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Starke Verpflichtungen: Australische A-League macht "großen Schritt nach vorne"

Marc Knieper
Die Melbourne-Fans feiern gemeinsam mit der Mannschaft den A-League-Titel der vergangenen Spielzeit
Die Melbourne-Fans feiern gemeinsam mit der Mannschaft den A-League-Titel der vergangenen Spielzeit / Quinn Rooney/GettyImages
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Die australische A-League meldet sich zurück. Ab Freitag rollt auch Down Under endlich wieder der Ball. Was hat sich über die Pause getan? Wer ist der Top-Transfer und wie läuft es eigentlich bei den deutschen Spielern am anderen Ende der Welt? 90min liefert den Überblick – und sprach dafür abermals mit A-League-Experte James aus Perth.


Trotz prekärer Corona-Situation dachten die Australier nie an einen Spielstopp. Down Under hatte man das Virus gut im Griff. Die Konsequenz für alle Freunde des runden Leders: volle Stadien und geschmeidiger Fußball. Die A-League gewann in der vergangenen Spielzeit sichtlich an Popularität – weit über ihre Landesgrenzen hinaus. Nicht zuletzt die Transfers von Sebastian Langkamp und Alou Kuol schoben den australischen Fußball auch bei uns in Deutschland wieder vermehrt auf die Bildfläche.

Nach fast fünfmonatiger Pause starten die Aussies am Freitag in ihre neue Spielzeit. Zum Auftakt empfängt der amtierende Meister Melbourne City den Brisbane Roar FC. Nur einen Tag später sorgt das Stadtderby zwischen den Western Sydney Wanderers und Rekordmeister Sydney FC für lebendige Straßen in Australiens Millionenmetropole.

Mitch Duke und Milos Ninkovic präsentieren ihre Trikots
Gleich am ersten Spieltag erwartet die australischen Fans das Sydney-Derby / Cameron Spencer/GettyImages

Auch in Perth, der einsamsten Großstadt der Welt, freuen sich die Glory-Fans auf ihr erstes Heimspiel der Saison 2021/22. "Das Spiel ist wahrscheinlich ausverkauft", berichtet 90min-Freund und A-League-Experte James sichtlich aufgeregt aus Western Australia. Bis zu 20.500 Zuschauer passen in den HBF Park.

Der einzige Haken: Gästefans aus Adelaide dürfen angesichts der Inzidenzminimierung nicht anreisen. Western Australia hat die wenigsten Fälle im Land und schließt noch bis etwa Januar oder Februar die Grenzen zu allen anderen Bundesstaaten. Perth Glory winkt ein stimmungsvolles Heimspiel.

Auch dank Sturridge: A-League mit Niveau-Schub

Die wohl größte Überraschung landete die australische A-League mit der Verpflichtung des einstigen Liverpool-Stürmers Daniel Sturridge. Nach knapp 19 Monaten der Vereinslosigkeit wagt der 32-Jährige sein "Spätherbst-Abenteuer" Down Under. Dass ein Wechsel in die A-League für Fußball-Oldies Sinn ergibt, haben Spieler wie Thomas Broich längst bewiesen. "In Australien befinde ich mich in einem positiven Dauerzustand", ließ Australiens Fußballer des Jahrzehnts einst via bwin verlauten.

Daniel Sturridge (32) unterschrieb für ein Jahr bei Perth Glory in der A-League
Daniel Sturridge (32) unterschrieb für ein Jahr bei Perth Glory in der A-League / Paul Kane/GettyImages

In Perth können die Fans das Debüt des einstigen englischen Nationalspielers kaum noch abwarten. "Daniel ist zweifelsohne einer der größten Neuzugänge nicht nur in der Geschichte von Glory, sondern auch in der Geschichte der A-League", sagte Tony Sage, Vorsitzender und Eigentümer des Klubs, in einer offiziellen Pressemitteilung.

Auch James freut sich ungemein auf Sturridge. Noch vor Mathew Leckie (Melbourne City) und Rene Krhin (Western United FC) sei der Mittelstürmer die beste Verpflichtung für die kommende Saison. Und dann hat er auch noch bei seinem Lieblingsklub unterschrieben. "Wir können dieses Mal die Finals erreichen", gibt sich James selbstbewusst, nachdem Glory zuletzt nicht etwa unter den Top-6, sondern nur auf Rang neun landete.

A-League hat "einen großen Schritt nach vorne gemacht"

Das spielerische Potenzial der Liga habe sich enorm verbessert, findet James und erklärt: "In der letzten Saison ging es darum, einige aufregende junge Spieler hervorzubringen. In dieser Saison hat die Liga mit sehr beeindruckenden Neuzugängen einen großen Schritt nach vorne gemacht."

A-League: Die Fans von Perth Glory unterstützen ihr Team
Die Glory-Fans trommeln ihre Mannschaft zum Sieg / Paul Kane/GettyImages

Der Kampf um die sechs limitierten Plätze für die "Final Series" wird enger denn je. Nichtsdestotrotz rechnet James damit, dass Melbourne City den Titel am Ende verteidigt. Die Central Coast Mariners könnten nach ihrer überaus erfolgreichen Spielzeit samt Tabellenplatz drei dieses Mal vermehrt ins Wanken geraten.

Nur noch zwei Deutsche Down Under

Für die Mariners kickt ab dieser Saison auch Nicolai Müller. Der offensive Mittelfeldakteur war 2019 aus Frankfurt nach Sydney gewechselt. Nach Vertragsende bei den Wanderers unterschrieb er im Sommer dieses Jahres ein Arbeitspapier an der Central Coast.

Neben Müller kickt derzeit nur ein weiterer Deutscher in Australien: Ex-HSV-Profi Matti Steinmann kehrt nach kurzem Stopp in Indien zurück in die A-League. Der 26-Jährige schnürte bereits von 2019 bis 2020 in 24 Pflichtspielen seine Schuhe für Wellington Phoenix, dem einzigen neuseeländischen Klub der A-League. Ab sofort möchte der neunmalige Bundesliga-Kicker seine Erfahrung bei den Roars aus Brisbane einbringen.

Übrigens: Für Sebastian Langkamp ist das australische Abenteuer nach nur sechs Monaten bereits passé. Der 33-jährige Innenverteidiger unterschrieb erst Anfang Januar einen Kontrakt in Perth, absolvierte (auch verletzungsbedingt) gerade einmal zwei Spiele und löste sein Arbeitspapier in beiderseitigem Einvernehmen Anfang Juli auf. Ob der einstige Hertha- und Werder-Routinier noch in Australien wohnt, ist unklar.

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