2. Bundesliga

Aufstiegsrennen in Liga zwei spitzt sich zu: Wer steigt auf - wer geht in die Relegation?

Dominik Hager
Aufstiegskampf in Liga zwei: Für Schalke, Bremen und Co geht es um alles
Aufstiegskampf in Liga zwei: Für Schalke, Bremen und Co geht es um alles /
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Nur noch vier Spieltage, dann wissen wir, welches Ende das dramatische Aufstiegsrennen in Liga zwei genommen hat. Aufgrund der prominenten Absteiger Werder Bremen und Schalke 04 aus dem Vorjahr, sind die Kämpfe um die Aufstiegsplätze spannender denn je. Stand jetzt ist oben noch alles offen. Wir sehen uns an, welche Teams die besten Chancen haben.


1. FC Schalke 04 (56 Punkte, +28 Tore)

Marius Bülter
Jörg Halisch/GettyImages

Restprogram:
(H) Werder Bremen
(A) SV Sandhausen
(H) FC St. Pauli
(A) 1. FC Nürnberg

Der FC Schalke geht als Pole-Position-Inhaber in den letzten Monat der Saison. Nach der denkwürdigen 3:4-Pleite gegen Hansa Rostock haben die knappen das Ruder herumgerissen und mit fünf Siegen in Serie Rang eins erobert. Ausschlaggebender Punkt dabei war vor allem die Offensive. Simon Terodde trifft wie er will und auch Marius Bülter befindet sich in einer bestechenden Form. Die Königsblauen haben sich in einen Rausch gespielt und sind derzeit die beste Mannschaft der zweiten Liga.

Zittern muss man auf Schalke trotzdem noch. Am kommenden Wochenende geht es gegen den Verfolger Werder Bremen. Sollte der Klub das Spitzenspiel verlieren, ist die Tabellenführung weg und die Konkurrenz von hinten näher dran. Neben der Pflichtaufgabe Sandhausen, müssen die Knappen auch gegen St. Pauli und Nürnberg im direkten Aufstiegs-Fight ran.

Der Druck liegt dann bei den Königsblauen. Prinzipiell sollte S04 diese Hürden nehmen, allerdings gilt auch zu bedenken, dass das Team extrem von Terodde abhängig ist. Sollte sich der Torjäger verletzen, könnte es mit dem Aufstieg knapp werden. Läuft alles normal, bringen die Knappen den Vorsprung ins Ziel.

Prognose: Schalke steigt direkt auf

2. Werder Bremen (54 Punkte, +15 Tore)

Mitchell Weiser
Cathrin Mueller/GettyImages


Restprogramm:
(A) Schalke 04
(H) Holstein Kiel
(A) Erzgebirge Aue
(H) Jahn Regensburg

Die letzten Wochen liefen für den SV Werder Bremen definitiv nicht optimal. Zuletzt setzte es drei Remis in Serie. Besonders das 1:1 gegen Sandhausen war enorm bitter, zumal man in Sachen Schussverhältnis mit 25:3 vorne lag. Gegen die direkten Konkurrenten St. Pauli und Nürnberg reichte es auch nur zu einer Punkteteilung, wenngleich die Bremer insbesondere gegen die Franken das klar bessere Team waren und ordentlich Alu-Pech hatten.

Nun muss man sich aber mit der derzeitigen Lage abfinden, die besagt, dass alles noch völlig offen ist. Wegweisend ist sicherlich das Spiel gegen Schalke 04. Sollte Bremen das Top-Match gewinnen, stände einem Aufstieg prinzipiell nichts mehr im Wege. Gegen Kiel, Aue und Regensburg muss man einfach gewinnen.

Auf Schalke sind die Werderaner in der jetzigen Form aber eher in der Außenseiterrolle. Ein Punkt wäre hier wohl schon ein Erfolg. Trotzdem droht man der Musik den einen mickrigen Zähler hinterherzulaufen und muss an den letzten drei Wochenenden womöglich auf einen Patzer von St. Pauli/Darmstadt hoffen.

Da jedoch davon auszugehen ist, dass die Konkurrenz ebenfalls nicht alles gewinnt, sieht es mit dem direkten Aufstieg gut aus.

Prognose: Bremen schafft die direkte Rückkehr in Liga eins

3. FC St. Pauli (53 Punkte, +15 Tore)

FC St. Pauli v SV Werder Bremen - Second Bundesliga
Cathrin Mueller/GettyImages

Restprogramm:
(H) SV Darmstadt 98
(H) 1. FC Nürnberg
(A) Schalke 04
(H) Fortuna Düsseldorf

Der FC St. Pauli tritt im Aufstiegskampf - mit Ausnahme von Schalke 04 - wie alle Teams ein wenig auf der Stelle. Zuletzt gab es eine unnötige Pleite gegen Rostock und Punkteteilungen gegen Werder Bremen und Sandhausen. St. Pauli überzeugt schon die komplette Rückrunde über nicht wirklich und droht nun auch noch den Relegationsplatz zu verlieren.

Das Heimspiel gegen Darmstadt darf St. Pauli auf keinen Fall verlieren. In diesem Falle würde man auf Rang vier abrutschen und hätte im Vergleich zu den Hessen das deutlich schwerere Restprogramm. Die verbliebenen Gegner Nürnberg, Schalke und Düsseldorf werden hart zu knacken sein, weshalb man gegen Darmstadt eigentlich sogar gewinnen muss.

