90min
facebooktwitterinstagramyoutuberss

Anschluss verloren: Arsenal ist kein Big Player mehr

Mikel Arteta
Mit einem Spitzenklub hat Arsenal nichts mehr zu tun | Harriet Lander/Copa/Getty Images

In der Geschichte des englischen Fußballs ist der FC Arsenal ein großer Name, aktuell haben die Gunners aber nichts mit einer Spitzenmannschaft zu tun. Die jüngsten Resultate der Kaderplanung zeigen, dass der Verein nur noch ein Schatten seiner selbst ist.

Arsene Wenger hat große Fußstapfen hinterlassen. Dachte man zum Ende seiner Amtszeit noch, die zukünftigen Trainer des Vereins würden perfekt in diese hineinpassen, so offenbarte Arsenal am Mittwoch, dass die Zeiten, in denen man ein 'Big Player' des englischen Fußballs war, längst vorbei sind.

Der Vertrag mit David Luiz (33), der in dieser Saison stümperhafte Leistungen zeigt, wurde um ein Jahr verlängert, Pablo Mari (26), der verletzungsbedingt erst drei Partien absolviert hat, wird fest von Flamengo Rio de Janeiro verpflichtet, Southampton-Leihgabe Cedric Soares (28) wird ebenfalls fest verpflichtet und die Leihe von Dani Ceballos (23, Real Madrid) wurde bis zum 31.07 verlängert.

Bei seinem Amtsantritt im Dezember konnte Mikel Arteta nur erahnen, wie groß die Herausforderung ist, die er gerade angenommen hatte. Vorgänger Unai Emery beendete seine erste Saison auf Rang fünf, wirklich konstant spielten die Gunners unter seiner Leitung aber nicht. Nach sieben sieglosen Pflichtspielen war kurz vor Weihnachten Schluss. Schon zum Ende der Ära Wenger rutschte Arsenal ab, Emery konnte den Absturz aber nicht verhindern.

Statt Arsenal in eine erfolgreiche Zukunft zu führen, stürzte Unai Emery den Klub in noch tieferes Chaos
Statt Arsenal in eine erfolgreiche Zukunft zu führen, stürzte Unai Emery den Klub in noch tieferes Chaos | TF-Images/Getty Images

Unter Wenger waren die Gunners über viele Jahre eine Konstante. Nie landete der Klub außerhalb der Top-Vier - mit Ausnahme seiner letzten beiden Jahre, in denen der Elsässer die Mannschaft auf die Plätze fünf und sechs führte. Von 1998 bis 2016 qualifizierte sich Arsenal in jeder Saison für die Champions League. Seit der Achtelfinal-Pleite gegen den FC Bayern (1:5, 1:5) im Frühjahr 2017 waren die Londoner aber nie wieder in der Königsklasse zu sehen.

Auch vom ästhetischen Ballbesitzfußball der Ära Wenger ist nichts mehr übrig. Unter Arteta sieht es wieder besser aus als unter Emery, doch die Ergebnisse bleiben inkonstant: Von 17 Spielen gewann Arteta 8, hinzu kommen 5 Remis und 4 Niederlagen. Mit 40 Punkten und einem Torverhältnis von +/- 0 liegt Arsenal auf Rang 10 in der Premier League. Die Europa League ist sechs Punkte entfernt, die Champions League sogar elf. Und die Situation wäre sogar deutlich drastischer,
wenn Pierre-Emerick Aubameyang nicht so zuverlässig treffen würde. Der Gabuner erzielte 17 der 41 Liga-Tore in dieser Saison und ist die einzige Konstante.

Sinnbildlich für die Bemühungen, an die Spitze zurückzukehren, ist der Transfer von Nicolas Pepe. Für 80 Millionen Euro wurde der Flügelspieler von OSC Lille verpflichtet. Seine Bilanz: 7 Tore und 8 Assists in 33 Pflichtspielen. Zum Vergleich: In der abgelaufenen Spielzeit traf Pepe 23 Mal in 41 Spielen und lieferte 12 Assists. Der Ivorer ist nur einer der Fehlgriffe der letzten Jahre. Zu nennen wären noch David Luiz, Sokratis, Skhodran Mustafi und Alexandre Lacazette. Verbunden mit den Ablösesummen und Erwartungen haben sich diese Transfers nicht ausgezahlt.

Arsenal - ein Klub für die Geschichtsbücher

In den Geschichtsbüchern wird Arsenal immer einer der legendären Top-Vier-Vereine bleiben, aus denen im Laufe der Zeit die Top-Sechs wurden. Realistisch betrachtet gehört man aber schon seit Jahren nicht mehr in die Riege der englischen Spitzenklubs. Arsenal wurde von Manchester City, dem FC Liverpool und Tottenham Hotspur überholt, auch der FC Chelsea und Manchester United ziehen wieder vorbei. Zu den 13 Meisterschaften und Pokalsiegen wird in naher Zukunft kein nennenswerter Titel mehr hinzukommen.