso Davies.

Im Auswärtsspiel bei Greuther Fürth handelte sich Pavard eine rote Karte ein. Diese Tatsache hat bestimmt auch eine Rolle gespielt, weswegen der Marktwert des Franzosen um fünf Millionen Euro abgewertet wurde.

11. Marcel Sabitzer (Neu: 27 Millionen Euro, - 5 Millionen Euro)

Marcel Sabitzer
Marcel Sabitzer konnte im Trikot des FC Bayern noch keine großen Akzente setzen. / Alexander Hassenstein/GettyImages

Spätsommer-Neuzugang Marcel Sabitzer ist noch nicht richtig beim FC Bayern angekommen. Der Österreicher ist aktuell nicht mehr als eine Teilzeitkraft. Nur drei Mal stand Sabitzer in der Hinrunde in der Startelf. Dabei profitierte er von Verletzungen seiner Kollegen im Mittelfeld.

Gegen Augsburg und Benfica Lissabon unterliefen Sabitzer folgenschwere Fehler, die jeweils zu Gegentoren führten. Auch offensiv hat der ehemalige Leipziger kaum Akzente setzen können. Erst eine Vorlage hat der 27-Jährige bisher verzeichnet, auf ein Tor wartet er noch.

12. Andrej Kramaric (Neu: 18 Millionen Euro, - 5 Millionen Euro)

Andrej Kramaric
Andrej Kramaric hat in der bisherigen Saison erst zwei Bundesligatore geschossen. / Matthias Hangst/GettyImages

Als Torschütze will es für Andrej Kramaric in dieser Saison noch nicht so richtig klappen. Erst zwei Bundesligatreffer hat der Kroate erzielt. Vielmehr fällt der 30-Jährige als Vorlagengeber auf. Mit sieben Torvorbereitungen sticht er alle seine Mitspieler in dieser Kategorie aus. Eine spektakuläre Vorstellung bot Kramaric am ersten Spieltag, als er drei Tore vorbereitete.

Obwohl es für die TSG Hoffenheim sportlich gut läuft, läuft Kramaric, was eigene Tore angeht, seiner Form der letzten Jahre hinterher. In der letzten Saison traf er 20 Mal in der Bundesliga.

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