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Ballon dOr

Ballon d'Or 2021: 5 Erkenntnisse zur Weltfußballer-Wahl

Jan Kupitz
Messi beim Ballon d'Or
Messi beim Ballon d'Or / FRANCK FIFE/GettyImages
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Die Wahl ist gefallen: Lionel Messi hat den Ballon d'Or 2021 erhalten! Aus Bundesliga-Sicht eine herbe Enttäuschung, schließlich galt hierzulande Robert Lewandowski als der klare Favorit.

Unsere Erkenntnisse zur Weltfußballer-Veranstaltung:

1. Die Bundesliga hat keine Lobby

Robert Lewandowski
Trostpreis für Lewandowski / Aurelien Meunier/GettyImages

Robert Lewandowski hätte, da sind sich in Deutschland alle Fans einig, den Ballon d'Or gewinnen müssen. Dass er "nur" auf Rang zwei landete, zeigt, wie wenig Lobby die Bundesliga im Ausland hat. Hätte Lewy seine irrsinnige Torquote auch nur annähernd in Spanien oder England gezeigt, wäre die Wahl ganz sicher anders ausgegangen.

Auch die Platzierung von Manuel Neuer, der - noch hinter einem Ederson! - nur auf Platz fünf gewählt wurde, ist ein schlechter Scherz. Wie gut soll der Bayern-Zerberus denn noch halten, damit er mehr Anerkennung erhält?

Man könnte sich darüber hinweg trösten und sagen, dass bei der Kopa-Trophy für den besten Youngster immerhin vier Bundesliga-Spieler (Bellingham, Musiala, Wirtz und Reyna) in den Top-10 landeten. Doch im Grunde unterstreicht das nur, als was die Bundesliga im Ausland gesehen wird: Eine Ausbildungsliga.

Lobby? Ansehen? Fehlanzeige!

2. Messis Rekord für die Ewigkeit

FBL-AWARD-BALLON D'OR-2021
7 Ballon d'Ors für den GOAT / FRANCK FIFE/GettyImages

Schon mit sechs Ballon d'Ors galt Lionel Messi als fast uneinholbar - lediglich Cristiano Ronaldo (fünf Trophäen) hatte zuvor realistische Chancen, noch einmal mit dem Argentinier gleichzuziehen.

Nun, da La Pulga seinen siebten Ballon d'Or abgeräumt hat, kann man getrost behaupten, dass dies ein Rekord für die Ewigkeit sein wird. Da wird kein Ronaldo, kein Mbappe, kein Haaland, kein Pedri, kein Moukoko und wie sie alle heißen rankommen.

Messi = GOAT

3. Die neuen Awards sind ein Witz

Wenige Stunden vor der Zeremonie gab France Football bekannt, dass zwei neue Awards verliehen werden. Dabei handelte es sich um ... *Trommelwirbel* ... den besten Klub des Jahres und den besten Angreifer des Jahres.

Zwei Auszeichnungen, die es absolut nicht gebraucht hätte. Das Team des Jahres dürfte zu 99% der aktuelle Champions-League-Sieger werden, der beste Angreifer des Jahres war schlichtweg ein Trostpreis, um den geschlagenen Lewandowski zu besänftigen.

Überhaupt: Lewy wird als bester Angreifer ausgezeichnet - landet dann aber bei der Ballon d'Or-Wahl hinter Messi? Als was wurde LM10 denn gesehen? Linksverteidiger?

Einfach nur unnötig, diese Awards...

4. Frauen verdienen mehrere Kategorien

Alexia Putellas
Alexia Putellas gewann den Ballon d'Or Feminin / Aurelien Meunier/GettyImages

... wie wäre es stattdessen, die Frauen mehr ins Rampenlicht zu rücken? Während es bei den Herren mittlerweile fünf Awards gibt, können sich die Ladies glücklich schätzen, dass vor vier Jahren überhaupt der Ballon d'Or für sie eingeführt wurde.

Warum gibt es bei den Frauen keinen Award für die beste Torhüterin? Oder die beste Nachwuchsspielerin?

Hier besteht Nachholbedarf!

5. Wahlkriterien sollten überdacht werden

Wie bestimmt man den derzeit besten Fußballer der Welt? France Football befragt dazu ausgewählte Journalisten, die Nationaltrainer und die jeweiligen Kapitäne der Landesauswahlen.

Ein Modus, der fair erscheint - schließlich sind alle Seiten, über den Globus verteilt, an der Wahl beteiligt. Fanvotings würden das Ergebnis dagegen nur verwässern, weil es dort vor allem auf die Beliebtheit und jeweilige Fan-Basis der Spieler ankommt.

Zu überdenken sind aber die Kriterien der Wahl. 'Player class (Talent und Fairplay)' - logisch. Auch, dass individuelle und kollektive Leistungen (Titel) des Jahres einbezogen werden. Ob man aber die Leistungen der gesamten Karriere berücksichtigen sollte, ist dann schon eher fraglich.

Gesucht wird schließlich der beste Fußballer eines Jahres! Vor allem Punkt drei hat Messi wohl zu seinem siebten Sieg verholfen. Und nach Franck Ribery 2013 dem zweiten Bayern-Spieler in der jüngeren Vergangenheit einen verdienten Ballon d'Or verwehrt.

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