Frauen-EM

Aus gegen England im Halbfinale: Schweden in der Einzelkritik

Helene Altgelt
England v Sweden: Semi Final - UEFA Women's EURO 2022
England v Sweden: Semi Final - UEFA Women's EURO 2022 / Marc Atkins/GettyImages
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Der erste Finalteilnehmer der EM 2022 steht fest. Am Ende bezwangen die Lionesses Schweden deutlich.

Die Schwedinnen zeigten in der Anfangsphase eine starke Leistung, konnten das Niveau aber nicht über das ganze Spiel aufrechterhalten und unterlagen Gastgeber England mit 0:4. Bei den Gegentoren sahen die Viererkette und die Torhüterin nicht gut aus, vorne spielten sie sich einige Chancen heraus, aber an der Chancenverwertung mangelte es. Die Einzelkritik.


Startelf Schweden

Lindahl - Ilestedt, Sembrant, Eriksson, Glas - Björn, Angeldahl, Asllani - Jakobsson, Blackstenius, Rolfö

Hedvig Lindahl (Tor) - Bewertung 2/10

Es war kein guter Auftritt der 39-Jährigen, die an mehreren Gegentoren eine Mitschuld trägt. Der Kopfball von Lucy Bronze zum 2:0 war nicht unhaltbar, beim 3:0 wurde sie per Hacke getunnelt, beim 4:0 stand sie zu weit vorne. Auch bei Flanken war sie nicht immer sicher und hatte den Ball mehrmals erst im Nachfassen.

Amanda Ilestedt (Rechtsverteidigung) - Bewertung 5/10

Ilestedt spielt meist bei Schweden als Innenverteidigerin, für das Spiel gegen England rückte Peter Gerhardsson aber Hanna Glas nach links und Ilestedt in die Rechtsverteidigung. Sie hatte die Aufgabe, Lauren Hemp zu verteidigen und machte das in der Anfangsphase auch gut, danach kam sie aber öfters zu spät. Vor dem 1:0 wurde sie überspielt.

Linda Sembrant (Innenverteidigung) - Bewertung 6/10

Sembrant war wie die gesamte schwedische Verteidigung beim 1:0 nicht gut positioniert. Danach trat die erfahrene Defensivakteurin wenig in Erscheinung, bestritt weniger Zweikämpfe als Eriksson und war auch im Aufbauspiel weniger beteiligt. Dafür mit wenigen Unsicherheiten danach - noch die beste schwedische Verteidigerin.

Magdalena Eriksson (Innenverteidigung) - Bewertung 5/10

Eriksson stand beim 0:1 nicht richtig. Kurz darauf verschuldete sie eine weitere englische Chance, als sie den Ball nicht sauber abfangen konnte. Im weiteren Spiel klärte sie einige Bälle. Ihre langen Bälle waren an dem Abend nicht so genau wie sonst (4/10), konnte Schweden nicht wirklich helfen, Angriffe von hinten aufzubauen.

Hanna Glas (Linksverteidigerin) - Bewertung 2/10

Glas spielte anders als gewohnt auf links und kam gerade von einer Covid-Erkrankung zurück, mit diesen beiden Faktoren lässt sich vielleicht die Leistung der Bayern-Spielerin etwas erklären. Mit ihrer Gegenspielerin Beth Mead hatte sie große Schwierigkeiten, deckte sie beim 0:1 nicht. Auch bei zwei weiteren Gegentoren sah Glas nicht gut aus, zudem war sie ungewohnt zweikampfschwach und gewann nur 33% der Defensivzweikämpfe.

Filippa Angeldahl (Mittelfeld) - Bewertung 6/10

Angeldahl war in der Anfangsphase sehr fleißig und arbeitete, wie Schweden generell, in der Rückwärtsbewegung gut mit. Kontrollierte mit Asllani und Björn zusammen erst das Mittelfeld, war dann aber unter zunehmendem englischem Druck und hatte nur 53% Passgenauigkeit. Dafür zweikampfstark.

