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Best-Case-Szenario für den HSV: Der Alptraum!

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Könnte er sich über das Erreichen der Relegation freuen? | JOHN MACDOUGALL/Getty Images

Jetzt ist es also tatsächlich so gekommen: durch die Ergebnisse des letzten Spieltages der Bundesliga steht fest - Werder Bremen wartet in der Relegation auf den Tabellendritten des Unterhauses. Für den HSV bedeutet das: im besten Fall wartet der Alptraum!

Als letzter hatte sich Arnd Zeigler in die Debatte gemischt: "Bitte nicht!", stöhnte der Moderator (und Stadionsprecher von Werder), als er vom kicker auf eine mögliche Nordderby-Konstellation im Ausscheidungskampf gefragt wurde. "Weil es für die Fans des unterlegenen Vereins eine Katastrophe wäre."

Werder-Trauma 2.0?

Er sprach dabei nicht den Gedanken aus, den wohl die meisten der HSV-Fans teilen. Zu groß sind mittlerweile die Unterschiede zwischen beiden Teams, als dass man sich als Schwarz-Weiß-Blauer wirklich Hoffnungen auf einen glücklichen Ausgang der Play-Offs machen könnte. Und ja, nach den traumatischen Erfahrungen des Vierfach-Duells zwischen den beiden Klubs im Mai 2009 käme ein abermaliges Scheitern gegen den Erzrivalen, zumal auf der Schwelle zwischen erster und zweiter Liga, nicht nur einer Katastrophe gleich. Es könnte die Bereitschaft zum Leiden auch der letzten unverwüstlichen HSV-Getreuen an den Rande der Implosion bringen.

Was soll eine Relegation gegen Werder bringen?

Natürlich hätte auch im Juli 1954 kein vernünftiger Mensch auf einen Erfolg der deutschen Nationalmannschaft im WM-Finale gegen Ungarn gesetzt - und zack: Mega-Sensation. Auch nach Minges 3:1 für Dynamo Dresden im Wunder von der Grotenburg war die Messe eigentlich schon gelesen. Ja, im Fußball ist vieles möglich. Aber dennoch fühlt sich die Aussicht auf einen finalen Showdown gegen die Grün-Weißen nicht wie die Chance auf eine wundersame Wiedergeburt an, sondern wie eine nachträgliche Strafe, on-top sozusagen, für alle (institutionellen. medialen, sportlichen) Sünden der jüngeren Vergangenheit.

Von daher, und für mein Flinte ins Korn-Schmeißen mag Asche über mich regnen, appelliere ich an die Spieler und fordere sie auf, einfach so zu spielen wie in den letzten Wochen. Dann kämen wir Fans wenigstens an der ultimativen Demütigung vorbei.