Bernd Neuendorf ist neuer DFB-Präsident!

Simon Zimmermann
Bernd Neuendorf hat sich gegen Peter Peters durchgesetzt
Bernd Neuendorf hat sich gegen Peter Peters durchgesetzt / Markus Gilliar/GettyImages
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Der Deutsche Fußball-Bund hat knapp zehn Monate nach dem Rücktritt von Fritz Keller einen neuen Präsidenten. Am Freitag setzte sich Bernd Neuendorf bei der ersten Kampfwahl der DFB-Geschichte gegen Gegenkandidat Peter Peters durch.


Neuendorf gewann die Wahl mit einer großen Mehrheit. 193 der 250 stimmberechtigten Delegierten stimmten für den 60-Jährigen, der damit der 14. Präsident der DFB-Geschichte wird.

Der wichtigste Punkt auf dem 44. DFB-Bundestag war die Wahl des neuen Präsidenten. Doch bevor der neue Chef des Verbandes gewählt wurde, beschlossen die Delegierten zuvor, die Ehrenmitgliedschaft von Altkanzler Gerhard Schröder per sofort abzuerkennen.

Im Anschluss durften dann die beiden Präsidentschaftskandidaten ran und in einer Rede für sich werben. Als erster war Peter Peters an der Reihe. Der langjährige Finanzchef des FC Schalke 04 und jetziger Interimspräsident des DFB (zusammen mit dem höchst umstrittenen Rainer Koch) hatte im Losverfahren den Vortritt bekommen.

"Die Arbeit des DFB ist viel besser als ihr Ruf, auch wenn medial das Bild eines dilettantischen, ramponierten und zerstrittenen DFB gezeichnet wird."

Interimspräsident Rainer Koch

"Ja, ich kandidiere tatsächlich. Ich möchte euer Präsident werden", begann der 59-Jährige seine Rede. Kurz vor dem Bundestag hatte es Spekulationen gegeben, Peters ziehe seine Kandidatur noch zurück. "Wir können so nicht weitermachen", prangerte Peters an.

Schon im Vorfeld waren dem "DFL-Mann" nur wenig Chancen auf das Amt ausgerechnet worden. Die Unterstützung für Bernd Neuendorf aus den Landesverbänden war zu groß. Der 60-Jährige ist seit 2019 Präsident des Fußball-Verbandes Mittelrhein.

Neuendorf will "Weg der Erneuerung" gehen

"Wer den Weg der Erneuerung und des kulturellen Wandels nicht mitgeht, wird mich zum entschiedenen Gegner haben", erklärte der ehemalige Staatssekretär.

Und weiter: "Meine Überzeugung ist: Fußball an der Basis und an der Spitze funktioniert nur, wenn er zusammen gedacht wird. Wir brauchen im DFB und im Fußball insgesamt einen Kulturwandel. Unser Miteinander muss wieder vertrauensvoller und geräuschloser werden. Und vor allem: Der DFB ist ein Fußballverband. Lassen Sie uns wieder den Fußball in den Mittelpunkt rücken. Dazu gehört auch, dass wir die Chancen nutzen, die die EURO 2024 und auch die Bewerbung um die Ausrichtung der Frauen-WM 2027 bieten. Wir werden darüber hinaus ein besonderes Augenmerk auf den Fußball im Kinder- und Jugendbereich richten. Das ist mir ein besonderes Anliegen. Der Fußball hat zudem eine gesellschaftliche und soziale Verantwortung. Diese müssen wir künftig wieder erkennbar wahrnehmen. Wir müssen die Werte des Fußballs glaubwürdig vertreten. Und wir werden den DFB weiblicher, jünger und moderner machen."

Koch fliegt aus DFB-Präsidium

Interimspräsident Rainer Koch ist von den Delegierten überraschend deutlich aus dem Präsidium gewählt worden. Der 63-Jährige verlor die Wahl deutlich gegen die Sportwissenschafsprofessorin Silke Sinning. Damit ist Koch erstmals seit 15 Jahren nicht mehr Teil des DFB-Präsidiums!

Rainer Koch
Rainer Koch wurde aus dem DFB-Präsidium gewählt / Markus Gilliar/GettyImages

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