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FC Barcelona

Barça vor Trainerwechsel? Koeman muss sofort liefern

Dominik Hager
Ronald Koeman muss um seinen Job als Barca-Coach fürchten
Ronald Koeman muss um seinen Job als Barca-Coach fürchten / David Ramos/Getty Images
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Der FC Barcelona hat beim Champions-League-Auftakt gegen den FC Bayern heftig enttäuscht. Beim 0:3 wurde deutlich, wie weit die Katalanen derzeit von der europäischen Spitze entfernt sind. Der Stuhl von Ronald Koeman wackelt demnach gewaltig. Vorerst bleibt der Niederländer jedoch im Amt.


Für den FC Barcelona und seine Fans war es ein bitteres erstes Champions-League-Zusammentreffen nach der Corona-Unterbrechung. Vom einst so gloreichen FCB ist nur noch wenig übrig geblieben. Von Dominanz, Zauberfußball und Spielfreude war gegen die Bayern rein gar nichts zu sehen. Koeman vertraute hingegen auf eine Defensiv-Taktik mit Fünferkette und Sturmkante Luuk de Jong.

Die Fans hatten irgendwann genug gesehen und wandten sich vom Team ab um sich selbst zu feiern. Viele Experten reagierten zudem mit Unverständnis auf die Taktikänderung des Trainers. Der Wechsel vom 4-3-3 zum 5-3-2 hat jedenfalls überhaupt nicht funktioniert und das eigene Team schwer verunsichert.

Krisensitzung nach dem Spiel: Ging es um die Zukunft von Koeman?

Den Klub-Verantortlichen dürfte dieser Auftritt ebenfalls überhaupt nicht gefallen haben wodurch es zu einer internen Besprechung nach dem Spiel kam. In den Gesprächen zwischen Klub-Boss Joan Laporta, Vize Rafa Yuste und Mateu Alemany (Direktor Fußball) dürfte intensiv über die Zukunft von Koeman debattiert worden sein.

Wenngleich einige Medien bereits mit der Entlassung des Coaches gerechnet haben, bleibt dieser jedoch vorerst im Amt. Allerdings könnte dessen Rauswurf nur eine Frage der Zeit sein.

Joan Laporta
Joan Laporta ist erschüttert vom Zustand der Mannschaft / Quality Sport Images/Getty Images

Der spanischen Sport zufolge ist Laporta seit längerer Zeit schockiert vom Bild, das Barcelona zeigt. Dies begann mit der verspielten Meisterschaft im Vorjahr, setzte sich in den bisherigen Saisonspielen fort und fand nun gegen die Bayern einen Höhepunkt.

Noch vor dem Spiel lobte der Barca-Präsident Trainer Koeman im Interview mit TV 3 und wollte weiterhin auf Kontinuität setzen. Alleine deswegen wäre eine sofortige Entlassung des Coaches schwer zu verkaufen gewesen.

Die Sport spricht aber davon, dass der Zorn des Präsidenten auf den Trainer gewaltig sei. Dieser sei der Meinung, dass der Trainer die Hauptschuld daran trägt, dass Barça keine große Mannschaft mehr sei. Zudem müsse Koeman Ergebnisse liefern, da seine Art Fußball zu spielen nicht vom Präsidenten mitgetragen wird. Dieser bevorzugt schließlich weiterhin einen offensiv ausgerichteten Stil.

Diesen würde Koeman jedoch leichter spielen lassen können, wenn nicht beinahe alle Offensivkräfte verletzt wären. Der Holländer ist demzufolge auch nicht all zu angetan von der medizinischen Abteilung der Katalanen.

Mit den Berichten nach dem verpatzten Champions-League-Auftakt muss man jedoch auch ein wenig vorsichtig sein. Gerade in Spanien kochen die Emotionen und Spekulationen nach solchen Ergebnissen schnell hoch. Zumal Koeman mit Sicherheit nicht der Alleinschuldige für den sportlichen Absturz ist.

Ultimatum für Koeman: Neun Punkte aus drei Spielen sind Pflicht

Fest im Sattel sitzt Koeman aber mit Sicherheit nicht mehr. Der spanische Fernsehsender Cuatro berichtet, dass der Holländer noch drei Spiele Zeit hat, um das Ruder herumzureißen.

Zwischen dem 20. und 26. September warten mit Granada, Cádiz und Levante auf dem Papier machbare Aufgaben. Hierbei benötigt der Barcelona-Coach mutmaßlich neun Punkte. Doch auch die könnten ihn nur für kurze Zeit retten, wenn es im Anschluss gegen Benfica und Atlético Madrid schief geht.

Letztlich stellt sich bei den Katalanen aber auch die Frage, ob sie sich einen Trainer-Rauswurf überhaupt finanziell leisten können und welche Möglichkeiten der Trainermarkt hergibt. Der schwer angeschlagene Klub kämpft ums Überleben. Ob mit oder ohne Koeman ist dabei fast schon zweitrangig.

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