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Borussia Dortmund: Kehl erklärt Hartnäckigkeit bei Sancho - Sonderlob für Bellingham

Sep 22, 2020, 10:59 AM GMT+2
Sebastian Kehl
Ist mit dem Kader von Borussia Dortmund sehr zufrieden: Lizenzspielerleiter Sebastian Kehl / DeFodi Images/Getty Images
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Alle Leistungsträger gehalten, spannende Neuzugänge verpflichtet: Borussia Dortmund hat auf dem Transfermarkt vieles richtig gemacht. Bei "19:09 - der schwarz-gelbe Talk" von den Ruhr Nachrichten und Radio 92.1 sprach Lizenzspielerleiter Sebastian Kehl über die Hartnäckigkeit bei Jadon Sancho, Jude Bellingham und wie gut der Kader in dieser Saison ist.

Es gab in der Vergangenheit nur wenige Transfersommer, in denen Borussia Dortmund keinen Abgang eines wichtigen Spielers verkraften musste. Fast jährlich musste sich Schwarz-Gelb auf mindestens einer Position neu aufstellen, mit dem Dreifach-Abgang von Mats Hummels, Ilkay Gündogan und Henrikh Mkhitaryan im Sommer 2016 ging sogar ein größerer Umbruch einher. Doch auch wegen der Corona-Pandemie ist in diesem Jahr alles anders.

Jadon Sancho, eines der größten Talente seiner Generation, steht entgegen zahlreicher Spekulationen noch immer in Dortmund unter Vertrag, besitzt seit einem Jahr sogar einen Vertrag bis 2023. Ein Wechsel zu Manchester United wurde besonders von den englischen Zeitungen herbeigeredet, dabei war relativ früh klar: Gehen darf Sancho nur bis zum zehnten August. Und zwar nur für eine Ablösesumme in Höhe von 120 Millionen Euro.

80 Millionen Euro reichen für so einen Spieler einfach nicht.

Warum die BVB-Verantwortlichen trotz der finanziellen Krisensituation keinen Rabatt bei Sancho gewährt haben, liegt für Sebastian Kehl auf der Hand: "Ohne Jadon ist diese Mannschaft schlechter", so der Lizenzspielerleiter. "Wir waren uns einig, dass wir da eine gewisse Haltung zeigen mussten. Und 80 Millionen Euro reichen für so einen Spieler einfach nicht. Das waren wir dem Verein und den Fans schuldig."

Jadon Sancho bleibt Borusse
Jadon Sancho bleibt Borusse / DeFodi Images/Getty Images

Darüber hinaus habe Sancho keine Anzeichen für einen Wechselwunsch erkennen lassen. Kehl habe "nicht gespürt, dass er in irgendeiner Form bockig war oder wegwollte", auch war Sancho dem 40-Jährigen zufolge "nicht bei uns und hat gesagt, ich möchte weg." Also stellte er klar: "Jadon ist da und bleibt auch. Und ich finde, es war ein sehr starkes Signal, dass dieser Verein in einer schwierigen Phase erneut gesetzt hat, aber ich finde es war notwendig."

Kehl: Bellingham "ein großartiger Typ" - Kaderplanung abgeschlossen

Genau wie Sancho wechselte auch Jude Bellingham von der Insel ins Ruhrgebiet. Der 17-jährige Mittelfeldspieler kam als Stammspieler des englischen Zweitligisten Birmingham City und konnte prompt in seinen ersten beiden Auftritten gegen den MSV Duisburg (5:0) und Borussia Mönchengladbach (3:0) überzeugen. "Er ist ein großartiger Typ und tut unserem Spiel gut", schwärmte Kehl, "das Geld ist in Jude gut investiert. Unsere Scoutingabteilung hat erneut einen herausragenden Spieler gefunden."

Jude Bellingham
Das nächste Mega-Talent: Trotz seiner erst 17 Jahre ist Jude Bellingham auf Anhieb gesetzt / DeFodi Images/Getty Images

Generell sei der Kader in dieser Saison "sehr gut aufgestellt. Wir haben keinen großen Druck mehr, in irgendeiner Form etwas machen zu müssen." Im Vergleich zur Vorsaison glaubt Kehl sogar, "dass wir besser aufgestellt sind." Das dürfte allen voran mit Sancho und Bellingham zusammenhängen.

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