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AC Mailand

Maldini wusste nichts von Milans Super-League-Plänen

Jan Kupitz
Paolo Maldini sagt sorry
Paolo Maldini sagt sorry / Claudio Villa/Getty Images
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Paolo Maldini hat vor dem Spiel gegen US Sassuolo, das ein sehr uninspiriertes Milan mit 1:2 verlor, über die Pläne der Super League gesprochen. Zur großen Verwunderung wusste der Technische Direktor der Rossoneri überhaupt nichts von Milans Vorhaben für die Eliteliga.


Gegenüber Sky stellte Maldini klar, dass er "nie in die Diskussionen um die Super League involviert" gewesen war. "Ich habe die Nachrichten am Sonntagabend mit dem Statement der Vereine gesehen. Die Eigentümer haben entschieden und nicht ich. Trotzdem möchte ich mich bei den Fans entschuldigen. Ich bin der Direktor des AC Mailand und wusste nichts von dem Super-League-Projekt. Ich möchte mich noch einmal bei den Fans entschuldigen. Es herrschte Verwirrung. Im Sport geht es um Träume und Meritokratie: Wir müssen das als Lektion nehmen."

Es ehrt Maldini, dass er sich im Namen des Vereins für dieses unsagbare Vorgehen entschuldigt, obwohl er nicht einmal an den Plänen beteiligt war - in der offiziellen Mitteilung hatte Milan zuvor kein einziges Wort der Entschuldigung gewählt gehabt.

Nicht der erste Alleingang von Gazidis

Maldinis Statement wirft dagegen einmal mehr ein sehr schlechtes Licht auf Milan-CEO Ivan Gazidis, der bei der Fanbase der Rossoneri ohnehin extrem unbeliebt ist. Bereits gegen Ende 2019 hatte Gazidis für großen Unmut im Milan-Lager gesorgt, weil er damals hinter den Rücken von Maldini und Zvonimir Boban (der im Zuge dieses Streits seinen Hut nahm) heimlich mit Ralf Rangnick verhandelt hatte und den Deutschen als Trainer installieren wollte - obwohl Stefano Pioli noch im Amt war und einen gültigen Vertrag bei den Rossoneri besaß (und natürlich auch noch immer besitzt).

Ivan Gazidis
Ivan Gazidis ist bei Milan-Fans sehr umstritten / Paolo Bruno/Getty Images

Nun scheint Gazidis erneut ohne Maldinis Wissen die Pläne für die Super League vorangetrieben zu haben; sicherlich mit dem Einverständnis von Milans Besitzer, dem Hegdefonds Elliott, der für dieses neue Format und die damit verbundenen Einnahmen sehr offen sein dürfte.

Aber bei diesen Planungen jenen Mann außen vor zu lassen - und das schon zum zweiten Mal -, der nicht nur auf sportlicher Ebene die Verantwortung hat, sondern auch für AC Milan steht wie kein anderer auf diesen Planeten, das grenzt schon fast an Verrat.

Klar ist, dass Gazidis mit solchen Aktionen immer weniger tragbar für den Verein und seine grandiosen Tifosi wird. Die Klasse, die den siebenfachen Champions-League-Sieger seit jeher auszeichnet, verkörpert der 56-jährige Südafrikaner nicht.

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