Der Vorteil für die Kiezkicker ist dabei, dass Darmstadt auch nicht gerade in toller Form ist und die Wunden aus der Schalke-Schlappe noch frisch sind. Zudem läuft St. Pauli zu Hause auf, weshalb man der leichte Favorit ist. Ohnehin ist es für die heimstarken Kiez-Kicker ein Vorteil, dass man drei der letzten vier Spiele zu Hause bestreiten darf.

Prognose: St. Pauli schlägt Darmstadt knapp und rettet Rang drei gerade so ins Ziel

4. Darmstadt 98 (51 Punkte, +16 Tore)

Tobias Kempe
Jörg Halisch/GettyImages

Restprogramm:
(A) FC St. Pauli
(H) Erzgebirge Aue
(A) Fortuna Düsseldorf
(H) SC Paderborn

Darmstadt 98 hat mit der 1:3-Pleite gegen Nürnberg und der 2:5-Schlappe gegen Schalke zuletzt zwei brutale Rückschläge hinnehmen müssen. Das Gute für die Linien ist die Tatsache, dass man die beiden Niederlagen mit einem Sieg gegen St. Pauli fast schon wieder vergessen machen könnte.

Gelingt Darmstadt im Aufstiegs-Kracher ein Sieg, wäre die Ausgangsposition top. Sollte Bremen auf Schalke verlieren, würde man sogar Rang zwei erobern und hätte nur noch Aue, Düsseldorf und Paderborn vor der Brust, was absolut machbar wäre.

Fraglich ist jedoch, ob ein Sieg am Millerntor für die Lilien machbar ist. Das Selbstbewusstsein ist nach den jüngsten Misserfolgen in den Top-Spielen sicherlich abhanden gekommen und St. Pauli daheim nur schwer zu bezwingen. Es ist eher nicht davon auszugehen, dass Darmstadt der Atmosphäre trotzen kann und am Millerntor gewinnt. Angesichts des leichteren Restprogramms wäre wohl auch ein Unentschieden nicht verkehrt.

Prognose: Darmstadt scheitert am FC St. Pauli und kann den Rückstand nicht aufholen.

5. 1.FC Nürnberg (50 Punkte, +6 Tore)

Nikola Dovedan, Lukas Schleimer, Mats Moller Daehli
Cathrin Mueller/GettyImages

Restprogramm:
(H) SV Sandhausen
(A) FC St. Pauli
(A) Holstein Kiel
(H) Schalke 04

Mit ziemlich viel Glück konnte der Club das Unentschieden gegen Bremen retten, was für die Aufstiegshoffnungen elementar war. Nürnberg agiert ein wenig unauffällig und unscheinbar, was allerdings nicht unbedingt schlecht sein muss. Die Franken haben rein gar nichts zu verlieren, müssen aber wieder konstantere Ergebnisse liefern.

Rein spielerisch ist Nürnberg etwas schwächer als ein Großteil der Konkurrenz. Erledigen die Franken aber die Pflichtaufgaben gegen Sandhausen und Kiel, ist alles möglich. Der FCN könnte mit einem Sieg gegen St. Pauli oben heran rücken und am letzten Spieltag gegen ein bereits aufgestiegenes Schalke 04 spielen. Sollten die Königsblauen jedoch in Schlagdistanz sein, wird die Ausgangslage gleich noch mal vielversprechender, da S04 einem unfassbaren Druck ausgesetzt wäre.

Alles in allem sind das aber natürlich viele Konjunktive. Der Club ist sowohl bei St. Pauli, als auch gegen Schalke 04 der leichte Außenseiter.

Prognose: Nürnberg steigt nicht auf

6. Hamburger SV (48 Punkte, +24 Tore)

Josha Vagnoman
Cathrin Mueller/GettyImages

Restprogramm:
(A) Jahn Regensburg
(A) FC Ingolstadt
(H) Hannover 96
(A) Hansa Rostock

Zahlreiche Tiefschläge in den letzten Wochen, wie beispielsweise die Niederlage im Nord-Duell gegen Kiel, haben dafür gesorgt, dass die Ausgangslage für Hamburg sehr ungünstig ist.

Die direkten Aufstiegsplätze wird der HSV nicht mehr angreifen können, jedoch gilt es sich an den letzten Strohhalm "Relegation" zu klammern.
Hoffnung macht dabei vor allem das Restprogramm. Regensburg, Ingolstadt, Hannover und Rostock sind allesamt schlagbar, müssen jedoch auch erst einmal geschlagen werden.

Sollte St. Pauli am Wochenende gegen Darmstadt verlieren, würde der Rückstand auf Rang drei nur noch drei Punkte betragen. Die vor Hamburg liegenden Teams werden sich noch gegenseitig einige Punkte wegnehmen und zudem könnte der HSV vom guten Torverhältnis profitieren.

Abschreiben sollte am die Hamburger definitiv noch nicht. Angesichts der letzten Jahre fällt es aber auch schwer zu glauben, dass der Klub gegen die verbliebenen Teams nicht mindestens einmal stolpert.

Prognose: Der HSV verpasst den Aufstieg erneut


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