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Ärger beim FC Augsburg: Wurden die Neuen über Gehaltseinsparungen im Kader finanziert?

FC Augsburg v 1. FC Koeln - Bundesliga
Unmut im Kader des FC Augsburg über das Geschäftsgebaren des Klubs | Pool/Getty Images

Beim FC Augsburg hängt momentan der Haussegen ein wenig schief. Grund dafür, wie so oft: das liebe Geld.

Was ist passiert? Im Frühjahr bat der Klub seine Spieler, aufgrund der durch die Corona-Problematik bedingten Einnahmeverluste, für den Zeitraum zwischen April und Juni auf zehn Prozent ihres Gehalts zu verzichten. Es gab ein bisschen Grummeln hier, Grummeln da, und vor allem Nachfragen: wofür genau denn die eingesparten Gelder verwendet würden?

In der offiziellen Vereinsmitteilung zu der Gehaltskürzung (der sich am Ende alle Spieler, der Trainerstab, die Geschäftsführung und die Abteilungsleiter anschlossen) sprach Geschäftsführer Michael Ströll gegenüber dem kicker von Einbußen "im zweistelligen Millionenbereich".

"Dennoch", so Ströll, "war für uns unmittelbar klar, dass wir keine staatlichen Hilfen wie Kurzarbeit in Anspruch nehmen wollen, auch wenn die Einbußen für uns enorm sind."

Erst der Gehaltsverzicht - dann kamen die teuren Neuzugänge

Um so überraschter zeigten sich die Spieler dann, als mit Felix Uduokhai, und mitten in der Corona-Krise, einer der teuersten Einkäufe der Vereinsgeschichte getätigt wurde. Immerhin 7 Millionen Euro legten die Fuggerstädter für die feste Verpflichtung der Wolfsburg-Leihgabe auf den Tisch. Die Konditionen waren zwar schon vor der Pandemie ausgehandelt worden, Informationen des kicker zufolge sollen die Niedersachsen aber sogar bereit gewesen sein, über eventuelle Nachverhandlungen zu reden.

Neuzugang Caligiuri wird zum Top-Verdiener

Darüber hinaus soll der FCA bei den bereits getätigten Neuverpflichtungen nicht gespart haben. Zwar kamen Rafal Gikiewicz, Tobias Strobl und Daniel Caligiuri allesamt ablösefrei - doch in den Sparten Gehalt und Handgelder soll der Klub in die Vollen gegangen sein. Caligiuri soll demnach zum Top-Verdiener im Kader aufsteigen. Das sorgt naturgemäß für Missstimmung innerhalb des Teams.

Zumal beim Quartett der Aussortierten. Andreas Luthe, Georg Teigl (beide Vertrag bis 2022), Fabian Giefer und Julian Schieber (noch bis 2021 gebunden) wurde vom Klub bereits aufgezeigt, dass für sie kein Platz mehr im Kader ist. Oder kein Geld. Je nach Lesart. Beharren diese vier Spieler jedoch auf Vertragserfüllung, wird der Klub um Abfindungszahlungen wohl nicht herumkommen.

Erst Einsparungen einfordern, dann in große Investitionen für neue Spieler gehen: das hatten sich die Spieler, als sie zum freiwilligen Verzicht auf ihr Gehalt gebeten wurden, sicherlich anders vorgestellt.