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Boateng plant Engagement gegen Rassismus: "Nie zu tolerieren"

Nov 19, 2020, 5:00 PM GMT+1
Jerome Boateng
Will sich im Kampf gegen Rassismus engagieren: Jerome Boateng | Christian Kaspar-Bartke/Getty Images
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Im Interview mit Spox und Goal hat Jerome Boateng angekündigt, im Kampf gegen den Rassismus aktiv werden zu wollen. Außerdem sprach er Marcus Rashford für sein soziales Engagement ein großes Lob aus.

Das Jahr 2020 wurde unter anderem von zahlreichen Protesten und Kampagnen gegen Rassismus im Zuge des Todes von George Floyd bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis am 25. Mai geprägt. Infolgedessen haben zahlreiche Sportler auf der ganzen Welt verschiedene Botschaften im Kampf gegen Rassismus gesendet, auch Jerome Boateng will im kommenden Jahr aktiv werden: "Ich werde im nächsten Jahr etwas ins Leben rufen. Darüber kann ich noch keine detaillierten Auskünfte geben, aber es ist definitiv etwas in Planung", verkündete der Abwehrspieler des FC Bayern.

Aufgrund ihrer Reichweite sieht Boateng insbesondere Stars aus der Sport-Welt in der Pflicht, sich gegen Diskriminierung und Rassismus zu positionieren: "Wir stehen in der Öffentlichkeit und werden deshalb mehr wahrgenommen als Menschen, die weniger bekannt sind." Gleichzeitig appellierte der 32-Jährige, dass "alle Menschen Kante zeigen und sich gegen Rassismus positionieren" sollten. "Das betrifft auch nicht nur Schwarze, es geht mir um Diskriminierung in jeder Form. Das ist nie zu tolerieren."

Boateng lobt "absolut vorbildlichen" Rashford

Aktuell dominiert jedoch noch immer die Corona-Pandemie das Geschehen. "Das Ganze hat ein unglaubliches Ausmaß angenommen", sagte Boateng, der die von einigen Klubvertretern forcierte Rückkehr der Fans in die Stadien differenziert betrachtet: "Natürlich würden wir gerne wieder vor Publikum spielen, aber in erster Linie geht es um die Gesundheit der Menschen, um Existenzen. Die Gastronomen müssen zum Beispiel ihre Restaurants oder Bars schließen, viele Menschen stehen vor der Pleite."

Jerome Boateng
Jerome Boateng sorgt sich mehr um bedrohte Existenzen als um leere Stadien | DeFodi Images/Getty Images

Wichtig sei, "all diesen Menschen zu helfen", so Boateng, der seinerseits Ende März die Münchner und Berliner Tafel unterstützt hat. "Ich stand schon länger mit Mitarbeitern der Tafel in Kontakt, weil ich helfen wollte. Es darf nicht sein, dass sich Menschen oder ganze Familien keine Lebensmittel leisten können", sagte er über sein Engagement.

Ein Lob verteilte er derweil an Marcus Rashford. Der Stürmer von Manchester United hat sich in den vergangenen Wochen für kostenlose Mahlzeiten für Kinder eingesetzt und engagiert sich seit einigen Jahren im Kampf gegen Armut. "Marcus Rashford hat für dieses Thema sensibilisiert und insbesondere Kinderarmut ins Bewusstsein der Leute gerufen", sagte Boateng. "Er ist schon sehr weit für sein Alter und agiert absolut vorbildlich. Man kann ihm für sein Engagement nur ein großes Kompliment aussprechen."

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