Atlético Madrid

Trainer-Beben bei Atletico? Thomas Tuchel als Simeone-Nachfolger gehandelt!

Dominik Hager
Heuert Thomas Tuchel bei Atlético Madrid an?
Heuert Thomas Tuchel bei Atlético Madrid an? / Pixsell/MB Media/GettyImages
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Thomas Tuchel hat als Ex-Trainer von Borussia Dortmund, Paris Saint-Germain und dem FC Chelsea schon reichlich Erfahrung bei Top-Klubs gesammelt. Kommt nun mit Atlético Madrid eine weitere Spitzen-Adresse hinzu? Tuchel könnte die Nachfolge von Diego Simeone antreten, sollte der Erfolgscoach nach elf Jahren entlassen werden bzw. den Stuhl räumen.


Fast immer, wenn sich international ein Trainer-Beben anbahnt, ist Thomas Tuchel mitten drin, statt nur dabei. Der 49-Jährige könnte laut Angaben der englischen Zeitung Sun und spanischen Medien Diego Simeone bei Atético Madrid ersetzen. Zunächst sei angemerkt, dass man die Gerüchte mit Vorsicht betrachten muss, da weder die Sun, noch diverse spanische Quellen die zuverlässigsten sind.

Simeone wurde zum Aushängeschild von Atlético: Doch ist sein Stil noch zeitgemäß?

Es gibt wohl kaum einen Trainer, der so zum Gesicht eines Vereins geworden ist, wie Simeone bei Atlético. In seinen bis jetzt elf Jahren als Cheftrainer gewann er zweimal La Liga, zweimal die Europa League und stand mehrmals knapp vor dem Champions-League-Triumph. Simeone wurde unter anderem für Pep Guardioa und den FC Bayern zum personifizierten Alptraum. Es ist schlichtweg gigantisch, was Simeone über Jahre hinweg mit einem eigentlich unterlegenen Kader auf höchstem Niveau ausgerichtet hat.

Der Coach bestach dabei mit seiner Emotionalität und Leidenschafft, aber auch mit einem ausgetüftelten Defensiv-Konzept. Über viele Jahre hinweg fuhr Simeone mit seiner eher destruktiven Taktik äußerst gut, jedoch hat sich sowohl der Atlético-Kader verändert, als auch der Fußball an sich. So wie einst der Tiki-Taka-Stil in Rente geschickt wurde, scheint auch Simeones Defensiv-Stil am Ende seiner Tage angelangt zu sein.

Atlético Madrid hat mit teuren Offensiv-Transfers wie João Felix oder der Griezmann-Rückkehr eigentlich eine Strategie vorangetrieben, mit der man auch selbst Offensivfußball zelebrieren könnte. Dies ist jedoch noch nicht eingetreten und 130-Millionen-Einkauf João Felix kann beispielsweise deshalb sein Potenzial nicht auf den Platz bringen. Es ist nicht erkenntlich, dass Simeone einen Plan B hat und auch weiß, wie man Fußball spielt und nicht nur, wie man diesen zerstört.

CL-Aus und Riesen-Rückstand in La Liga: Braucht es frische Impulse?

In der laufenden Saison hinkt Atlético Madrid den eigenen Ansprüchen deutlich hinterher. Der Hauptstadt-Klub ist in der Champions League sang- und klanglos als Gruppenletzter ausgeschieden und kann sich auch die Hoffnungen auf den La-Liga-Titel eigentlich schon abschminken. Nach nur einem Punkt aus den letzten drei Spielen findet sich Atlético mit 24 Zählern auf Rang fünf wieder und hat 13 bzw. elf Zähler Rückstand auf den FC Barcelona und Real Madrid.

Bei all den Verdiensten von Simeone scheint es langsam an der Zeit zu sein, etwas Neues zu versuchen. Jede schöne Geschichte endet irgendwann und frische Impulse scheinen nötiger zu sein, denn je.

Ist Tuchel der Mann für die Zukunft?

Thomas Tuchel wäre auf jedenfall ein Coach, der eine Bereicherung darstellen könnte und vor allem neues Leben in die stockende Offensivabteilung reinbringen würde. Die Erfolge des 49-Jährigen sprechen zudem für sich. Klar ist allerdings auch, dass Tuchel kein ganz leichter Typ ist und es bei fast all seinen Arbeitgebern früher oder später zu Problemen zwischen ihm und dem Vorstand kam. Demnach müssten die Verantwortlichen im Vorfeld sehr genau ausloten, ob man sportlich und menschlich eine gemeinsame Basis hätte.

Tuchel ist aktuell wohl gemeinsam mit Zinedine Zidane der prominenteste Coach, der ohne Arbeitgeber dasteht. Die französische Legende und Ex-Real-Coach soll jedoch nach der WM Cheftrainer der Les Bleus werden. Demnach wäre es durchaus schlüssig, dass es Atlético bei Tuchel probiert, zumal Zidane mit seiner Real-Vergangenheit ohnehin kaum in Frage gekommen wäre.

Simeone und Atlético: Wie trennt man sich nach elf Jahren Beziehung?

Nicht ganz so wahrscheinlich ist jedoch, dass Atlético sich schon jetzt von Simeone trennt. Eine Entlassung ist nach einer so langen gemeinsamen Zeit keine ganz leichte Sache. Womöglich schmeißt der Coach aber auch selbst hin.

Zuletzt sprach der 52-Jährige in einem Interview mit DIRECTV über einen Rücktritt. "Wenn man sich so lange mit etwas identifiziert, dann liegt das daran, dass man eine Leidenschaft dafür hat. Andernfalls würde man es nicht machen. Ich trete an dem Tag zurück, wenn das nicht mehr da sein sollte. Dann trete ich zur Seite, weil ich nicht weiß, wie man die Hälfte geben soll. Es ist alles - oder nichts", erklärte er.

Viel kann man daraus nicht ablesen. Es wäre jedoch möglich, dass Atlético und Someone gemeinsam beschließen, dass im Sommer die Zeit für eine Trennung gekommen ist. Dann könnte die Stunde von Thomas Tuchel schlagen.


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