Nathalie Björn (Mittelfeld) - Bewertung 6/10

Musste im schwedischen System sehr viel Raum abdecken, lief daher viel und kam auch immer wieder auf den Flanken zur Hilfe. Das machte sich England zu Nutzen, da Björn nicht Stanway und Kirby gleichzeitig unter Druck setzen konnte. Beim 2:0 deckte sie Bronze nicht, beim 3:0 ließ sie den Raum zwischen Walsh und Kirby offen.

Kosovare Asllani (offensives Mittelfeld) - Bewertung 7/10

Asllani musste wie gewohnt einiges einstecken und holte viele Freistöße und Ecken für Schweden heraus. Die brachten aber nur bedingt viel ein, auch, weil ihre Hereingaben teils unpräzise waren. Tauchte zu Beginn der zweiten Hälfte etwas ab und zeigte danach noch einige gute Aktionen, aber da war es für Schweden schon zu spät. Trotzdem wieder eine der wichtigsten Spielerinnen bei Schweden.

Sofia Jakobsson (rechte Flügelstürmerin) - Bewertung 6/10

Jakobsson war überraschend auf dem rechten Flügel in die Startelf gerückt. In der Anfangsphase sehr präsent, zeigte immer wieder, warum sie und Blackstenius so ein gefährliches Duo sein können. Im weiteren Spielverlauf dann blasser, kam zu wenigen Aktionen.

Stina Blackstenius (Mittelstürmerin) - Bewertung 5/10

Eigentlich machte sie ein gutes Spiel, bereitete drei Chancen vor und konnte mit ihren Läufen in die Schnittstelle für Probleme sorgen. Aber Blackstenius' Effizienz war ihr an dem Abend abhanden gekommen, sie traf einmal die Latte, vergab nochmal eine gute Kopfballchance und scheiterte in der 64. Minute an der starken Earps. Mit mehr Effizienz bei den Chancen hätte dieses Spiel ganz anders aussehen können.

Fridolina Rolfö (linke Flügelspielerin) - Bewertung 6/10

Rolfö konnte zu Anfang immer wieder ausnutzen, dass Bronze weit nach vorne vorgestoßen war. Danach wurde die Engländerin etwas defensiver, Rolfö war nicht mehr so gut im Spiel. Arbeitete wie auch gegen Belgien defensiv sehr viel mit.

Johanna Rytting Kaneryd (eingewechselt in der 51. für Jakobsson) - Bewertung 6/10

Rytting Kaneryd zeigte Ansätze von dem, was sie in den letzten Monaten so stark gemacht hat, setzte zu ein paar Dribblings und Läufen an. Insgesamt aber nicht zielstrebig und passsicher genug.

Caroline Seger (eingewechselt in der 51. für Angeldahl) - Bewertung 6/10

Seger sollte dafür sorgen, dass das Mittelfeld wieder besser geordnet steht und die Räume für Kirby kleiner werden. Das funktionierte nicht wirklich, die Lücken blieben. Seger war wie immer passsicher (95%), aber sorgte für wenig Offensivgefahr.

Jonna Andersson (eingewechselt in der 55. für Ilestedt) - Bewertung 5/10

Auch Andersson kam von einer Covid-Erkrankung zurück. Ihre Hereingaben wurden mehrmals gefährlich, allerdings bekam auch sie Hemp nicht in den Griff und ließ beim 3:0 Russo ungedeckt.

Hanna Bennison (eingewechselt in der 76. für Sembrant) - keine Bewertung

In der Schlussphase schien es, als habe Schweden das Spiel nach vorne eingestellt. Dementsprechend auch Bennison mit wenigen Akzenten, kam nur zweimal an den Ball und war kaum eingebunden.

Lina Hurtig (eingewechselt in der 76. für Blackstenius) - keine Bewertung

Kam in den letzten 15 Minuten auch nicht mehr zu einer nennenswerten Chance.

Die Einzelkritik zu England findet ihr hier.


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