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Bundesliga-Fünfkampf um Malang Sarr: Warum Gladbach den Poker aufgeben könnte

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FBL-FRA-LIGUE1-NICE-TOULOUSE | YANN COATSALIOU/Getty Images

Der Weg von Malang Sarr in die Bundesliga scheint vorgezeichnet: Am U21-Nationalspieler Frankreichs zeigen gleich eine Handvoll Klubs aus dem deutschen Oberhaus ernsthaftes Interesse. Der 21-jährige Verteidiger ist ablösefrei zu haben.

Schon im letzten Jahr stand Sarr kurz vor einem Wechsel nach Deutschland. Borussia Mönchengladbach schien sich mit dem Defensiv-Allrounder bereits einig zu sein und ihn als Nachfolger von Routinier Oscar Wendt verpflichten zu wollen. Sarr fühlt sich sowohl in der Innenverteidigung als auch auf der linken Abwehrseite heimisch.

Letzten Sommer verhinderte das Veto von Sarrs aktuellem Klub OGC Nizza den Transfer doch noch. In diesem Jahr könnten die Franzosen nichts gegen einen Abgang des Verteidigers tun - der Vertrag des sechsfachen U21-Nationalspielers läuft aus.

Bundesliga-Fünfkampf um Sarr?

Auf den ersten Blick scheinen die Fohlen nun grünes Licht zu haben für einen Transfer mit einem Jahr Verspätung. Doch die Vorzeichen haben sich geändert. Neben Gladbach zeigen auch der VfL Wolfsburg, Bayer Leverkusen, RB Leipzig und offenbar auch der BVB mit Sarrs Ex-Coach Lucien Favre Interesse.

Bei der Gladbacher Borussia hat man mit Ramy Bensebaini einen Linksverteidiger verpflichtet, der voll eingeschlagen ist. Sollte Sarr kommen, wäre er wohl vornehmlich für die zentrale Stelle in der Abwehrkette vorgesehen. Ähnlich würde man mit ihm wohl bei der Bundesliga-Konkurrenz planen.

Rami Bensebaini
Ramy Bensebaini hat sich bei der Borussia hinten links etabliert | DeFodi Images/Getty Images

Und dort scheint man mittlerweile einen Vorteil gegenüber den Fohlen zu haben. Während in Gladbach alle Transferaktivitäten auf Eis liegen und Manager Eberl weiter nach dem Kredo handeln will: 'Es wird nur das Geld ausgegeben, das auch sicher zur Verfügung steht', könnte man allen voran in Leverkusen und Leipzig gute Karten bei Sarr besitzen.

Gladbach raus aus Sarr-Poker? Leipzig mit den besten Karten?

Die Bild geht mittlerweile davon aus, dass Gladbach im Sarr-Poker "überhaupt nicht mehr beteiligt" sei. Bei RB Leipzig bahnt sich dagegen der Abgang von Dayot Upamecano immer mehr an. Sarr könnte der Nachfolger seines Landsmannes bei den Roten Bullen werden. Dabei stünden die Aussichten gut, dass sich Sarr einen Stammplatz ergattern kann. Eine wichtige Voraussetzung, will sich der junge Verteidiger weiter entwickeln und dafür regelmäßige Spielpraxis bekommen.

Dayot Upamecano
Upamecano will RB im Sommer verlassen - zum FC Bayern | Soccrates Images/Getty Images

In Gladbach müsste Sarr zunächst am etablierten Duo Elvedi/Ginter in der Zentrale vorbei. Auf der linken Seite scheint Bensebaini gesetzt, bei Oscar Wendt zeichnet sich zudem eine weitere Vertragsverlängerung an.

Am Ende scheint es fast so, als könne man am Niederrhein die Chance auf Sarr in der aktuellen Corona-Krise getrost verstreichen lassen. Ein finanzielles Risiko muss Eberl nicht eingehen und kann seinen Bundesliga-Kollegen den Vortritt lassen. Auf der anderen Seite ist Sarr aber weiter ein großes Abwehr-Talent und Fohlen-Coach Marco Rose bekäme eine weitere hochkarätige Option für die Defensive. Die Chance, ihn ablösefrei zu bekommen, wird sich wohl kaum ein weiteres Mal bieten.