Nach einer knapp zweimonatigen Zwangspause steht die Bundesliga wieder in den Startlöchern. Neun Spieltage stehen noch aus. Der Saisonendspurt verspricht Spannung, besonders im oberen Tabellendrittel. 

​Während bei den 36 Profiklubs der ersten und zweiten Bundesliga in diesen Tagen Corona-Tests durchgeführt werden, berät die Politik am Mittwoch über den dritten Saisonstart in dieser Saison. 
Die Lage der Liga verspricht weiterhin Spannung. Vor allem der Kampf um die ersten vier Plätze, welche zur Qualifikation für die Champions League berechtigen, ist spannender denn je. Lediglich acht Punkte trennen den derzeitigen Tabellenfünften (Bayer Leverkusen) vom Tabellenführer (Bayern München). Noch sind neun Bundesligapartien zu absolvieren. Wir analysieren das Restprogramm der ersten fünf Klubs:

Addiert man die Tabellenpositionen der restlichen Gegner, erhält man einen Schwierigkeitsfaktor. Je größer dieser ist, desto einfacher scheint das Restprogramm logischerweise zu sein.


FC Bayern München: Union Berlin, Eintracht Frankfurt, Borussia Dortmund, Fortuna Düsseldorf, Bayer Leverkusen, Borussia Mönchengladbach, Werder Bremen, SC Freiburg, VfL Wolfsburg. 

Schwierigkeitsfaktor: 82

Der FC Bayern hat eines der schwierigsten Restprogramme aller fünf Champions-League-Anwärter. Nichtsdestotrotz hat der Rekordmeister auch die beste Ausgangslage im Kampf um die Meisterschaft. Den Vorsprung von vier Zählern auf den Zweitplatzierten aus Dortmund möchte der FC Bayern keineswegs schmelzen lassen. Dennoch wird der Saisonendspurt, auch weil dem FC Bayern anspruchsvolle englische Wochen in drei Wettbewerben bevorstehen, ein Kraftakt.


Borussia Dortmund: Schalke 04, VfL Wolfsburg, Bayern München, SC Paderborn, Hertha BSC, Fortuna Düsseldorf, Mainz 05, RB Leipzig, TSG Hoffenheim. 
Schwierigkeitsfaktor: 88

Mit dem Derby gegen Schalke, dem Duell gegen die Bayern und RB Leipzig hat der BVB noch drei echte Knaller vor der Brust. Der große Vorteil der Borussia: Sollten der DFB-Pokal und die Champions League fortgesetzt werden, kann es dem BVB egal sein. Die Schwarz-Gelben sind bereits in beiden Wettbewerben ausgeschieden und können sich auf den Schlussspurt in der Bundesliga konzentrieren. Im Titelkampf könnten die Karten neu gemischt werden.


RB Leipzig: SC Freiburg, Mainz 05, Hertha BSC, 1. FC Köln, SC Paderborn, TSG Hoffenheim, Fortuna Düsseldorf, Borussia Dortmund, FC Augsburg. 
Schwierigkeitsfaktor: 105

Das scheinbar leichteste Restprogramm der ersten Fünf hat RB Leipzig. Lediglich das direkte Duell gegen Borussia Dortmund wird die Roten Bullen vor eine große Herausforderung stellen. Auch hat Leipzig die Meisterschaft noch nicht gänzlich abgeschrieben: Fünf Punkte sind definitiv aufzuholen und auch in der Champions-League rechnet sich RB noch einiges aus.


Borussia Mönchengladbach: Eintracht Frankfurt, Bayer Leverkusen, Werder Bremen, Union Berlin, SC Freiburg, Bayern München, VfL Wolfsburg, SC Paderborn, Hertha BSC. 

Schwierigkeitsfaktor: 92

Die Fohlen wollen eine bisher herausragende Saison mit einer bisherigen Punkteausbeute von 49 Zählern mit der Königsklasse krönen. Das direkte Duell gegen Bayer Leverkusen im heimischen Borussia-Park könnte ein entscheidendes und richtungsweisendes sein. Auch beim FC Bayern wird die Borussia noch gastieren. Dennoch scheinen vor allem die Heimspiele gegen Union, Wolfsburg, Paderborn und Hertha als machbare Aufgabe.


Bayer 04 Leverkusen: Werder Bremen, Borussia Mönchengladbach, VfL Wolfsburg, SC Freiburg, Bayern München, Schalke 04, 1. FC Köln, Hertha BSC, Mainz 05. 

Schwierigkeitsfaktor: 81


Im Bundesliga-Endspurt verfolgt Bayer nur das eine Ziel: Die Qualifikation für die Champions League. Dafür muss die Werkself noch punkten – zwei Zähler Rückstand auf Gladbach sind jedoch schnell aufgeholt. Dennoch hat Leverkusen kein einfaches Restprogramm, was der Schwierigkeitsfaktor von 81 belegt. Vor allem die Duelle gegen Borussia Mönchengladbach, den FC Bayern und Schalke 04 werden richtungsweisend sein, ob Bayer Leverkusen am Saisonende die Qualifikation für die Königsklasse feiern darf.


Dass man dennoch vermeintlich schwächere Gegner aus der unteren Tabellenregion keinesfalls unterschätzen sollte, weiß wohl jeder Fußball-Laie. Die Liga verspricht weiterhin Spannung und scheint in dieser Saison enger denn je zu sein – vor allem, was die obere Tabellenregion und den Kampf um Europa betrifft. Alle Teams konnten sich während der Zwangspause neu sortieren und die Akkus aufladen. Die Liga könnte auf den Kopf gestellt werden. Es sind noch maximal 27 Punkte zu vergeben. Die Form während des dritten Saisonstarts könnte entscheidend sein. Überraschungen sind aufgrund der engen Tabellenkonstellationen zu erwarten.