​Zur Zeit ist ​RB Leipzigs defensiver Mittelfeldspieler ​Kevin Kampl auf Eis gelegt. Und das liegt - natürlich - an Corona. Nach seiner langwierigen Sprunggelenkverletzung ist er nach eigenen Angaben zwar wieder fit - doch spielen darf er zur Zeit, wie alle anderen auch, (noch) nicht. Und auch die Gespräche mit dem Klub bezüglich seiner weiteren Zukunft in Leipzig sind erst einmal vertagt. 


Der Kontrakt des Slowenen (28 Länderspiele) läuft noch bis zum Sommer 2021. Normalerweise wäre jetzt die Zeit, über das Arbeitspapier zu sprechen. Entweder um es zu verlängern oder um, vonseiten des Spielers, doch noch mal eine neue Herausforderung anderswo anzunehmen. 


Doch was ist schon "normal" in diesen Zeiten? Die Verantwortlichen bei RB, allen voran Trainer Julian Nagelsmann, sind von dem Spieler jedenfalls überzeugt, zögern in diesen wirren Coronazeiten aber, dessen Arbeitspapier vorzeitig (und zu besseren Bezügen) zu verlängern. Zu viel Ungewissheit liegt in der nahen und mittleren Zukunft. Zumal der 29-Jährige wahrlich kein Geringverdiener ist. Angaben der Sportbild zufolge verdient Kampl 3,5 Millionen Euro im Jahr. Damit liegt er im oberen Drittel des Kaders. 


Kampl gibt sich realistisch


Doch unter Druck setzten lässt sich Kampl in dieser Gemengelage trotzdem nicht. "Wir sind generell in guten Gesprächen", berichtet er gegenüber der Sportbild. "Natürlich wünsche ich mir als Familienvater Klarheit über die Zukunft. Im Moment gibt es aber wichtigere Dinge, als über einen neuen Vertrag zu sprechen. Es ist völlig normal, dass das jetzt vorerst ausgesetzt ist", zeigt dich der defensive Mittelfeldspieler geduldig und rational. 


Nicht jedoch ohne dem Verein subtile Hinweise darauf zu liefern, dass er bezüglich der Dotierung eines neuen Vertrages durchaus auch zu Zugeständnissen bereit wäre. "Das Ausmaß der Krise wird man erst sehen, wenn sie vorüber ist. Ich glaube nicht, dass es dann noch die gleichen Summen im Fußball gibt. Da muss man schauen, was möglich und realistisch ist - und es auch soweit akzeptieren. Der Tag wird kommen, dass wir konkreter sprechen, wann auch immer er sein wird. Jetzt ist nicht der richtige Moment dafür." 


Laufzeit könnte zum Knackpunkt werden


Knackpunkt in dieser Causa könnte am Ende, mehr als die Bezahlung, die reine Laufzeit des neuen Arbeitspapieres werden. RB Leipzig ist seit Jahren dafür bekannt, auf junge, hungrige Spieler zu setzen. Auch Kampls Vorgänger auf der Sechserposition, Diego Demme (immerhin noch ein gutes Jahr jünger als Kampl), hätte nur einen Zweijahres-Vertrag angeboten bekommen. Bei der SSC Neapel unterschrieb der Deutsch-Italiener im vergangenen Winter schließlich für vier Jahre (bis 2024). 


Die von Kampl während seiner Verletzungszeit gesponnenen Auslandspläne sind hingegen fürs erste wohl vom Tisch. Nicht zuletzt auch wegen der Corona-Pandemie. "Ich habe mich gefragt, ob mich das Ausland reizt", gibt Kampl unumwunden zu. "Aber meine Frau und meine Kinder fühlen sich in Deutschland sehr wohl. Gerade in diesen besonderen Zeiten sieht man wieder, wie gut Deutschland aufgestellt ist. Ich kann mir keinen bessern Ort zum Leben vorstellen. Die Frage ist dann auch: Will man das aufgeben, und ist es mittelfristig überhaupt realistisch und ratsam, in bestimmte Länder zu gehen? Das kann man jetzt noch nicht sagen." 


Dem Klub soll er bereits signalisiert haben, sich eine weitere Zusammenarbeit durchaus vorstellen zu können. Jetzt müssen beide Seiten, trotz Corona, nur noch zueinander finden.