FC Barcelona

Barça-Heilsbringer Xavi: Seine Stärken und Defizite als Trainer

Nikolas Pfannenmüller
Rund 10.000 Fans wollten sich die Vorstellung Xavis als neuen Barcelona-Coach nicht entgehen lassen.
Rund 10.000 Fans wollten sich die Vorstellung Xavis als neuen Barcelona-Coach nicht entgehen lassen. / Quality Sport Images/GettyImages
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Xavi Hernandez ist neuer Cheftrainer des FC Barcelona - unter den Anhängern ist die Euphorie so groß wie lange nicht. Der frühere Weltklassespieler kennt den Verein in- und auswendig und will an die großen Erfolge anknüpfen, als er selbst noch auf dem Feld die Fäden zog. Seine Qualitäten als Fußballer waren unbestritten, doch welche Stärken besitzt er als Coach - und woran kann er noch arbeiten?


Am Montag hat Xavi offiziell seinen neuen Job angetreten. Nachdem der 41-Jährige von seinem Ex-Arbeitgeber Al-Sadd vor wenigen Tagen die Freigabe erhalten hatte, unterschrieb er beim FC Barcelona einen Vertrag bis 2024. Für ihn ist es die Rückkehr an alte Wirkungsstätte; zwischen 1998 und 2015 spielte Xavi für die Katalanen.

Xavi steht für Ballbesitz- und Offensivfußball

"Meine DNA hat sich nicht verändert: Die Idee, der Protagonist im Spiel zu sein, den Ball zu haben, Chancen herauszuspielen – ein intensives Barça", so umriss Xavi bei seiner Vorstellung den Spielstil, den er als Coach implementieren wolle.

"Ich habe von all meinen Trainern sehr viel gelernt. Nun ist der Moment da, in dem ich den Spielern helfen muss. Ich werde meinen Spielern viel abverlangen", stellte Xavi klar. "Ich komme mit einer sehr klaren Vorstellung: Es geht um Leistung, Normen, arbeiten bis zum Anschlag und darum, die Spieler vom Erfolg zu überzeugen", gab er sich motiviert.

Xavis Spielstil ist geprägt von seinem langjährigen Trainer Pep Guardiola. Angriffsspiel und Ballbesitz sind die zwei Grundpfeiler seines Ansatzes. "Das Wichtigste, Schönste und Kostbarste am Fußball ist es, den Ball zu haben, in die Offensive zu gehen und das Spiel mit dem Ball zu dominieren", sagte Xavi jüngst im Interview mit The Coaches Voice.


Nach seiner Profikarriere hat Xavi bisher nur in der katarischen Liga Trainer-Erfahrung sammeln können. Doch die Vorzeichen stehen gar nicht so schlecht, dass er sich an den spanischen Fußball schnell anpassen wird.

Xavi war gedanklich seinen Gegenspielern überlegen

Denn schon als Profi schien er immer dem Spiel einen oder zwei Gedankenschritte voraus zu sein. Der Stratege Xavi war ein wichtiges Herzstück des Tiki-Taka und seine Rolle glich die eines Metronoms, das Tempo und Takt vorgab.

Der nur 1,69 Meter große Xavi scheint als ehemaliger technisch beschlagener Kreativspieler prädestiniert dafür, seine Erfahrungen als Spieler an die jetzige Generation weiterzugeben. Er war nie der Schnellste und schon gar nicht der Größte; doch gedanklich war er seinen Gegenspielern meilenweit überlegen.

Bei Al-Sadd zog Xavi ein wunderschönes Ballbesitz- und Positionsspiel auf, das in Katar seinesgleichen suchte. Die Struktur, die Xavi seinem Team mitgab, half den Spielern, auch wenn sie individuell mal nicht den besten Tag hatten. Häufig kombinierten sich seine Mannschaft mit Ein-Kontakt-Fußball nach vorne.

Nach fehlgeschlagenem Gegenpressing offenbarten sich Lücken bei Al-Sadd

Im Falle eines Ballverlustes gingen bei Al-Sadd sofort die Alarmglocken an und das Team versuchte, den Ball umgehend zurückzuerobern. Nicht immer jedoch glückte das Gegenpressing. Sobald die ersten zwei oder drei Spieler überbrückt worden waren, konnten die Gegner häufig Fahrt aufnehmen und fanden große Lücken im Al-Sadd-Verbund vor.

Beim FC Barcelona darf ihm das nicht passieren. Gerade defensiv wird Xavi doch einiges an Arbeit vor sich haben. Zuletzt schenkte der Klub eine 3:0-Führung gegen Celta Vigo her und fing sich in der zweiten Halbzeit noch drei Gegentore.

Früher Teamkollegen, heute Untergebene

Doch wie kommt Xavi mit seiner neuen Rolle als Führungsperson von Stars zurecht? Mit Ausnahme vielleicht von Santi Cazorla, den er bei Al-Sadd betreute, hat Xavi als Trainer noch nicht mit Stars zusammengearbeitet.

Mit Gerard Pique, Marc-Andre ter Stegen, Jordi Alba, Sergio Busquets und Sergi Roberto stand er bereits früher noch gemeinsam auf dem Platz, jetzt wird er mit ihnen in einem Trainer-Spieler-Verhältnis kommunizieren müssen.

Xavi gilt aber als integre Persönlichkeit und hat daher gute Voraussetzungen, um die neue Herausforderung auch zwischenmenschlich meistern zu können.

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