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Halstenberg vor Wechsel zum BVB: Kein zweiter Fall Nico Schulz

Oscar Nolte
Marcel Halstenberg steht vor einem Wechsel zum BVB
Marcel Halstenberg steht vor einem Wechsel zum BVB / Martin Rose/Getty Images
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Der BVB steht unmittelbar vor der Verpflichtung von Marcel Halstenberg. Acht bis neun Millionen Euro Ablöse sollen aus Dortmund zu RB Leipzig fließen. Mit Halstenberg verpflichtet die Borussia einen Spieler, der den Kader verstärken und Cheftrainer Marco Rose mehr Optionen geben wird. Einen zweiten Fall Nico Schulz müssen die BVB-Fans nicht befürchten.


Denn die Parallelen zum Schulz-Transfer sind ebenso wenig zu leugnen, wie die Sehnsucht nach einem hochklassigen Linksverteidiger beim BVB. Den gab es seit den besten Tagen von Marcel Schmelzer in Dortmund nicht mehr. Ohnehin bewies Sportdirektor Michael Zorc bei Verpflichtungen auf den beiden Außenverteidiger-Positionen in den letzten Jahren oftmals kein gutes Händchen: Nico Schulz, Jeremy Toljan und - Stand jetzt - Thomas Meunier erwiesen sich als Flops. Besonders der damalige Nationalspieler Nico Schulz enttäuschte bislang auf ganzer Linie und verdammte damit Raphael Guerreiro zu einem Dasein als Linksverteidiger.

Auch Marcel Halstenberg ist ein Nationalspieler, der von der Konkurrenz nach Dortmund wechselt und im Fanlager des BVB, angesichts der Enttäuschungen der letzten Jahre, nicht gerade Jubelstürme auslöst. Doch ein genauer Blick auf den 29-Jährigen mit schwarz und gelber Vergangenheit lohnt sich und legt den Schluss nahe, dass Halstenberg ein absoluter Gewinn für den BVB sein wird.

Halstenberg schließt beim BVB eine Langzeit-Baustelle

Über die letzten sechs Jahre erwies sich Halstenberg bei RB Leipzig als zuverlässiger Allrounder, mit Qualitäten überall auf dem Rasen. Kein Ballzauberer, kein Unterschiedsspieler - aber eben ein solider Verteidiger mit gesundem Offensiv-Drang und einem zuverlässigen Spiel mit dem Ball. Zudem ist Halstenberg, der zwischen 2011 und 2013 für die zweite Mannschaft des BVB spielte und mittlerweile neun Länderspiele auf dem Buckel hat, genau der Typ Schienenspieler, den Marco Rose schätzt; für seinen Wechsel nach Dortmund soll Halstenberg sogar finanzielle Einbußen hinnehmen.

Während Nico Schulz seine Qualitäten auf hohem Niveau noch nicht konstant nachweisen konnte, spielt Halstenberg seinen Stiefel seit einigen Jahren zuverlässig herunter. Seine Erwartungshaltung in Dortmund wird aus dem sportlichen Aspekt her überschaubar sein: hinten dicht machen und die Linie auf und ab rackern, um das zentral angelegte Spiel des BVB in der Offensive zu unterstützen. Im Schnitt legte Halstenberg in der Bundesliga für Leipzig etwas mehr als drei Tore pro Saison vor - solide.

Mit Marcel Halstenberg dürfte der BVB die linke Abwehrseite auf Sicht stabilisieren und damit eine gewaltige Baustelle schließen. Zudem kann der 29-Jährige auch in einer Dreierkette als linker Innenverteidiger spielen, was angesichts der verletzungsanfälligen Dortmunder Abwehrzentrale (Hummels und Zagadou) viel wert ist. Der für den Moment größte Mehrwert, den Halstenberg mit sich bringt, ist jedoch die Evolution von Raphael Guerreiro. Der Portugiese ist der linken Außenverteidiger-Position seit Jahren entwachsen und dürfte mit der Ankunft von Halstenberg endlich offensiver eingesetzt werden.

Einen zweiten Fall Nico Schulz muss der BVB bei Marcel Halstenberg beileibe nicht befürchten. Der deutsche Nationalspieler ist eine verhältnismäßig sichere Wette und im Preis-Leistungs-Verhältnis eine exzellente Lösung für das Jahre andauernde Dortmunder Linksverteidiger-Problem.

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